Hilfsmittel & Wohnen
Rollator 2026: Arten, Gewicht, Kosten und die Frage, ob Rezept oder Kauf
Ein Rollator ist ein Hilfsmittel der Krankenkasse nach § 33 SGB V: Mit einem Rezept vom Arzt bekommst du ein Standardmodell gegen eine Zuzahlung von 5 bis 10 Euro, ein Pflegegrad ist dafür nicht nötig. Das Kassenmodell aus Stahl wiegt meist 9 Kilo und mehr; Leichtgewichte aus Aluminium (6 bis 8 Kilo) oder Carbon (rund 5 Kilo) kosten im Handel 160 bis 600 Euro, die Kasse übernimmt davon nur ihre Pauschale. Für drinnen zählt ein schmaler, wendiger Rahmen, für draußen große Räder und gute Bremsen.
Der Rollator ist das meistgenutzte Hilfsmittel im Alter und zugleich das, bei dem Familien am häufigsten falsch sparen: Das Kassenmodell ist schwer, das Leichtgewicht kostet mehrere hundert Euro, und welches davon richtig ist, hängt davon ab, wer den Rollator wo benutzt. Diese Seite ordnet die Bauarten, nennt Gewichte und Preise und zeigt, wann das Rezept reicht und wann sich der Kauf lohnt.
Welcher Rollator für wen: die Bauarten im Vergleich
| Bauart | Gewicht | Preis im Handel | Stärken | Für wen |
|---|---|---|---|---|
| Standardrollator (Stahl) | 9 bis 11 kg | ab rund 70 € | stabil, günstig, Kassenmodell | wer ihn nie heben muss und die Kasse zahlen lässt |
| Leichtgewicht (Aluminium) | 6 bis 8 kg | 160 bis 450 € | lässt sich längs falten und heben, gute Fahreigenschaften | die meisten, die drinnen und draußen unterwegs sind |
| Carbon-Rollator | rund 5 kg | 400 bis 700 € | leichtestes Modell, trotzdem belastbar | wer den Rollator oft ins Auto oder über Stufen hebt |
| Indoor-Rollator | 5 bis 7 kg | 130 bis 260 € | schmal, wendig, oft mit Tablett und Korb | für die Wohnung, wenn draußen ein zweiter Rollator steht |
| Outdoor-Rollator | 7 bis 10 kg | 300 bis 700 € | große Räder, teils Luftreifen, lange Bremshebel | Kopfsteinpflaster, Waldwege, Spaziergänge |
| XXL und Unterarmstütze | 8 bis 12 kg | 450 bis 750 € | bis 200 kg belastbar oder Abstützen auf den Unterarmen | hohes Körpergewicht, Arthrose, Schwäche in den Händen |
| Geländerollator, Rollator mit Rollstuhlfunktion | 10 kg und mehr | 1.000 bis 1.600 € | Sport, unbefestigte Wege, Umbau zum Rollstuhl für längere Strecken | Sonderfälle |
Gewichte und Preisspannen nach Stiftung Warentest (Heft 9/2025, Leichtgewichte 160 bis 556 Euro, Standardmodelle unter 100 Euro, Carbon gut 5 Kilo) und den Sortimenten von Online-Händlern, Stand Oktober 2026. Die Belastbarkeit liegt bei den meisten Modellen bei 130 bis 150 Kilo, XXL-Modelle tragen bis 200 Kilo.
Was ein Rollator kostet: drei Wege
1. Auf Rezept über die Krankenkasse. Der Arzt verordnet den Rollator, das Sanitätshaus liefert ein Standardmodell, oft als aufbereitete Leihgabe. Du zahlst die gesetzliche Zuzahlung nach § 61 SGB V: 10 Prozent des Preises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Mehr nicht. Was dafür nötig ist und wie der Antrag läuft, steht auf der Seite Rollator auf Rezept.
2. Auf Rezept mit Aufzahlung. Reicht dir das Standardmodell nicht, kannst du im Sanitätshaus ein leichteres wählen. Die Kasse zahlt ihre Pauschale, den Rest trägst du als Mehrkosten nach § 33 Abs. 1 Satz 9 SGB V. Sanitätshäuser nennen für ein Leichtgewicht typischerweise 100 bis 300 Euro Aufzahlung. Der Rollator gehört dann dir.
3. Selbst kaufen. Online oder im Sanitätshaus ohne Rezept. Das lohnt sich, wenn die Kasse ein bestimmtes Modell ablehnt, wenn du einen zweiten Rollator für draußen willst oder wenn der Online-Preis unter der Aufzahlung liegt. Nachteil: kein Probefahren, keine Einweisung, keine Reparatur über die Kasse. Was die Shops bieten, vergleicht die Seite Rollator kaufen.
Ein Festbetrag wie bei Hörgeräten oder Einlagen existiert für Rollatoren nicht; die Kassen zahlen die Preise, die sie mit den Sanitätshäusern vereinbart haben, und diese Pauschalen unterscheiden sich je nach Kasse und Region. Ab 2027 zahlen die Kassen den Sanitätshäusern 3 Prozent weniger auf diese Pauschalen; deine Zuzahlung bleibt, Aufzahlungen darfst du ablehnen: Hilfsmittel-Abschlag 2027.
Worauf du beim Rollator achten solltest
- Griffhöhe: Steht die Person aufrecht mit hängenden Armen, sollen die Griffe auf Höhe der Handgelenke sein. Die Höhe muss sich ohne Werkzeug verstellen lassen.
- Bremsen: Hebel, die sich mit wenig Kraft ziehen lassen, und eine Feststellbremse, die den Rollator beim Hinsetzen sicher hält. Stiftung Warentest prüft, ob sich die Bremse ohne Werkzeug nachstellen lässt; das solltest du auch.
- Falten: Leichtgewichte falten sich längs und bleiben gefaltet stehen, Standardmodelle quer; die kippen gefaltet leichter um und brauchen mehr Platz im Kofferraum.
- Breite: Mit 60 Zentimetern passt ein Rollator durch die meisten Innentüren; Altbauwohnungen und Bäder sind oft enger, also vorher messen.
- Sitz und Rückengurt: Für Pausen unterwegs. Beim Indoor-Rollator verzichten viele darauf, dafür gibt es Tablett und Korb.
- Räder: Für die Wohnung reichen kleine Räder, draußen sollten es mindestens 20 Zentimeter sein; Luftreifen federn Kopfsteinpflaster ab, müssen aber aufgepumpt werden.
- Gewicht: Entscheide nach der Person, die hebt. Wer den Rollator allein über den Bordstein oder in den Kofferraum bringt, braucht ein Leichtgewicht.
Stiftung Warentest 2025: Kassenmodelle enttäuschen
Die Stiftung Warentest hat im Heft 9/2025 elf Rollatoren geprüft: acht Leichtgewichte aus Aluminium oder Carbon für 160 bis 556 Euro und drei Standardmodelle aus Stahl für unter 100 Euro. Bewertet wurden die Nutzung in der Wohnung und im Freien (je 30 Prozent), die Handhabung (30 Prozent) sowie Sicherheit und Stabilität (10 Prozent), dazu Schadstoffe, Bremsen auf nassem und trockenem Boden, Kippsicherheit und Dauerbelastung.
Das Ergebnis in einem Satz: Die Leichtgewichte überzeugten fast alle, die günstigen Standardmodelle nicht. Die Stahlrollatoren verlangen mehr Kraft, vibrieren auf holprigen Wegen stark, und das schwerste Modell wiegt über 9 Kilo, am Bordstein muss es komplett angehoben werden. In den Griffen von zwei Modellen (Drive Medical Cristallo und B+B Capero) fand das Labor krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe; eine akute Gefahr sieht die Stiftung nicht, bei dauerhaftem Hautkontakt aber ein Risiko. Die Einzelnoten stehen kostenpflichtig auf test.de.
Für die Praxis heißt das: Wer den Rollator täglich draußen nutzt oder ihn heben muss, ist mit einem Leichtgewicht besser bedient, auch wenn es Aufzahlung kostet. Für die Wohnung oder gelegentliche Wege zum Briefkasten reicht das Kassenmodell.
Zubehör, das sich lohnt
Rollatortasche oder Korb (meist dabei), Stockhalter, Rückengurt, Schirmhalter für den Regenschirm, Reflektoren oder Licht für den Winter, ein Tablett für die Wohnung. Zubehör zahlt die Kasse nicht, es kostet je Teil meist 10 bis 40 Euro. Teure Sonderausstattung wie Einhandbremse oder Unterarmauflagen lohnt nur bei konkretem Bedarf, etwa bei Arthrose in den Händen.
Wo du einen Rollator kaufen kannst
Online-Shops liefern Leichtgewichte und Carbon-Modelle oft günstiger als das Sanitätshaus vor Ort, dafür ohne Probefahrt. Kauf auf Rezept bieten die hier gelisteten Shops nicht an; dafür gehst du ins Sanitätshaus mit Kassenvertrag.

Senior24
Online-ShopBreites Sortiment vom günstigen Indoor-Modell bis zum Carbon- und Geländerollator, Lieferung fertig montiert, langes Rückgaberecht. Kein Kauf auf Rezept, die Kasse beteiligt sich hier nicht.
- Preise: Rollatoren von rund 136 bis 1.555 €, Leichtgewichte ab rund 177 €, Carbon ab rund 437 €
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- Rückgabe: 365 Tage Rückgaberecht laut Shop
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- Für wen geeignet: Wer ein leichtes oder besonderes Modell will, das die Kasse nicht stellt, und bequem nach Hause geliefert haben möchte.
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Online-SanitätshausOnline-Sanitätshaus mit Kategorien für Leichtgewicht-, Carbon- und Indoor-Rollatoren; laut eigener Angabe kein Rollatorkauf auf Rezept möglich, nur Selbstkauf.
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- Sitz: Sanitäts Online SO GmbH, Deutschland
- Für wen geeignet: Wer nach Bauart sortiert vergleichen will und den Rollator selbst bezahlt.
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Das solltest du jetzt tun
- Beim Hausarzt ein Rezept holen, wenn Gehen unsicher geworden ist. Das Rezept kostet nichts und sichert dir das Standardmodell.
- Im Sanitätshaus probefahren, Standardmodell und Leichtgewicht nebeneinander. Die Aufzahlung erfragen.
- Gewicht und Türen messen, bevor du dich entscheidest.
- Bei Sturzgefahr den Hausnotruf prüfen: Ab Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse bis zu 27 Euro im Monat, siehe Hausnotruf.
- Pflegegrad beantragen, wenn neben dem Gehen auch Waschen, Anziehen oder Haushalt schwerfallen: Pflegegrad beantragen. Für den Rollator selbst ist er nicht nötig.
Alle Hilfsmittel und Zuschüsse im Überblick stehen auf der Seite Hilfsmittel und Wohnen.
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Rollator auf Rezept: Der Arzt verordnet, die Krankenkasse stellt ein Standardmodell, du zahlst 5 bis 10 Euro zu. Ohne Pflegegrad, Aufzahlung für Leichtgewichte, Ablauf.
- Rollator kaufen 2026: Vergleich nach Gewicht, Einsatzort und Preis, was Stiftung Warentest fand
Rollator kaufen: Leichtgewicht, Carbon, Indoor oder Outdoor, Preise von 70 bis 1.500 Euro, Stiftung Warentest 2025, gebraucht kaufen, Online-Shop oder Sanitätshaus.
Häufige Fragen
Quellen
- § 33 SGB V: Hilfsmittel (Anspruch, Mehrkosten Abs. 1 Satz 9, leihweise Überlassung Abs. 5, Verordnung Abs. 5a, Vertragspartner Abs. 6) (Stand 2026-10-11)
- § 61 SGB V: Zuzahlungen (10 Prozent, mindestens 5, höchstens 10 Euro) (Stand 2026-10-11)
- GKV-Spitzenverband: Festbeträge für Hilfsmittel (derzeit nur Einlagen, Hörhilfen, ableitende Inkontinenzhilfen, Kompressionstherapie) (Stand 2025-03-06)
- Stiftung Warentest: Rollatoren im Test, Heft 9/2025 (Pressemitteilung vom 26.08.2025 und freie Übersicht) (Stand 2025-09-24)
- GKV-Spitzenverband: Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 10 Gehhilfen, Untergruppe 10.50.04 Rollatoren (Bekanntmachung vom 27.02.2026) (Stand 2026-02-27)
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Zuletzt aktualisiert
21.10.2026
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