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Hilfsmittel & Wohnen

Notrufuhr für Senioren 2026: Sturzerkennung, Kosten, was Pflegekasse und Krankenkasse zahlen

Eine Notrufuhr ist eine Armbanduhr mit Notruftaste, eigener SIM-Karte, GPS und meist Sturzerkennung: Ein Druck oder ein erkannter Sturz alarmiert eine Notrufzentrale oder die Angehörigen, auch unterwegs. Es gibt zwei Arten: die Uhr als Zusatz zum klassischen Hausnotruf (bei pflegetipp.de 24,90 Euro im Monat zum Basistarif) und eigenständige Uhren mit Abo, etwa von Gardia oder Patronus. Die Krankenkasse zahlt nichts. Die Pflegekasse zahlt mit Pflegegrad 27 Euro im Monat für ein Hausnotrufsystem; den Aufpreis für die Uhr trägst du selbst, bei eigenständigen Uhren übernimmt sie das Abo nur nach Einzelfallprüfung.

Notrufuhr für Senioren am Handgelenk mit Notruftaste, GPS-Ortung und Sturzerkennung

Wie eine Notrufuhr funktioniert

Die Uhr hat eine eingebaute SIM-Karte und verbindet sich über das Mobilfunknetz, nicht über eine Basisstation in der Wohnung. Drückst du die Notruftaste, passiert je nach Tarif eines von zwei Dingen: Die Uhr ruft eine Notrufzentrale an, die rund um die Uhr besetzt ist, deine Daten kennt und den Rettungsdienst schickt; oder sie alarmiert nur deine Angehörigen per Anruf und App. Über Lautsprecher und Mikrofon sprichst du direkt mit der Uhr.

Drei Dinge unterscheiden sie vom Funkknopf des klassischen Hausnotrufs:

  • Sie funktioniert überall, wo es Mobilfunk gibt: beim Einkaufen, im Park, bei Verwandten.
  • GPS-Ortung. Zentrale und Angehörige sehen, wo du bist.
  • Sturzerkennung. Ein Beschleunigungssensor erkennt einen Aufprall und löst den Alarm von selbst aus, wenn du nicht mehr drücken kannst.

Der Preis dafür: Die Uhr muss getragen und geladen werden, meist jeden Tag oder jeden zweiten. Liegt sie auf dem Nachttisch, nützt sie nichts.

Zwei Arten von Notrufuhren

Uhr als Zusatz zum Hausnotruf. Anbieter wie pflegetipp.de kombinieren die Basisstation in der Wohnung mit einer Uhr für unterwegs. Beides läuft über dieselbe Zentrale. Vorteil: Zu Hause hast du die laute Freisprechstation, die nie geladen werden muss, und die Pflegekasse zahlt den Basistarif. Die Uhr kostet 24,90 Euro im Monat zusätzlich, GPS und Sturzerkennung sind enthalten.

Eigenständige Uhr oder Armband. Gardia, Patronus oder Libify verkaufen ein Gerät mit Abo, ohne Basisstation. Vorteil: nichts in der Wohnung, ein Gerät für alles. Nachteil: Das Gerät kaufst du meist selbst, und die Pflegekasse prüft im Einzelfall, ob sie das Abo übernimmt.

Smartwatch mit Sturzerkennung. Apple Watch und Samsung Galaxy Watch können Stürze erkennen und den Notruf 112 oder Notfallkontakte anrufen. Sie haben keine Zentrale, die deine Adresse, Diagnosen und den Schlüsselort kennt, sind kleiner beschriftet, müssen täglich geladen werden und bekommen keinen Zuschuss. Für fitte Menschen mit Smartphone-Erfahrung eine Option, für die meisten Pflegebedürftigen nicht.

Was eine Notrufuhr kostet

Rechne immer über zwei Jahre, mit Gerät und Abo. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 20.09. bis 21.10.2026:

Angebot Gerät einmalig Im Monat Notrufzentrale Mit Pflegegrad In zwei Jahren (ohne Pflegegrad)
pflegetipp.de: Hausnotruf-Basistarif plus SmartWatch kein Kauf 32,13 € plus 24,90 € ja, rund um die Uhr Basistarif 0 €, Uhr 24,90 € rund 1.369 €
pflegetipp.de: Basistarif plus Sturzsensor-Armband (ohne GPS) kein Kauf 32,13 € plus 12,90 € ja Basistarif 0 €, Sensor 12,90 € rund 1.081 €
Gardia Notrufarmband, Abo mit Zentrale 199,95 €, im Angebot 99,95 € 32,90 € ja (Bosch) Abo laut Anbieter bei Genehmigung 0 € rund 890 € zum Angebotspreis
Gardia Notrufarmband, nur App 199,95 €, im Angebot 99,95 € 17,95 € nein, nur Angehörige kein Zuschuss rund 531 € zum Angebotspreis
Patronus Uhr, Tarif Basic laut Startseite kein Gerätepreis genannt ab 15 € nicht im Basic-Tarif, nur in höheren Tarifen laut Anbieter anteilig, Light-Tarif bei Genehmigung voll ab rund 360 €

Eigene Berechnung aus den Anbieterangaben, Gratismonate und Testphasen nicht eingerechnet. Mit Pflegegrad ist die Kombination aus Basistarif und Uhr die günstigste Variante mit Zentrale: 24,90 Euro im Monat, rund 598 Euro in zwei Jahren, ohne Gerätekauf. Den Eigenanteil mit deinen Zahlen rechnet der Hausnotruf-Kosten-Rechner.

Was Pflegekasse und Krankenkasse zahlen

Die Krankenkasse zahlt nichts. Notrufsysteme stehen nicht im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen (§ 33 SGB V), sondern nur im Pflegehilfsmittelverzeichnis der Pflegekassen, Produktgruppe 52. Ein Rezept vom Arzt ändert daran nichts, auch nicht bei nachgewiesener Sturzgefahr.

Die Pflegekasse zahlt 27 Euro im Monat, mit Pflegegrad 1 bis 5, wenn du allein oder über weite Teile des Tages allein bist und im Notfall nicht sicher telefonieren könntest. Der Betrag ist der Vertragspreis für ein Hausnotrufsystem nach dem Verzeichnis: Basisstation mit Notruftaste, mobiler Funksender und Zentrale rund um die Uhr. Für Notrufuhren heißt das:

  • Uhr als Zusatz zum Hausnotruf: Basistarif gedeckt, Uhr selbst zahlen. Das Verzeichnis nennt Zubehör wie Sturzsensoren zwar als Teil der Versorgung bei erhöhter Sturzgefahr, die Anbieter rechnen Uhr und Sensor aber als Zusatzleistung ab. Beantrage den Sensor trotzdem mit ärztlicher Begründung.
  • Eigenständige Uhr mit Zentrale: Die Kasse kann das Abo im Einzelfall als Hausnotruf anerkennen. Gardia nennt für gesetzlich Versicherte nach Genehmigung einen Eigenanteil von 0 Euro, Patronus eine anteilige Übernahme. Der Kaufpreis des Geräts wird nicht übernommen. Lass den Antrag vom Anbieter stellen und kläre vorher, was bei Ablehnung gilt.
  • Uhr ohne Zentrale oder Smartwatch: kein Zuschuss.
  • Ohne Pflegegrad: kein Zuschuss, weder von der Kranken- noch von der Pflegekasse. Ob sich der Antrag auf Pflegegrad 1 lohnt, zeigt der Pflegegrad-Rechner.

Wie der Antrag bei der Pflegekasse geht, mit Mustertext und Fristen: Hausnotruf beantragen.

Sturzerkennung: was sie kann und was nicht

Die Sensoren messen Beschleunigung und Lage. Ein harter Sturz mit Aufprall und anschließender Ruhe wird zuverlässig erkannt. Schlecht erkannt werden langsames Zusammensacken, Abrutschen vom Stuhl oder ein Sturz, der mit den Händen abgefangen wird. Umgekehrt lösen Sensoren aus, wenn die Uhr auf den Tisch knallt oder beim Hinsetzen auf ein Sofa.

Worauf du achtest:

  • Abbrechen möglich? Nach einem erkannten Sturz sollte die Uhr 10 bis 30 Sekunden Zeit zum Abbrechen geben, bevor die Zentrale gerufen wird.
  • Empfindlichkeit einstellbar? Bei häufigen Fehlalarmen schalten manche Nutzer die Funktion ab; besser ist eine niedrigere Stufe.
  • Was passiert bei stummem Alarm? Antwortet niemand, muss die Zentrale den Rettungsdienst schicken und den Schlüsselort kennen. Frag, ob das Standard ist.
  • Taste bleibt wichtig. Die Sturzerkennung ist die zweite Sicherung, nicht die erste.

Nach dem Sturz: aufstehen oder liegen bleiben?

Viele suchen nach einer Aufstehhilfe vom Boden, weil der Sturz selbst glimpflich verlief, das Aufstehen aber nicht klappte. Eine Faustregel für Betroffene und Angehörige:

  1. Erst prüfen, dann bewegen. Starke Schmerzen in Hüfte, Rücken oder Kopf, Übelkeit oder ein Bein, das verdreht liegt: nicht aufstehen, Notruf drücken oder 112 rufen, warm halten.
  2. Wenn nichts wehtut: auf die Seite rollen, auf alle viere, zu einem stabilen Möbelstück (Sessel, Bett, Treppenstufe) krabbeln, das stärkere Bein aufstellen, mit den Armen hochdrücken, hinsetzen, kurz sitzen bleiben.
  3. Angehörige: Eine gestürzte Person nicht an den Armen hochziehen; das verletzt Schultern und Rücken bei beiden. Einen Stuhl heranrücken und die Person sich selbst hochstützen lassen. Geht das nicht, Hausnotruf oder Rettungsdienst rufen; was ein Einsatz kostet, steht auf der Seite Hausnotruf-Kosten.
  4. Danach: Jeder Sturz gehört in die Pflegedokumentation und zum Hausarzt. Zwei Stürze im Jahr sind ein Grund für Sturzsensor, Rollator oder Badumbau. Was die Pflegekasse dafür zahlt, steht auf der Seite Hilfsmittel.

Worauf du vor dem Vertrag achtest

  • Akku: Wie viele Tage hält die Uhr wirklich, und warnt die App, bevor sie leer ist?
  • Wasserdicht: Mindestens IP67, damit sie beim Duschen am Arm bleibt; die meisten Stürze passieren im Bad.
  • Netz: Mehrere Mobilfunknetze (Multi-SIM) sind sicherer als ein einzelner Anbieter, besonders auf dem Land.
  • Zentrale: Deutschsprachig, rund um die Uhr, mit Zugriff auf deine Stammdaten und Schlüsselinformation.
  • Laufzeit und Rückgabe: Monatlich kündbar, Testphase, Rücknahme des Geräts bei Ablehnung durch die Kasse.
  • Bedienung: Große Taste, wenige Funktionen, Zifferblatt lesbar. Eine Smartwatch mit vielen Apps verwirrt mehr, als sie hilft.
  • Bei Demenz: Wird die Uhr abgelegt oder vergessen, hilft nur ein Gerät, das schwer abzunehmen ist, oder eine Basisstation mit Bewegungsmelder. Mehr dazu auf der Seite Hausnotruf bei Pflegegrad 3.

Anbieter im Vergleich

Wir haben die Websites der Anbieter ausgewertet und nur übernommen, was dort steht. Wo eine Angabe fehlt, steht „k. A.“. Wir haben keine Geräte getestet und vergeben keine Testsieger. Den ausführlichen Vergleich der Armbänder mit allen Daten findest du auf der Seite Notrufarmband für Senioren.

  • Logo Gardia

    Gardia

    Notrufarmband

    Ein Gerät für zu Hause und unterwegs, eSIM mit mehreren Netzen europaweit, App für Angehörige mit Standort, Akkustand und Chat.

    • Gerät: 199,95 € einmalig, im Angebot 99,95 €
    • Im Monat: 17,95 € nur mit App, 32,90 € mit Notrufzentrale, mit Pflegegrad laut Anbieter ab 0 €
    • Zentrale: Bosch-Notrufzentrale rund um die Uhr (ab Tarif NotfallPlus)
    • Automatische Sturzerkennung
    • GPS-Ortung für unterwegs
    • Pflegekasse: nur das Abo PflegePlus, der Kaufpreis des Armbands nicht; Einzelfallprüfung der Pflegekasse
    • Für wen geeignet: Wer kein Gerät in der Wohnung aufstellen will und auch draußen abgesichert sein möchte.
  • Logo pflegetipp.de

    pflegetipp.de

    Hausnotruf mit Notrufuhr

    Basisstation für zu Hause plus Notrufuhr mit GPS und Sturzerkennung als Zusatz, Antrag bei der Pflegekasse inklusive.

    • Gerät: kein Kauf, Gerät gehört zum Tarif
    • Im Monat: Basistarif 32,13 €, mit Pflegegrad laut Anbieter 0 €; Notrufuhr plus 24,90 € im Monat
    • Zentrale: Notrufzentrale rund um die Uhr, deutschsprachig, zertifiziert
    • Automatische Sturzerkennung
    • GPS-Ortung für unterwegs
    • Pflegekasse: Basistarif über die Pflegekasse, Aufpreis für die Uhr selbst
    • Für wen geeignet: Wer zu Hause die laute Basisstation behalten und für draußen eine Uhr dazunehmen will.
  • Libify

    Mobiler Notruf

    libifyMobil 2.0 als mobiler Notrufknopf mit GPS und Sturzsensor, daneben Basisgeräte für zu Hause.

    • Im Monat: auf Anfrage
    • Zentrale: Notrufzentrale rund um die Uhr
    • Automatische Sturzerkennung
    • GPS-Ortung für unterwegs
    • Pflegekasse: laut Anbieter je nach Modell ganz oder teilweise
    • Für wen geeignet: Wer einen Anhänger statt eines Armbands bevorzugt.

Diese Übersicht enthält Links zu Anbietern. Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen, die Reihenfolge ist keine Bewertung. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 20.09.2026, ohne Gewähr.* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.

Das solltest du jetzt tun

  1. Bedarf klären: Viel allein unterwegs spricht für eine Uhr, überwiegend zu Hause für den Hausnotruf mit Basisstation. Beides zusammen deckt alles ab.
  2. Pflegegrad prüfen: Mit Pflegegrad ist der Basistarif gedeckt und die Uhr kostet 24,90 Euro; ohne zahlst du alles selbst.
  3. Zwei Jahre rechnen: Gerät plus Abo. Den Eigenanteil zeigt der Hausnotruf-Kosten-Rechner.
  4. Mobile Alternativen ansehen: Anhänger mit GPS statt Uhr, und wann das Handy reicht, auf der Seite Mobiler Hausnotruf.

Häufige Fragen