Hilfsmittel & Wohnen
Hilfsmittel und Wohnen 2026: Was die Pflegekasse zahlt, was auf Rezept geht
Mit Pflegegrad stehen dir drei Finanzierungswege für Hilfsmittel offen: Pflegehilfsmittel zum Verbrauch für 42 Euro im Monat als Pflegebox, ein Zuschuss von bis zu 4.180 Euro je Umbaumaßnahme für Treppenlift oder Badumbau und 27 Euro monatlich zum Hausnotruf. Technische Hilfsmittel wie Rollator, Pflegebett oder Badewannenlift zahlt die Krankenkasse auf Rezept, unabhängig vom Pflegegrad. Alle Wege lassen sich kombinieren.
Themen in diesem Bereich
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Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen: welche Umbauten die Pflegekasse mit bis zu 4.180 Euro bezuschusst, was nicht zählt, wie oft es Geld gibt, auch für den Umzug.
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Hilfsmittel entscheiden darüber, ob jemand zu Hause bleiben kann: ein Treppenlift, damit das Schlafzimmer im Obergeschoss erreichbar bleibt, ein Pflegebett, damit die Pflegeperson ihren Rücken schont, ein Hausnotruf, damit ein Sturz nicht stundenlang unbemerkt bleibt. Die Finanzierung ist auf mehrere Kassen und Paragrafen verteilt, und genau das macht sie unübersichtlich. Diese Säule ordnet die Themen: Was die Pflegekasse zahlt, was die Krankenkasse auf Rezept übernimmt und wo du bei welchem Bedarf anfängst.
Drei Wege zur Finanzierung
| Weg | Rechtsgrundlage | Betrag | Voraussetzung | Beispiele |
|---|---|---|---|---|
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | § 40 Abs. 2 SGB XI | 42 € im Monat | Pflegegrad 1 bis 5, häusliche Pflege | Handschuhe, Bettschutz, Desinfektion als Pflegebox |
| Technische Pflegehilfsmittel | § 40 Abs. 1 und 3 SGB XI | leihweise oder gegen Zuzahlung (10 %, höchstens 25 €) | Pflegegrad 1 bis 5 | Pflegebett, Hausnotruf (Basisleistung bis 27 € im Monat, Vertragspreis der Kassen), Lagerungshilfen |
| Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen | § 40 Abs. 4 SGB XI | bis 4.180 € je Maßnahme, bis 16.720 € bei vier Personen im Haushalt | Pflegegrad 1 bis 5 | Treppenlift, bodengleiche Dusche, Türverbreiterung, Rampe |
| Hilfsmittel auf Rezept | § 33 SGB V | Kassenpreis abzüglich Zuzahlung (10 %, mindestens 5 und höchstens 10 € je Hilfsmittel; Verbrauchsartikel höchstens 15 € im Monat) | ärztliche Verordnung, kein Pflegegrad nötig | Rollator, Rollstuhl, Toilettenstuhl, Badewannenlift, Inkontinenzmaterial |
Die Beträge der Pflegekasse gelten seit dem 1. Januar 2025 und 2026 unverändert, bestätigt durch die Übersicht der Leistungsbeträge 2026 des Bundesgesundheitsministeriums (Stand 4. November 2025). Die vollständige Übersicht aller Leistungen je Pflegegrad findest du auf der Leistungstabelle.
Die Themen dieser Säule
Pflegehilfsmittel und Pflegebox
Der einfachste Einstieg: 42 Euro im Monat für Verbrauchsmaterial, ab Pflegegrad 1, ohne Rezept, direkt vom Anbieter mit der Kasse abgerechnet. Viele Familien kennen diesen Anspruch nicht.
- Pflegehilfsmittel: Überblick über alle Arten, Abgrenzung zur Krankenkasse, Zuzahlung.
- Pflegehilfsmittel-Liste: alle erstattungsfähigen Produkte der Produktgruppe 54.
- Pflegebox: Anspruch, Inhalt, Wechsel, Kritik.
- Pflegebox beantragen: Antrag auf Kostenübernahme in fünf Schritten.
- Pflegebox-Anbieter im Vergleich: sechs Versender nach fünf Kriterien.
- Pflegehilfsmittel auszahlen lassen: was bei gesetzlicher und privater Versicherung geht.
Treppenlift
Die teuerste Einzelanschaffung im Pflegehaushalt und zugleich die mit dem größten Zuschuss: bis 4.180 Euro je Maßnahme, bei zwei Pflegebedürftigen im Haushalt das Doppelte. Preise reichen von rund 3.000 Euro für einen gebrauchten Sitzlift an gerader Treppe bis über 15.000 Euro für Kurven- oder Plattformlifte.
- Treppenlift: Arten, Voraussetzungen, Ablauf von der Beratung bis zum Einbau.
- Treppenlift-Kosten: Preisspannen nach Treppenform, Einbau, Wartung.
- Treppenlift-Zuschuss der Pflegekasse: Antrag vor dem Kauf, Kostenvoranschlag, Kombination mit KfW.
- Treppenlift mieten und Treppenlift gebraucht: wann sich das lohnt.
- Mobiler Treppenlift ohne Installation: Treppensteiger und Alternativen.
- Treppenlift-Anbieter im Vergleich: Hersteller, Händler, Angebote einholen.
Hausnotruf
Für alleinlebende Menschen ab Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse 27 Euro im Monat zum Basistarif eines Hausnotrufs. Die Anbieter unterscheiden sich bei Zusatzleistungen, Vertragslaufzeit und der Frage, wer im Notfall kommt.
- Hausnotruf: Funktion, Anspruch, Antrag über den Anbieter.
- Hausnotruf-Kosten: Basis- und Komforttarife, Eigenanteil nach Zuschuss.
- Hausnotruf-Anbieter im Vergleich: Wohlfahrtsverbände und private Anbieter.
Badumbau und Wohnumfeld
Bodengleiche Dusche, Haltegriffe, Türverbreiterung, Rampe: Alles, was die Wohnung an die Pflege anpasst, fällt unter die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Der Zuschuss von bis zu 4.180 Euro gilt je Maßnahme, wobei die Kasse mehrere gleichzeitig beantragte Umbauten als eine Maßnahme zählt. Wichtig: Antrag vor Baubeginn, mit Kostenvoranschlag. Verschlechtert sich die Pflegesituation später, ist ein neuer Zuschuss möglich.
- Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen: Beispiele, was nicht zählt, wie oft, Umzug.
- Badumbau: Umbauarten, Richtpreise, Anbieter, Ablauf.
- Badumbau-Zuschuss der Pflegekasse: Voraussetzungen, wie oft, Antrag, Mieter, Steuer.
- Badumbau-Zuschuss-Rechner: Zuschuss, Eigenanteil und Steuerermäßigung für dein Angebot.
Rollator, Pflegebett und weitere Hilfsmittel auf Rezept
Rollator, Rollstuhl, Toilettenstuhl, Badewannenlift, Toilettensitzerhöhung und Inkontinenzmaterial sind Hilfsmittel der Krankenkasse nach § 33 SGB V. Der Hausarzt verordnet, das Sanitätshaus liefert, die Zuzahlung beträgt 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Hilfsmittel, bei Verbrauchsmaterial wie Inkontinenzvorlagen 10 Prozent und höchstens 15 Euro im Monat. Ein Pflegegrad ist nicht nötig, das macht diesen Weg zum schnellsten in der Akutphase. Wie du den Rollator auf Rezept bekommst, was die Kasse zahlt und wann sich der Kauf eines Leichtgewichts lohnt, steht auf der Seite Rollator auf Rezept. Für Inkontinenzeinlagen, Vorlagen und Pants gilt dasselbe Prinzip mit einer eigenen Zuzahlungsregel: Bauarten, Saugstärke und Kostenwege erklärt der Inkontinenz-Überblick, Preise und Marken die Seite Inkontinenzeinlagen kaufen.
Das Pflegebett ist ein Sonderfall: Es kann Hilfsmittel der Krankenkasse sein, wenn es medizinisch nötig ist, oder technisches Pflegehilfsmittel der Pflegekasse, wenn es die Pflege erleichtert. In beiden Fällen wird es meist leihweise gestellt. Die Seiten zu Rollator, Pflegebett, Aufstehhilfe und Toilettenstuhl folgen in Phase 2 und 3. Bis dahin: Rezept beim Hausarzt, Verordnung mit Hilfsmittelnummer, Abgabe über ein Sanitätshaus mit Kassenvertrag.
Wo du anfängst
Frischer Pflegefall, noch kein Pflegegrad: Hausarzt um Rezepte für Rollator, Toilettensitzerhöhung oder Duschhocker bitten, das geht sofort. Parallel den Pflegegrad beantragen, denn jeder Monat Verzögerung kostet die Pflegebox und den Hausnotruf-Zuschuss. Eine erste Einschätzung gibt der Pflegegrad-Rechner.
Pflegegrad liegt vor: Pflegebox beantragen, bei alleinlebenden Personen Hausnotruf einrichten, dann die Wohnung prüfen: Treppe, Bad, Türbreiten, Schwellen. Für jeden Umbau vor Baubeginn den Zuschuss beantragen.
Pflege wird schwerer: Pflegebett und Lagerungshilfen leihweise über die Pflegekasse, Höherstufung prüfen, Umbauzuschuss erneut beantragen, wenn sich die Situation verändert hat.
Hinweis: Zwei Regeln sparen viel Geld: Der Zuschuss für Umbauten setzt einen Antrag vor Baubeginn voraus, wer erst umbaut und dann fragt, bekommt in der Regel nichts. Und Hilfsmittel auf Rezept der Krankenkasse brauchen keinen Pflegegrad.
Das solltest du jetzt tun
- Pflegegrad klären oder beantragen, Anleitung auf Pflegegrad beantragen.
- Pflegebox beantragen, Anleitung auf Pflegebox beantragen.
- Hausnotruf bei alleinlebenden Personen einrichten, Überblick auf Hausnotruf.
- Wohnung prüfen und Umbauten vor Baubeginn beantragen, Anleitung auf Treppenlift-Zuschuss.
- Rezepte für Rollator, Toilettenstuhl oder Badewannenlift beim Hausarzt einholen.
- Weitere Leistungen wie den Entlastungsbetrag und die Verhinderungspflege ausschöpfen.