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Hilfsmittel & Wohnen

Hausnotruf beantragen 2026: Antrag bei der Pflegekasse in vier Schritten, Fristen, Mustertext

Den Hausnotruf beantragst du bei der Pflegekasse, nicht beim Arzt. Voraussetzung sind ein Pflegegrad von 1 bis 5, ein Leben allein oder über weite Teile des Tages allein und ein Gesundheitszustand, bei dem du im Notfall mit dem Telefon keine Hilfe rufen könntest. Der einfachste Weg führt über den Anbieter: Er füllt das Formular mit dir aus, reicht es ein und rechnet die 27 Euro im Monat direkt mit der Kasse ab. Die Kasse muss innerhalb von drei Wochen entscheiden, bei Einschaltung des Medizinischen Dienstes innerhalb von fünf; schweigt sie, gilt der Antrag als bewilligt.

Hausnotruf beantragen: Antragsformular mit Stift vor Hügeln und Sonne

Voraussetzungen: Wer den Hausnotruf bezahlt bekommt

Der Hausnotruf ist ein technisches Pflegehilfsmittel (§ 40 SGB XI, Produktart 52.40.01.1 des Pflegehilfsmittelverzeichnisses). Die Pflegekasse übernimmt ihn, wenn vier Dinge zusammenkommen:

  • Ein Pflegegrad, mindestens Pflegegrad 1. Die Höhe des Pflegegrads spielt für den Zuschuss keine Rolle.
  • Du lebst zu Hause, also nicht im Pflegeheim. Betreutes Wohnen und die eigene Wohnung bei Angehörigen zählen als zu Hause.
  • Du bist allein oder über weite Teile des Tages allein. So formuliert es das Pflegehilfsmittelverzeichnis. Der Anspruch besteht auch, wenn du mit jemandem zusammenlebst, der im Notfall selbst keinen Hilferuf absetzen kann.
  • Du könntest im Notfall mit einem normalen Telefon keine Hilfe rufen, und dein Gesundheitszustand lässt eine solche Notsituation jederzeit erwarten. Typische Gründe: Stürze in der Vergangenheit, Schwindel, Herz- oder Kreislauferkrankungen, Epilepsie, Diabetes mit Unterzuckerungen, starke Bewegungseinschränkungen.

Eine ärztliche Verordnung brauchst du nicht. Die Pflegekasse kann die Notwendigkeit prüfen lassen, durch eine Pflegefachperson oder den Medizinischen Dienst; bei einem klaren Antrag passiert das selten.

Ohne Pflegegrad zahlt die Kasse nichts. Dann ist der erste Schritt der Antrag auf einen Pflegegrad; den eigenen Stand schätzt der Pflegegrad-Rechner. Was du bis dahin als Selbstzahler zahlst, steht auf der Seite Hausnotruf ohne Pflegegrad.

Was die Pflegekasse zahlt

Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse seit dem 1. April 2026 27 Euro im Monat für den Basistarif, bei gewerblichen Anbietern zuzüglich Umsatzsteuer 32,13 Euro. Hat der Anbieter einen Vertrag mit den Pflegekassen, rechnet er den Betrag direkt ab. Bei vielen Anbietern bleibt damit für den Basistarif nichts übrig; Zusatzleistungen wie Schlüsselhinterlegung, Einsatzdienst oder ein mobiles Gerät zahlst du selbst. Die Beträge je Anbieter stehen auf der Seite Hausnotruf-Kosten, deinen Eigenanteil rechnet der Hausnotruf-Kosten-Rechner.

Zwei Wege zum Antrag

Über den Anbieter Direkt bei der Pflegekasse
Wer füllt aus Anbieter mit dir, meist am Telefon oder online du selbst, formlos oder mit dem Formular der Kasse
Wer reicht ein Anbieter du
Abrechnung Anbieter rechnet mit der Kasse ab, du zahlst nur den Rest je nach Kasse: Abtretung an den Anbieter oder Erstattung an dich
Dauer gleich, die Frist der Kasse läuft ab Eingang gleich
Sinnvoll, wenn du den Anbieter schon gewählt hast du erst die Zusage willst, bevor du dich festlegst

Beide Wege sind gleichwertig. Die Kasse entscheidet nach denselben Regeln, egal wer den Antrag einreicht. Wie der Antrag bei der AOK läuft und wie du dort Vertragspartner findest, steht auf der Seite Hausnotruf bei der AOK; wer den Antrag für Eltern stellt, findet Vollmacht, Kontaktpersonen und Schlüsselregelung auf der Seite Hausnotruf für Angehörige.

Schritt für Schritt: So beantragst du den Hausnotruf

  1. Anbieter wählen. Entscheide, ob du einen Einsatzdienst mit Schlüssel brauchst oder ob Angehörige und Nachbarn in der Nähe reichen. Der Anbieter sollte Vertragspartner der Pflegekassen sein; frag ausdrücklich danach. Wer vor Ort anbietet, steht auf der Seite Hausnotruf in der Nähe, die bundesweiten Anbieter im Anbieter-Vergleich.
  2. Antrag ausfüllen. Du brauchst Name, Geburtsdatum, Versichertennummer, Pflegegrad mit Datum des Bescheids, Angaben zur Wohnsituation und einen Satz zum Gesundheitszustand. Den Mustertext unten kannst du übernehmen.
  3. Einreichen und Eingang festhalten. Per Post, über das Online-Portal der Kasse oder über den Anbieter. Notiere das Datum: Ab dann laufen die drei Wochen, und ab dann zahlt die Kasse.
  4. Entscheidung abwarten, dann anschließen. Mit dem Bescheid schließt du den Vertrag, der Anbieter liefert und erklärt das Gerät. Benenne zwei bis drei Kontaktpersonen mit Schlüssel und drück den Knopf nach dem Anschluss einmal zur Probe.

Mustertext für den formlosen Antrag

Wenn deine Kasse kein eigenes Formular verlangt, reicht ein kurzes Schreiben. Setze deine Angaben ein und streiche, was nicht passt:

Antrag auf Kostenübernahme für ein Hausnotrufsystem (§ 40 SGB XI)

Versichertennummer: …, Geburtsdatum: …, Pflegegrad … laut Bescheid vom …

Hiermit beantrage ich die Versorgung mit einem Hausnotrufsystem, angeschlossen an eine Hausnotrufzentrale (Produktart 52.40.01.1 des Pflegehilfsmittelverzeichnisses).

Ich lebe allein / Ich lebe mit meiner Ehefrau / meinem Ehemann zusammen, die / der wegen … im Notfall selbst keine Hilfe rufen kann. An Werktagen bin ich etwa … Stunden am Tag allein. Wegen … (zum Beispiel: mehrerer Stürze in den letzten Monaten, Schwindelanfällen, einer Herzerkrankung) muss ich jederzeit mit einer Notsituation rechnen, in der ich mit dem Telefon keine Hilfe rufen kann.

Die Versorgung soll über … (Anbieter, Vertragspartner der Pflegekassen) erfolgen. Ich bin damit einverstanden, dass der Anbieter die Leistung direkt mit Ihnen abrechnet.

Bitte entscheiden Sie innerhalb der Frist nach § 40 Abs. 7 SGB XI.

Ort, Datum, Unterschrift

Leg ein ärztliches Attest bei, wenn du eines hast. Pflicht ist es nicht, es verkürzt aber Rückfragen.

Fristen: Wie lange die Kasse Zeit hat

Die Fristen stehen im Gesetz (§ 40 Abs. 7 SGB XI):

Fall Frist ab Antragseingang
Normaler Antrag 3 Wochen
Kasse schaltet Pflegefachperson oder Medizinischen Dienst ein 5 Wochen
Hausnotruf wurde von einer Pflegefachperson empfohlen (Empfehlung nicht älter als zwei Wochen) 3 Wochen

Kann die Kasse die Frist nicht einhalten, muss sie dir das rechtzeitig schriftlich und mit Begründung mitteilen. Tut sie das nicht, gilt die Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt. Das ist keine Formalie: Schreib der Kasse nach drei Wochen ohne Nachricht, dass du von einer Genehmigung ausgehst, und nenn das Eingangsdatum.

Eine Empfehlung durch eine Pflegefachperson gibt es zum Beispiel beim Beratungsbesuch nach § 37 Abs. 3 SGB XI oder durch den Pflegedienst. Dann wird die Notwendigkeit vermutet, und die Kasse prüft nur noch die formalen Voraussetzungen.

Ab wann die Kasse zahlt

Leistungen der Pflegeversicherung gibt es ab dem Tag, an dem der Antrag bei der Kasse eingeht, nicht rückwirkend (§ 33 SGB XI). Wer den Hausnotruf schon Monate vor dem Antrag selbst bezahlt hat, bekommt dieses Geld nicht zurück. Deshalb: erst Antrag stellen oder stellen lassen, dann anschließen. Liefert der Anbieter vorab, kläre schriftlich, was du zahlst, falls die Kasse ablehnt.

Wenn die Kasse ablehnt

Du hast einen Monat ab Zugang des Bescheids für den Widerspruch (§ 84 SGG), formlos und schriftlich. Die drei häufigsten Ablehnungsgründe und was dagegen hilft:

  • „Nicht allein lebend.“ Schreib auf, wer wann im Haus ist. Ein berufstätiger Partner ist acht bis zehn Stunden weg, dazu Einkäufe und Termine. Lebt die zweite Person selbst mit Pflegegrad oder Demenz im Haushalt, nenn das ausdrücklich; das Verzeichnis sieht diesen Fall vor.
  • „Notwendigkeit nicht erkennbar.“ Reich ein Attest nach, das Stürze, Schwindel, Herz- oder Kreislaufprobleme oder Unterzuckerungen bestätigt. Nenn Datum und Folgen der letzten Stürze.
  • „Telefon reicht aus.“ Erkläre, warum nicht: Nach einem Sturz erreichst du das Telefon nicht, bei Schwindel oder Bewusstseinsstörungen kannst du nicht wählen, das Handy liegt nicht immer am Körper.

Hilft der Widerspruch nicht, prüft der Pflegestützpunkt oder die Pflegeberatung der Kasse (§ 7a SGB XI) den Fall kostenlos. Wie ein Widerspruch aufgebaut ist, zeigt die Seite Widerspruch gegen den Pflegegrad; der Aufbau ist beim Hausnotruf derselbe.

Sonderfälle

Privat versichert. Der Anspruch gegenüber der privaten Pflegepflichtversicherung ist derselbe. Meist zahlst du den Anbieter selbst und reichst die Rechnung ein; manche Versicherer verlangen vorab eine Zusage. Frag vor dem Vertrag nach dem Verfahren.

Beihilfe. Beamte reichen die Rechnung bei Beihilfe und privater Pflegeversicherung ein, jeweils zum Beihilfesatz.

Zweiter Funksender im Haushalt. Leben zwei Pflegebedürftige zusammen, zahlt die Kasse ein Gerät und einen zusätzlichen Funksender als Zubehör, nicht zwei Basisstationen.

Sturzsensor. Bei erhöhter Sturzgefahr gehört ein zusätzlicher Sturzsensor zum Zubehör des Verzeichnisses. Ob die Kasse ihn übernimmt, hängt vom Vertrag des Anbieters ab; frag nach und lass dir die Sturzgefahr vom Arzt bestätigen.

Mobiler Notruf oder Notrufuhr. Das Verzeichnis kennt nur das Hausnotrufsystem mit Basisstation und Funksender. Ein rein mobiles Gerät bezuschusst die Kasse nur, wenn der Anbieter es im Einzelfall als Hausnotruf abrechnen kann; Einzelheiten auf der Seite Mobiler Hausnotruf.

Anbieter, die den Antrag mit dir stellen

Wir haben die Websites der Anbieter ausgewertet und nur übernommen, was dort steht. Wir haben keine Geräte getestet und vergeben keine Testsieger.

  • Logo pflegetipp.de

    pflegetipp.de

    Versandanbieter

    Basisstation mit eingebauter SIM-Karte, Zusatzoptionen Sturzsensor (12,90 €), Kombi-Notruf mit GPS oder Notrufuhr (je 24,90 € im Monat).

    • Preis: 32,13 € im Monat ohne Pflegegrad, mit Pflegegrad laut Anbieter 0 €
    • Geräte: Basisstation mit Mobilfunk, Notrufknopf als Armband oder Kette, wasserdicht, optional mobiles GPS-Gerät, optional Notrufuhr, optional Sturzsensor
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Kündigung: monatlich kündbar
    • Anschluss: Versand in 2 bis 3 Werktagen, selbst einstecken
    • Für wen geeignet: Wer einen Pflegegrad hat, kein Festnetz braucht und das Gerät selbst anschließen kann.
  • Logo SmartVersorgt

    SmartVersorgt

    Versandanbieter

    Notrufzentrale rund um die Uhr, übernimmt den Antrag bei der Pflegekasse; vom selben Unternehmen kommt die Pflegebox BluBox.

    • Preis: ab 28,50 € im Monat, mit Pflegegrad laut Anbieter in der Regel vollständig von der Pflegekasse übernommen
    • Geräte: stationäres Gerät, mobiles Gerät mit GPS
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Anschluss: SIM-Karte vorinstalliert, nach dem Einstecken einsatzbereit
    • Für wen geeignet: Wer Hausnotruf und Pflegebox aus einer Hand beantragen will.
  • Logo Gardia

    Gardia

    Notrufarmband

    Reines Armband ohne Basisstation, funktioniert zu Hause und unterwegs; Notrufzentrale von Bosch rund um die Uhr, App für Angehörige mit Standort und Akkustand.

    • Preis: Armband einmalig 199,95 € (im Angebot 99,95 €); Abo 17,95 € nur mit App, 32,90 € mit Notrufzentrale, mit Pflegegrad laut Anbieter ab 0 €
    • Anschluss: keine Anschlussgebühr, das Armband wird gekauft und nicht von der Kasse erstattet
    • Geräte: Notrufarmband mit Notruftaste, automatische Sturzerkennung, GPS-Ortung, eSIM mit mehreren Netzen, europaweit
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Kündigung: monatlich kündbar, erster Monat kostenlos, 30 Tage Rückgabe
    • Für wen geeignet: Wer ein einziges Gerät für drinnen und draußen möchte und den Kaufpreis des Armbands selbst tragen kann.
  • Johanniter

    Hilfsorganisation

    Ab dem Komfortpaket Schlüsselhinterlegung und eigener Einsatzdienst rund um die Uhr, im Premiumpaket wöchentliche Anrufe.

    • Preis: Basis ab 27 €, Komfort ab 55 €, Premium ab 85 € im Monat, regional abweichend
    • Geräte: Basisstation, Notrufknopf als Armband oder Kette
    • Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
    • Anschluss: Installation und Einweisung vor Ort
    • Für wen geeignet: Wer niemanden in der Nähe hat, der im Notfall mit Schlüssel kommen kann.
  • Malteser

    Hilfsorganisation

    Ab Komplettsicherheit Bereitschaftsdienst mit Schlüsselhinterlegung, im Plus-Paket Bewegungserkennung; Angehörigen-App.

    • Preis: Grundsicherheit 27,00 €, Komplettsicherheit 60,40 €, Komplettsicherheit Plus 64,90 € im Monat
    • Anschluss: laut Anbieter derzeit keine Anschlussgebühr (Aktion bis Oktober 2026)
    • Geräte: Hausnotrufgerät mit Lautsprecher, Notrufknopf als Armband oder Kette, optional Bewegungsmelder und Rauchmelder
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
    • Kündigung: ein Monat zum Monatsende
    • Für wen geeignet: Wer einen Bereitschaftsdienst vor Ort und eine kurze Kündigungsfrist will.
  • Libify

    Versandanbieter

    Drei Gerätelinien vom einfachen Notrufknopf bis zum mobilen Notruf mit automatischer Sturzerkennung.

    • Preis: Preise je Modell auf Anfrage, libifyBasic mit Pflegegrad laut Anbieter kostenlos
    • Geräte: libifyBasic: Basisstation mit Funksender, libifyHome: Sturzerkennung, App, libifyMobil 2.0: mobiler Notruf mit GPS und Sturzsensor
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Für wen geeignet: Wer viel unterwegs ist oder eine automatische Sturzerkennung möchte.

Diese Übersicht enthält Links zu Anbietern. Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen, die Reihenfolge ist keine Bewertung. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 20.09.2026, ohne Gewähr.* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.

Das solltest du jetzt tun

  1. Pflegegrad prüfen: Ohne Pflegegrad kein Zuschuss. Noch keiner? Pflegegrad beantragen.
  2. Wohnsituation aufschreiben: Stunden allein pro Tag, Gesundheitsgründe, letzte Stürze. Das ist der Kern des Antrags.
  3. Anbieter wählen und Antrag stellen: über den Anbieter oder mit dem Mustertext oben. Eingangsdatum notieren.
  4. Eigenanteil ausrechnen: Der Hausnotruf-Kosten-Rechner zeigt, was nach dem Zuschuss bleibt.

Häufige Fragen