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Hilfsmittel & Wohnen

Pflegehilfsmittel-Liste 2026: alle Produkte zum Verbrauch und technischen Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind abschließend in Produktgruppe 54 des Hilfsmittelverzeichnisses geregelt: saugende Bettschutzeinlagen, Fingerlinge, Einmalhandschuhe, Mundschutz, Schutzschürzen, Händedesinfektion und Flächendesinfektion, zusammen bis 42 Euro im Monat ohne Zuzahlung. Technische Pflegehilfsmittel stehen in den Produktgruppen 50 bis 53: Pflegebetten und Zubehör, waschbare Bettschutzeinlagen, Urinflaschen und Steckbecken, Hausnotruf sowie Lagerungshilfen, meist leihweise oder mit 10 Prozent Zuzahlung bis 25 Euro. Inkontinenzmaterial, Rollator und Badhilfen stehen nicht auf der Liste, sie zahlt die Krankenkasse mit Rezept.

Pflegehilfsmittel-Liste: erstattungsfähige Produkte als Checkliste auf einem Klemmbrett

Welche Produkte du für die 42 Euro im Monat bekommst und welche Geräte die Pflegekasse zusätzlich stellt, steht abschließend im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands, Produktgruppen 50 bis 54. Diese Seite fasst die Liste in vier Tabellen zusammen: Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, technische Pflegehilfsmittel, Produkte, die häufig verwechselt werden, und die Zuzahlungen. Die Beträge stammen aus § 40 SGB XI, Stand 1. Januar 2025, und gelten 2026 unverändert (Übersicht der Leistungsbeträge 2026 des Bundesgesundheitsministeriums). Was Pflegehilfsmittel grundsätzlich sind und wie der Antrag läuft, erklärt die Seite Pflegehilfsmittel.

Liste 1: Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Produktgruppe 54, 42 Euro im Monat)

Anspruch: Pflegegrad 1 bis 5, häusliche Pflege, bis 42 Euro im Monat, keine Zuzahlung, kein Rezept (§ 40 Abs. 2 SGB XI). Nicht genutzte Beträge verfallen am Monatsende.

Produkt Untergruppe im Verzeichnis Wofür Richtwert Handelspreis (Stand 2025)
Saugende Bettschutzeinlagen, Einmalgebrauch 54.45 Schutz von Matratze und Bettwäsche bei Inkontinenz, meist 60 × 90 cm 25 Stück ca. 8 bis 15 Euro
Fingerlinge 54.99 Schutz einzelner Finger bei Salbenauftrag oder Wundkontakt 100 Stück ca. 3 bis 6 Euro
Einmalhandschuhe (Nitril, Latex, Vinyl) 54.99 Hygiene bei Körperpflege, Inkontinenzversorgung, Wundpflege 100 Stück ca. 5 bis 12 Euro
Mundschutz (medizinische Gesichtsmasken) 54.99 Infektionsschutz bei Erkältung, geschwächtem Immunsystem 50 Stück ca. 3 bis 8 Euro
FFP2-Masken 54.99 stärkerer Infektionsschutz für die Pflegeperson k. A.
Schutzschürzen, Einmalgebrauch 54.99 Kleidungsschutz bei Körperpflege 100 Stück ca. 5 bis 10 Euro
Schutzschürzen, wiederverwendbar 54.99 textile oder beschichtete Schürze, waschbar 1 Stück ca. 8 bis 20 Euro
Schutzservietten zum Einmalgebrauch (früher Einmallätzchen) 54.99 Kleidungsschutz beim Essen, flüssigkeitsdicht, mindestens 35 × 65 cm k. A.
Händedesinfektionsmittel 54.99 Händehygiene vor und nach der Pflege 500 ml ca. 4 bis 8 Euro
Flächendesinfektionsmittel 54.99 Desinfektion von Nachttisch, Toilettenstuhl, Pflegebett 500 ml Sprüh ca. 4 bis 9 Euro, 1 l Konzentrat ca. 10 bis 20 Euro

Die Untergruppennummern sind zur Orientierung angegeben; verbindlich ist die zehnstellige Positionsnummer im Verzeichnis. Die Liste ist abschließend (Stand der Produktgruppe 54 vom 19.03.2025): Produkte, die hier nicht stehen, werden aus den 42 Euro nicht bezahlt, auch wenn ein Anbieter sie in seine Box legt. Wiederverwendbare, waschbare Bettschutzeinlagen gehören nicht dazu: Sie stehen als technisches Pflegehilfsmittel in Produktgruppe 51 und werden gesondert beantragt, siehe Liste 2.

Was die 42 Euro typischerweise decken

Ein Monatsbedarf bei Inkontinenz und täglicher Körperpflege durch Angehörige sieht als Beispiel so aus (Richtwerte):

Position Menge Richtwert
Einmalhandschuhe Nitril, Größe M 200 Stück 14 €
Bettschutzeinlagen 60 × 90 cm 25 Stück 12 €
Händedesinfektion 500 ml 6 €
Flächendesinfektion 500 ml 6 €
Mundschutz 20 Stück 3 €
Summe 41 €

Wer mehr braucht, etwa 400 Handschuhe im Monat bei Pflegegrad 4 oder 5, zahlt den Rest selbst oder deckt ihn über den Entlastungsbetrag nicht ab, denn der ist für Dienstleistungen bestimmt, nicht für Produkte. Was du beim Zusammenstellen einer Box beachten solltest, steht auf der Seite Pflegebox, der Ablauf auf Pflegebox beantragen.

Liste 2: Technische Pflegehilfsmittel (Produktgruppen 50 bis 53)

Anspruch: Pflegegrad 1 bis 5, häusliche Pflege. Die Pflegekasse stellt technische Pflegehilfsmittel vorrangig leihweise (§ 40 Abs. 3 SGB XI), dann ohne Zuzahlung. Bei Kauf beträgt die Zuzahlung 10 Prozent, höchstens 25 Euro je Pflegehilfsmittel; unter 18 Jahren entfällt sie. Kein Rezept nötig, Antrag bei der Pflegekasse; die Empfehlung einer Pflegefachkraft (nicht älter als zwei Wochen) legst du dem Antrag bei, dann wird die Notwendigkeit vermutet (§ 40 Abs. 6 SGB XI).

Produktgruppe Produkt Wofür Üblich Zuzahlung
50 Erleichterung der Pflege Pflegebett, elektrisch verstellbar Höhenverstellung, Rückenlehne, Beinteil, Seitensicherung Leihe mit Lieferung und Aufbau keine bei Leihe
50 Pflegebett-Einlegerahmen verstellbarer Rahmen für das eigene Bett Leihe keine bei Leihe
50 Bettzubehör: Aufrichter (Bettgalgen), Seitengitter, Rückenstütze Aufsetzen, Sturzschutz, Sitzposition Leihe oder Kauf 10 %, höchstens 25 € bei Kauf
50 Pflegebett-Tisch Essen und Lesen im Bett Leihe oder Kauf 10 %, höchstens 25 € bei Kauf
50 Aufrichthilfen, Bettleiter, Aufstehhilfen am Bett selbstständiges Aufrichten Kauf 10 %, höchstens 25 €
50 Spezielle Pflegebett-Matratze zum Pflegebett gehörend Leihe keine
51 Körperpflege und Hygiene Waschbare Bettschutzeinlagen (Mehrfachgebrauch) Matratzenschutz, waschbar Kauf 10 %, höchstens 25 €
51 Urinflaschen, Urinflaschenhalter Toilettengang im Bett Kauf 10 %, höchstens 25 €
51 Steckbecken, Bettpfannen Toilettengang im Bett Kauf 10 %, höchstens 25 €
51 Kopfwaschsysteme, Ganzkörperwaschsysteme für das Bett Haarwäsche und Körperpflege bettlägeriger Personen Kauf oder Leihe 10 %, höchstens 25 € bei Kauf
52 Selbstständigere Lebensführung Hausnotrufsystem (Basisgerät und Funksender) Notruf per Knopfdruck an eine Zentrale Dienstleistung, monatlich Basisleistung bis 27 € im Monat von der Pflegekasse (Vertragspreis, kein Gesetzesbetrag), Rest und Zusatzleistungen selbst
53 Linderung von Beschwerden Lagerungsrollen, Lagerungshalbrollen, Lagerungskissen Positionierung, Druckentlastung, Kontrakturprophylaxe Kauf 10 %, höchstens 25 €

Die Produktgruppen 50 bis 53 werden im Verzeichnis regelmäßig ergänzt. Vor dem Antrag lohnt der Blick in die Online-Fassung des GKV-Spitzenverbands, ob ein Produkt aktuell gelistet ist. Was du beim Hausnotruf beachten solltest, steht auf der Seite Hausnotruf.

Liste 3: Was oft verwechselt wird (Hilfsmittel der Krankenkasse)

Diese Produkte werden häufig als Pflegehilfsmittel beantragt, sind aber Hilfsmittel der Krankenkasse nach § 33 SGB V. Sie brauchen ein Rezept, gibt es auch ohne Pflegegrad, und die Zuzahlung beträgt 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Hilfsmittel (§ 61 SGB V); bei Verbrauchsprodukten wie Inkontinenzmaterial 10 Prozent des Kassenbetrags, höchstens 15 Euro für den Monatsbedarf (§ 33 Abs. 8 SGB V).

Produkt Produktgruppe Krankenkasse Kostenträger Weg
Inkontinenzvorlagen, Windelhosen, Einlagen, Kondomurinale 15 Inkontinenzhilfen Krankenkasse Rezept, Vertragslieferant der Kasse, monatliche Pauschale
Rollator, Gehstock, Unterarmgehstützen 10 Gehhilfen Krankenkasse Rezept, Sanitätshaus
Rollstuhl, Elektrorollstuhl 18 Kranken- und Behindertenfahrzeuge Krankenkasse Rezept, meist Leihe
Duschhocker, Badewannenlifter, Badewannenbrett, Haltegriffe 04 Badehilfen Krankenkasse Rezept
Toilettensitzerhöhung, Toilettenstuhl 33 Toilettenhilfen Krankenkasse Rezept
Anti-Dekubitus-Matratze, Sitzkissen 11 Hilfsmittel gegen Dekubitus Krankenkasse Rezept, oft Leihe
Pflegebett ohne Pflegegrad 19 Krankenpflegeartikel Krankenkasse Rezept bei medizinischer Notwendigkeit
Hörgerät, Brille, Kompressionsstrümpfe 13, 25, 17 Krankenkasse Rezept
Treppenlift, Badumbau, Türverbreiterung keine Produktgruppe Pflegekasse als Wohnumfeldverbesserung, § 40 Abs. 4 SGB XI, bis 4.180 Euro je Maßnahme Antrag vor Beginn, siehe Treppenlift
Mobiler Treppensteiger 18 Krankenkasse Rezept, Leihe

Der Treppenlift ist der Sonderfall: Er ist weder Hilfsmittel noch Pflegehilfsmittel, sondern eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme mit eigenem Zuschuss. Details auf der Seite Treppenlift.

Pflegehilfsmittel-Preisliste 2026: Was die 42 Euro im Handel wert sind

Eine amtliche Preisliste gibt es nicht. Die Pflegekasse zahlt den Anbietern Vertragspreise bis zur Pauschale von 42 Euro, deshalb hängt die Menge in der Pflegebox vom Anbieter ab. Als Maßstab helfen Handelspreise von Versandapotheken (Stichprobe vom 18. Oktober 2026, je nach Marke und Apotheke):

Produkt Packung Handelspreis Je Stück
Nitril-Einmalhandschuhe 100 Stück 5,93 bis 14,79 € 6 bis 15 Cent
Vinyl-Einmalhandschuhe 100 Stück 5,59 bis 7,89 € 6 bis 8 Cent
Händedesinfektion (Sterillium) 500 ml 6,16 bis 9,19 € –
Flächendesinfektion (Bacillol AF) 500 ml 4,99 bis 7,29 € –
Saugende Bettschutzeinlagen 60 × 90 cm 25 Stück 9,49 bis 31,77 € 38 Cent bis 1,27 €
Schutzservietten 100 Stück 11,89 bis 15,74 € 12 bis 16 Cent
FFP2-Masken 10 Stück 2,65 bis 2,98 € 27 bis 30 Cent

Eine typische Monatsbox mit 200 Nitrilhandschuhen, 25 Bettschutzeinlagen und je einer Flasche Hände- und Flächendesinfektion kostet im Handel damit rund 33 bis 78 Euro. Wer mehr braucht, kauft selbst dazu; wer bei Pflegegrad 1 bis 5 die Box noch nicht nutzt, verschenkt jeden Monat bis zu 42 Euro.

Zuzahlungen im Vergleich

Kostenträger Leistung Zuzahlung
Pflegekasse Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (PG 54) keine, bis 42 Euro im Monat
Pflegekasse Technische Pflegehilfsmittel, leihweise keine
Pflegekasse Technische Pflegehilfsmittel, Kauf 10 %, höchstens 25 Euro je Hilfsmittel, unter 18 keine
Pflegekasse Hausnotruf Basisleistung bis 27 Euro im Monat von der Kasse, Rest selbst
Krankenkasse Hilfsmittel (§ 33 SGB V) 10 %, mindestens 5, höchstens 10 Euro je Hilfsmittel
Krankenkasse Verbrauchshilfsmittel wie Inkontinenzmaterial 10 % des Kassenbetrags, höchstens 15 Euro für den Monatsbedarf (§ 33 Abs. 8 SGB V)

Zuzahlungen der Krankenkasse zählen zur Belastungsgrenze von 2 Prozent des Bruttoeinkommens, bei chronisch Kranken 1 Prozent; danach ist eine Befreiung möglich. Zuzahlungen der Pflegekasse zählen nicht dazu.

Beispiel

Die Personen in diesem Beispiel sind erfunden, die Beträge und Regeln sind echt (Stand 2025/2026).

Frau L., 88, Pflegegrad 4, lebt bei ihrer Tochter. Sie ist bettlägerig und inkontinent. Die Tochter lässt sich beim Beratungseinsatz beraten und stellt die Anträge nach den Listen dieser Seite.

Bedarf Liste Kostenträger Ergebnis
300 Handschuhe, 30 Bettschutzeinlagen, Desinfektion Liste 1 Pflegekasse, 42 Euro Pflegebox monatlich, rund 4 Euro Zuzahlung wegen Mehrbedarf an Handschuhen (Richtwert)
Pflegebett mit Aufrichter und Matratze Liste 2, PG 50 Pflegekasse, Leihe keine Zuzahlung
Lagerungsrolle und zwei Lagerungskissen Liste 2, PG 53 Pflegekasse, Kauf 10 %, zusammen etwa 12 Euro
Hausnotruf für die Stunden, in denen die Tochter arbeitet Liste 2, PG 52 Pflegekasse, 27 Euro im Monat Grundgebühr des Anbieters gedeckt (Richtwert), Zusatzleistung Schlüsselsafe selbst
Inkontinenzvorlagen Liste 3, PG 15 Krankenkasse, Rezept Monatspauschale, 10 Prozent Zuzahlung, höchstens 15 Euro im Monat, Befreiung beantragt
Anti-Dekubitus-Matratze Liste 3, PG 11 Krankenkasse, Rezept Leihe, 10 Euro Zuzahlung einmalig

Hinweis: Nimm diese Seite ausgedruckt zum Beratungseinsatz mit. Die Pflegefachkraft kann alle Produkte der Listen 1 und 2 direkt empfehlen; legst du die Empfehlung deinem Antrag bei, muss die Kasse die Notwendigkeit nicht mehr prüfen (§ 40 Abs. 6 SGB XI). Für Liste 3 brauchst du die Hausärztin.

Das solltest du jetzt tun

  1. Pflegegrad klären. Alle Produkte der Listen 1 und 2 setzen einen Pflegegrad voraus. Ob ein Antrag aussichtsreich ist, zeigt der Pflegegrad-Rechner.
  2. Liste 1 als Pflegebox beantragen, über einen Anbieter oder direkt bei der Kasse: Pflegebox beantragen. Anbieter vergleichen: Pflegebox-Anbieter im Vergleich.
  3. Liste 2 beim Beratungseinsatz empfehlen lassen oder formlos bei der Pflegekasse beantragen. Grundlagen auf Pflegehilfsmittel.
  4. Liste 3 per Rezept bei der Hausärztin verordnen lassen und Befreiung von Zuzahlungen prüfen.
  5. Selbst gekaufte Produkte erstatten lassen, falls du keine Box möchtest: Pflegehilfsmittel auszahlen lassen. Alle weiteren Hilfen für Wohnung und Alltag findest du auf der Seite Hilfsmittel & Wohnen.

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