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Hilfsmittel & Wohnen

Hausnotruf 2026: Funktion, Kosten, Zuschuss der Pflegekasse und Antrag

Ein Hausnotruf verbindet dich per Knopfdruck am Handgelenk oder an einer Kette mit einer Notrufzentrale, die rund um die Uhr besetzt ist und Angehörige, einen Einsatzdienst oder den Rettungsdienst schickt. Mit Pflegegrad 1 bis 5 zahlt die Pflegekasse 27 Euro im Monat für den Basistarif, wenn du allein lebst oder tagsüber oft allein bist; damit ist der Basistarif bei vielen Anbietern gedeckt. Zusatzleistungen wie Schlüsselhinterlegung, mobiler Notruf mit GPS oder Sturzsensor zahlst du selbst.

Hausnotruf mit Notrufknopf am Armband und Basisstation, die per Funk mit der Notrufzentrale verbindet
Hausnotruf: 27 Euro Zuschuss der Pflegekasse (16 Sekunden, ohne Ton, Text im Bild).
Text des Videos
  1. Hausnotruf: Die Pflegekasse zahlt bis zu 27 Euro im Monat.
  2. Ab Pflegegrad 1, wenn du allein lebst und im Notfall nicht telefonieren kannst.
  3. Die Reform lässt den Zuschuss unangetastet, auch bei Pflegegrad 1.
  4. Anbieter, Kosten und Antrag auf pflegeweide.de.

Wie ein Hausnotruf funktioniert

Das System besteht aus zwei Teilen: einer Basisstation mit Lautsprecher und Mikrofon, die in der Wohnung steht, und einem wasserdichten Funkknopf, den du am Handgelenk oder um den Hals trägst, auch unter der Dusche. Drückst du den Knopf, baut die Basisstation eine Sprechverbindung zur Notrufzentrale auf. Du musst kein Telefon erreichen und keine Nummer wählen.

In der Zentrale sieht die Mitarbeiterin sofort, wer anruft: Name, Adresse, Erkrankungen, Medikamente, Kontaktpersonen, wo der Schlüssel liegt. Sie spricht dich über den Lautsprecher an. Antwortest du nicht, schickt sie Hilfe. Wer kommt, legst du vorher fest: Angehörige oder Nachbarn mit Schlüssel, der Einsatzdienst des Anbieters oder der Rettungsdienst.

Viele Geräte haben zusätzlich eine Tagestaste: Du drückst sie einmal am Tag als Zeichen, dass alles in Ordnung ist. Bleibt das aus, meldet sich die Zentrale von selbst.

Für wen ein Hausnotruf sinnvoll ist

  • Du lebst allein oder bist tagsüber viele Stunden allein.
  • Du bist schon einmal gestürzt oder unsicher beim Gehen.
  • Du hast eine Erkrankung, bei der schnell Hilfe nötig werden kann, etwa am Herzen, Diabetes oder Epilepsie.
  • Angehörige wohnen weiter weg oder arbeiten und wollen wissen, dass im Notfall jemand reagiert.

Ein Hausnotruf ersetzt keine Betreuung. Er sorgt dafür, dass nach einem Sturz nicht Stunden vergehen, bis jemand etwas merkt. Bei fortgeschrittener Demenz stößt er an Grenzen, weil der Knopf bewusst gedrückt werden muss; hier helfen Sturzsensoren, Bewegungsmelder oder mobile Geräte mit Ortung.

Was die Pflegekasse zahlt

Der Hausnotruf ist ein technisches Pflegehilfsmittel (Produktgruppe 52 des Pflegehilfsmittelverzeichnisses). Die Pflegekasse zahlt 27 Euro im Monat für den Basistarif, seit dem 1. April 2026; vorher waren es 25,50 Euro. Der Betrag steht nicht im Gesetz, er ist der Preis, den die Pflegekassen mit den Anbietern vereinbart haben. Er ist bei jedem Pflegegrad gleich.

Drei Voraussetzungen prüft die Kasse:

  1. Pflegegrad 1 bis 5. Ohne Pflegegrad gibt es keinen Zuschuss. Wie du ihn bekommst, steht auf der Seite Pflegegrad beantragen; was Selbstzahler zahlen und warum sich der Antrag auf Pflegegrad 1 lohnt, auf der Seite Hausnotruf ohne Pflegegrad. Was bei Pflegegrad 1, Pflegegrad 2 und Pflegegrad 3 konkret bleibt und wie die AOK den Hausnotruf übernimmt, haben wir einzeln beschrieben.
  2. Allein oder zeitweise allein. Du lebst allein oder bist über weite Teile des Tages allein. Lebt jemand mit im Haushalt, der selbst eingeschränkt ist und keine Hilfe rufen könnte, kann der Anspruch trotzdem bestehen.
  3. Notlage jederzeit möglich. Wegen deiner Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit kann jederzeit ein Notfall eintreten, in dem du nicht sicher mit dem Telefon Hilfe rufen könntest.

Der Anbieter braucht einen Vertrag mit den Pflegekassen. Dann rechnet er den Zuschuss direkt ab, und du zahlst nur, was darüber hinausgeht. Was für dich übrig bleibt, rechnet der Hausnotruf-Kosten-Rechner aus.

Was ein Hausnotruf kostet

Baustein Üblicher Preis Zahlt die Pflegekasse?
Basistarif: Gerät, Funkknopf, Notrufzentrale rund um die Uhr etwa 27 bis 33 Euro im Monat ja, 27 Euro im Monat
Schlüsselhinterlegung und Einsatzdienst vor Ort etwa 25 bis 35 Euro im Monat zusätzlich nein
Mobiler Notruf mit GPS oder Notrufuhr etwa 25 Euro im Monat zusätzlich nein
Sturzsensor, Bewegungsmelder, Rauchmelder etwa 5 bis 13 Euro im Monat je Gerät nein
Anschlussgebühr 0 bis etwa 50 Euro einmalig bei Vertragsanbietern meist über eine Pauschale gedeckt

Preise laut Anbieterseiten, Stand 09/2026, Richtwerte ohne Gewähr. Die Einzelheiten je Anbieter stehen auf der Seite Hausnotruf-Kosten.

Welche Geräte es gibt

Klassischer Hausnotruf. Basisstation plus Funkknopf. Funktioniert in der Wohnung, meist auch auf Balkon und im Garten. Viele Basisstationen haben heute eine eingebaute SIM-Karte und brauchen kein Festnetz mehr.

Mobiler Notruf. Ein kleines Gerät mit eigener SIM-Karte, GPS und Lautsprecher für unterwegs. Die Zentrale sieht, wo du bist. Sinnvoll für alle, die noch viel draußen sind. Der Akku muss regelmäßig geladen werden. Mehr dazu auf der Seite Mobiler Hausnotruf und Hausnotruf ohne Festnetz.

Notrufarmband und Notrufuhr. Sieht aus wie eine Armbanduhr, kann dasselbe wie der mobile Notruf, oft mit Sturzerkennung. Wer eine Notrufuhr ohne Zentrale kauft, die nur Angehörige anruft, bekommt dafür in der Regel keinen Zuschuss. Geräte, Kosten und Anbieter stehen auf den Seiten Notrufuhr für Senioren und Notrufarmband.

Sturzsensor. Löst den Alarm von selbst aus, wenn er einen Sturz erkennt. Hilfreich, wenn du den Knopf nach einem Sturz vielleicht nicht mehr drücken kannst. Fehlalarme kommen vor.

Anbieter: Hilfsorganisation oder Versandanbieter

Es gibt zwei Arten von Anbietern, und der Unterschied ist wichtiger als der Preis.

Hilfsorganisationen wie Johanniter, Malteser, DRK oder ASB kommen zum Anschluss ins Haus und bieten gegen Aufpreis einen eigenen Einsatzdienst, der mit deinem hinterlegten Schlüssel kommt. Das ist wertvoll, wenn niemand in der Nähe wohnt. Die Preise unterscheiden sich von Region zu Region.

Versandanbieter schicken das Gerät per Post, du steckst es ein. Sie werben meist mit „0 Euro mit Pflegegrad“ und übernehmen den Antrag bei der Pflegekasse. Einen Einsatzdienst vor Ort haben sie in der Regel nicht; im Notfall ruft die Zentrale deine Kontaktpersonen oder den Rettungsdienst.

Die wichtigsten Angaben im Überblick (laut Anbieterseiten, Stand 09/2026):

Anbieter Art Basistarif ohne Pflegegrad Ohne Festnetz Link
pflegetipp.de Versandanbieter 32,13 € im Monat, mit Pflegegrad laut Anbieter 0 € ja Zum Anbieter*
SmartVersorgt Versandanbieter ab 28,50 € im Monat ja Zum Anbieter*
Gardia Notrufarmband ohne Basisstation Armband 199,95 € (Angebot 99,95 €), Abo mit Zentrale 32,90 € im Monat ja Zum Anbieter*
Johanniter Hilfsorganisation ab 27 € im Monat, regional abweichend k. A. Zum Anbieter
Malteser Hilfsorganisation 27,00 € im Monat ja Zum Anbieter
Libify Versandanbieter auf Anfrage k. A. Zum Anbieter

Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen; die Reihenfolge ist keine Bewertung. Alle anderen sind externe Links ohne Vergütung. Den ausführlichen Vergleich findest du auf der Seite Hausnotruf-Anbieter im Vergleich. Pakete, Preislisten und Kündigungsregeln der Hilfsorganisationen haben wir einzeln ausgewertet: Malteser, Johanniter, DRK und ASB. Einen aktuellen Testsieger gibt es nicht; was die Tests der Stiftung Warentest von 2018 und 2011 ergaben, steht auf der Seite Hausnotruf bei Stiftung Warentest.

So beantragst du den Hausnotruf

  1. Anbieter wählen. Entscheide zuerst, ob du einen Einsatzdienst mit Schlüssel brauchst; wenn du den Hausnotruf für deine Eltern organisierst, hilft die Seite Hausnotruf für Angehörige. Wenn ja, frag die Hilfsorganisationen in deiner Region; wie du sie findest, steht auf der Seite Hausnotruf in der Nähe. Wenn Angehörige oder Nachbarn in der Nähe sind, reicht der Basistarif.
  2. Antrag über den Anbieter. Fast alle Anbieter füllen den Antrag auf Kostenübernahme mit dir aus und reichen ihn bei der Pflegekasse ein. Du brauchst keine ärztliche Verordnung.
  3. Genehmigung abwarten oder gleich starten. Die Kasse prüft Pflegegrad und Wohnsituation. Viele Anbieter liefern schon vorher; kläre, wer zahlt, falls die Kasse ablehnt.
  4. Kontaktpersonen und Schlüssel regeln. Benenne zwei bis drei Personen mit Schlüssel in der Nähe. Ohne Schlüssel muss im Ernstfall die Tür geöffnet werden.
  5. Testen. Drück den Knopf nach dem Anschluss und danach einmal im Monat. Die Zentralen sind darauf eingestellt.

Fristen der Kasse, Mustertext und Antrag als PDF stehen auf der Seite Hausnotruf beantragen; was die Zentrale im Ernstfall wissen muss, trägst du in das Notfallblatt ein. Lehnt die Pflegekasse ab, kannst du innerhalb eines Monats widersprechen. Häufigster Ablehnungsgrund ist, dass die Person nicht allein lebt; schildere dann genau, wie viele Stunden am Tag niemand da ist.

Ohne Pflegegrad, privat versichert, Steuer

Ohne Pflegegrad zahlst du den vollen Preis selbst. Pflegegrad 1 reicht für den Zuschuss, und wer einen Hausnotruf braucht, erfüllt oft auch die Voraussetzungen dafür. Den eigenen Stand schätzt der Pflegegrad-Rechner.

Privat Versicherte haben denselben Anspruch gegenüber ihrer privaten Pflegeversicherung, gehen aber meist in Vorleistung und reichen die Rechnung ein.

Steuer. Der Bundesfinanzhof hat am 15. Februar 2023 entschieden (VI R 7/21), dass die Kosten eines Hausnotrufs, bei dem die Zentrale nur Hilfe organisiert, keine haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a EStG sind. Anders hat er 2015 für das betreute Wohnen entschieden, wenn die Notrufbereitschaft mit Hilfe vor Ort zum Vertrag gehört. Einzelheiten und was sonst bleibt: Hausnotruf steuerlich absetzbar?

Pflegereform 2027: bleibt der Zuschuss?

Ja. Der Regierungsentwurf der Pflegereform, den das Kabinett am 30. September 2026 beschlossen hat, streicht nur die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Der Hausnotruf bleibt als technisches Pflegehilfsmittel eine Leistung der Pflegekasse, ausdrücklich auch bei Pflegegrad 1. Steigen soll ab 2027 die Punktgrenze für Pflegegrad 1 von 12,5 auf 15; für Anträge bis zum 31. Dezember 2026 gelten noch die heutigen Grenzen. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht, die erste Lesung im Bundestag ist am 5. November 2026. Alles dazu auf der Seite Hausnotruf und Pflegereform. Ein zweites Gesetz kürzt den Anbietern ab 2027 die Vergütung um 3 Prozent; dein Basistarif bleibt nach dem Vertrag mehrkostenfrei. Einzelheiten: Hausnotruf 2027: Pflegekasse kürzt Anbietern 3 Prozent.

Das solltest du jetzt tun

  1. Eigenanteil ausrechnen: Der Hausnotruf-Kosten-Rechner zeigt, was nach dem Zuschuss übrig bleibt.
  2. Anbieter vergleichen: Die Unterschiede bei Gerät, Einsatzdienst und Kündigung stehen im Anbieter-Vergleich.
  3. Weitere Leistungen prüfen: Mit Pflegegrad stehen dir auch 42 Euro im Monat für Pflegehilfsmittel und 131 Euro Entlastungsbetrag zu.

* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.

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