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Hilfsmittel & Wohnen

Hausnotruf in der Nähe: Anbieter vor Ort finden (DRK, ASB, Johanniter, Malteser) oder bundesweit bestellen

Vor Ort bieten den Hausnotruf vor allem die Hilfsorganisationen an: Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter und Malteser über ihre Kreis- und Regionalverbände, dazu regional Diakonie, Caritas und einzelne Pflegedienste. Alle vier großen Verbände haben auf ihrer Website eine Suche nach Postleitzahl. Ein Anbieter in der Nähe ist wichtig, wenn du einen Einsatzdienst mit Schlüssel willst, bei dem jemand zu dir kommt. Brauchst du nur den Notrufknopf mit Zentrale, liefern bundesweite Versandanbieter das Gerät per Post, oft ohne Eigenanteil bei Pflegegrad.

Hausnotruf in der Nähe: Karte mit Standortmarkierung und Häusern vor Hügeln

Wann ein Anbieter in der Nähe wirklich zählt

Der Hausnotruf besteht aus zwei Teilen: dem Gerät in deiner Wohnung und der Notrufzentrale, die den Alarm annimmt. Die Zentrale sitzt bei allen Anbietern irgendwo in Deutschland, oft Hunderte Kilometer entfernt, und das ist in Ordnung: Sie ruft deine Kontaktpersonen, den Hausarzt oder den Rettungsdienst, und der kommt aus deiner Region. Ob der Anbieter um die Ecke sitzt, spielt für den Notruf selbst keine Rolle.

Nähe zählt in drei Fällen:

  • Einsatzdienst mit Schlüssel. Du hinterlegst einen Schlüssel beim Anbieter, und bei Alarm kommt ein Mitarbeiter in die Wohnung. Das geht nur mit einem Anbieter, der in deiner Region Personal hat, also mit den Hilfsorganisationen.
  • Installation und Einweisung vor Ort. Wenn du dir das Anschließen nicht zutraust und niemand helfen kann, kommt bei regionalen Anbietern jemand vorbei. Versandanbieter erklären das Gerät am Telefon; die Basisstation hat meist nur ein Stromkabel und eine eingebaute SIM-Karte.
  • Persönlicher Ansprechpartner. Manche Menschen wollen ein Büro, in das sie gehen können. Das bieten die Verbände.

Hast du Angehörige oder Nachbarn mit Schlüssel in der Nähe und kommst mit einem Telefonat zur Einrichtung klar, brauchst du keinen Anbieter vor Ort. Dann zählen Preis, Gerät und Kündigungsfrist, und die bundesweiten Anbieter sind oft günstiger.

Wer vor Ort anbietet

Anbieter Wie organisiert So findest du den Verband vor Ort Einsatzdienst
Deutsches Rotes Kreuz Kreisverbände, eigene Zentralen in vielen Regionen Postleitzahlsuche auf Hausnotruf-Seite des DRK regional, meist buchbar
Arbeiter-Samariter-Bund Regional- und Kreisverbände Ortssuche auf Hausnotruf-Seite des ASB regional, meist buchbar
Johanniter Regionalverbände, bundesweit vertreten Ortssuche auf der Hausnotruf-Seite der Johanniter buchbar
Malteser Diözesan- und Ortsgliederungen Ortssuche auf der Hausnotruf-Seite der Malteser buchbar
Diakonie, Caritas einzelne Diakonie- und Caritasverbände, keine zentrale Seite Suche „Hausnotruf Diakonie“ oder „Hausnotruf Caritas“ plus deinen Ort, oder Pflegestützpunkt fragen je nach Verband
Pflegedienste, Stadtwerke, Wohnungsgesellschaften einzelne Angebote Pflegestützpunkt, Pflegekasse selten

Die Preise legt jeder Verband selbst fest, zentrale Preislisten gibt es nicht; deshalb nennen wir hier keine Beträge. Was Basistarif und Zusatzleistungen bei den bundesweiten Anbietern kosten, steht als Vergleichsmaßstab auf der Seite Hausnotruf-Kosten. Was die vier Verbände bundesweit anbieten und was einzelne Kreis- und Regionalverbände laut veröffentlichten Preislisten verlangen, steht auf den Seiten zu DRK, ASB, Johanniter und Malteser.

In fünf Schritten zum Anbieter vor Ort

  1. Postleitzahl bei den vier Verbänden eingeben. Jede der Seiten in der Tabelle führt zum zuständigen Kreis- oder Regionalverband mit Telefonnummer.
  2. Pflegekasse nach Vertragspartnern fragen. Nur Vertragspartner rechnen den Zuschuss von 27 Euro im Monat direkt ab. Die Kassen schließen diese Verträge nach § 78 SGB XI und nennen dir die Anbieter in deiner Region.
  3. Pflegestützpunkt anrufen. Die Beratungsstellen nach § 7c SGB XI kennen die Anbieter vor Ort und sind neutral. Eine Suche nach Postleitzahl bietet die Datenbank des Zentrums für Qualität in der Pflege.
  4. Drei Fragen stellen: Was kostet der Basistarif? Was kostet er mit Einsatzdienst und Schlüsselhinterlegung? Werden Einsätze extra berechnet, und wenn ja, wie viel?
  5. Vertrag und Kündigung lesen. Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Kosten bei Gerätewechsel oder Umzug.

Hilfsorganisation oder bundesweiter Anbieter?

Hilfsorganisation vor Ort Bundesweiter Versandanbieter
Gerät wird gebracht und angeschlossen kommt per Post, Anschluss selbst oder am Telefon erklärt
Einsatzdienst mit Schlüssel buchbar in der Regel nicht
Basistarif mit Pflegegrad Zuschuss 27 € wird abgerechnet, Rest je nach Verband oft 0 € Eigenanteil, Zuschuss deckt den Tarif
Preis ohne Pflegegrad regional unterschiedlich meist 27 bis 33 € im Monat
Mobile Geräte, Notrufuhr je nach Verband meist im Angebot
Kündigung je nach Verband meist monatlich

Für Menschen mit Angehörigen in der Nähe reicht meist der Versandanbieter. Für Alleinlebende ohne Schlüsselperson in Reichweite ist der Einsatzdienst einer Hilfsorganisation die sicherere Wahl, auch wenn er etwas kostet.

Bundesweite Anbieter

Wir haben die Websites der Anbieter ausgewertet und nur übernommen, was dort steht. Wir haben keine Geräte getestet und vergeben keine Testsieger; den ausführlichen Vergleich findest du auf der Seite Hausnotruf-Anbieter-Vergleich.

  • Logo pflegetipp.de

    pflegetipp.de

    Versandanbieter

    Basisstation mit eingebauter SIM-Karte, Zusatzoptionen Sturzsensor (12,90 €), Kombi-Notruf mit GPS oder Notrufuhr (je 24,90 € im Monat).

    • Preis: 32,13 € im Monat ohne Pflegegrad, mit Pflegegrad laut Anbieter 0 €
    • Geräte: Basisstation mit Mobilfunk, Notrufknopf als Armband oder Kette, wasserdicht, optional mobiles GPS-Gerät, optional Notrufuhr, optional Sturzsensor
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Kündigung: monatlich kündbar
    • Anschluss: Versand in 2 bis 3 Werktagen, selbst einstecken
    • Für wen geeignet: Wer einen Pflegegrad hat, kein Festnetz braucht und das Gerät selbst anschließen kann.
  • Logo SmartVersorgt

    SmartVersorgt

    Versandanbieter

    Notrufzentrale rund um die Uhr, übernimmt den Antrag bei der Pflegekasse; vom selben Unternehmen kommt die Pflegebox BluBox.

    • Preis: ab 28,50 € im Monat, mit Pflegegrad laut Anbieter in der Regel vollständig von der Pflegekasse übernommen
    • Geräte: stationäres Gerät, mobiles Gerät mit GPS
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Anschluss: SIM-Karte vorinstalliert, nach dem Einstecken einsatzbereit
    • Für wen geeignet: Wer Hausnotruf und Pflegebox aus einer Hand beantragen will.
  • Logo Gardia

    Gardia

    Notrufarmband

    Reines Armband ohne Basisstation, funktioniert zu Hause und unterwegs; Notrufzentrale von Bosch rund um die Uhr, App für Angehörige mit Standort und Akkustand.

    • Preis: Armband einmalig 199,95 € (im Angebot 99,95 €); Abo 17,95 € nur mit App, 32,90 € mit Notrufzentrale, mit Pflegegrad laut Anbieter ab 0 €
    • Anschluss: keine Anschlussgebühr, das Armband wird gekauft und nicht von der Kasse erstattet
    • Geräte: Notrufarmband mit Notruftaste, automatische Sturzerkennung, GPS-Ortung, eSIM mit mehreren Netzen, europaweit
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Kündigung: monatlich kündbar, erster Monat kostenlos, 30 Tage Rückgabe
    • Für wen geeignet: Wer ein einziges Gerät für drinnen und draußen möchte und den Kaufpreis des Armbands selbst tragen kann.
  • Johanniter

    Hilfsorganisation

    Ab dem Komfortpaket Schlüsselhinterlegung und eigener Einsatzdienst rund um die Uhr, im Premiumpaket wöchentliche Anrufe.

    • Preis: Basis ab 27 €, Komfort ab 55 €, Premium ab 85 € im Monat, regional abweichend
    • Geräte: Basisstation, Notrufknopf als Armband oder Kette
    • Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
    • Anschluss: Installation und Einweisung vor Ort
    • Für wen geeignet: Wer niemanden in der Nähe hat, der im Notfall mit Schlüssel kommen kann.
  • Malteser

    Hilfsorganisation

    Ab Komplettsicherheit Bereitschaftsdienst mit Schlüsselhinterlegung, im Plus-Paket Bewegungserkennung; Angehörigen-App.

    • Preis: Grundsicherheit 27,00 €, Komplettsicherheit 60,40 €, Komplettsicherheit Plus 64,90 € im Monat
    • Anschluss: laut Anbieter derzeit keine Anschlussgebühr (Aktion bis Oktober 2026)
    • Geräte: Hausnotrufgerät mit Lautsprecher, Notrufknopf als Armband oder Kette, optional Bewegungsmelder und Rauchmelder
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
    • Kündigung: ein Monat zum Monatsende
    • Für wen geeignet: Wer einen Bereitschaftsdienst vor Ort und eine kurze Kündigungsfrist will.
  • Libify

    Versandanbieter

    Drei Gerätelinien vom einfachen Notrufknopf bis zum mobilen Notruf mit automatischer Sturzerkennung.

    • Preis: Preise je Modell auf Anfrage, libifyBasic mit Pflegegrad laut Anbieter kostenlos
    • Geräte: libifyBasic: Basisstation mit Funksender, libifyHome: Sturzerkennung, App, libifyMobil 2.0: mobiler Notruf mit GPS und Sturzsensor
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Für wen geeignet: Wer viel unterwegs ist oder eine automatische Sturzerkennung möchte.

Diese Übersicht enthält Links zu Anbietern. Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen, die Reihenfolge ist keine Bewertung. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 20.09.2026, ohne Gewähr.* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.

Worauf du beim Anbieter vor Ort achtest

  • Vertragspartner der Pflegekassen? Sonst zahlst du alles selbst und reichst die Rechnung ein.
  • Eigene Zentrale oder Verbundzentrale? Beides ist in Ordnung; wichtig ist, dass sie rund um die Uhr besetzt ist und deine Daten kennt. Das Pflegehilfsmittelverzeichnis verlangt das von jedem Vertragsanbieter.
  • Schlüssel: Wer verwahrt ihn, wie ist er gesichert, was passiert bei Verlust?
  • Einsatzkosten: Manche Verbände berechnen jeden Einsatz einzeln, andere eine Pauschale. Frag nach dem Fehlalarm, der kommt am häufigsten vor.
  • Mobilfunk oder Festnetz: Fast alle Geräte haben heute eine SIM-Karte; ein Festnetzanschluss ist nicht mehr nötig. Einzelheiten auf der Seite Hausnotruf ohne Festnetz.

Das solltest du jetzt tun

  1. Entscheiden, ob du einen Einsatzdienst brauchst: Gibt es jemanden mit Schlüssel in 15 Minuten Entfernung? Wenn nicht, Hilfsorganisation.
  2. Postleitzahl eingeben bei DRK, ASB, Johanniter und Malteser, zwei Angebote einholen.
  3. Zuschuss beantragen: Wie der Antrag bei der Pflegekasse läuft, steht auf der Seite Hausnotruf beantragen.
  4. Eigenanteil ausrechnen: Der Hausnotruf-Kosten-Rechner zeigt, was nach dem Zuschuss bleibt.

Häufige Fragen