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Hilfsmittel & Wohnen

Mobiler Hausnotruf und Hausnotruf ohne Festnetz 2026: Geräte, Kosten, Zuschuss

Ein Hausnotruf braucht heute meist kein Festnetz mehr: Viele Basisstationen haben eine eingebaute SIM-Karte und funken über das Mobilfunknetz, eine Steckdose genügt. Ein mobiler Notruf geht einen Schritt weiter und funktioniert mit eigener SIM-Karte und GPS auch unterwegs, als kleines Gerät oder als Notrufuhr. Die Pflegekasse zahlt mit Pflegegrad 27 Euro im Monat für den Basistarif; den Aufpreis für das mobile Gerät, bei Anbietern meist rund 25 Euro im Monat, trägst du selbst.

Mobiler Hausnotruf mit GPS: Notrufknopf am Armband mit Funksignal und Standort-Markierung

Hausnotruf ohne Festnetz: heute der Normalfall

Früher hing die Basisstation an der Telefondose. Seit die Telefonanschlüsse auf Internettelefonie umgestellt sind, war das fehleranfällig, etwa bei einem Stromausfall am Router. Die meisten Anbieter liefern deshalb heute Basisstationen mit eingebauter SIM-Karte. Sie verbinden sich über das Mobilfunknetz mit der Notrufzentrale, du brauchst nur eine Steckdose. Ein Akku in der Basisstation überbrückt in der Regel einen Stromausfall.

Von den Anbietern in unserem Vergleich nennen pflegetipp.de, SmartVersorgt und die Malteser ausdrücklich, dass ihr Hausnotruf ohne Festnetz funktioniert (Stand 09/2026, laut Anbieterseiten). Worauf du achten solltest:

  • Mobilfunkempfang am Aufstellort. In Kellerwohnungen, hinter dicken Mauern oder auf dem Land kann er schwach sein. Frag, ob die SIM-Karte mehrere Netze nutzt.
  • Reichweite des Funkknopfs. Sie reicht meist für Wohnung, Balkon und Garten, aber nicht bis zum Supermarkt. Dafür gibt es den mobilen Notruf.
  • Testalarm. Nach dem Einstecken einmal auslösen und danach jeden Monat.

Mobiler Notruf: Sicherheit auch unterwegs

Ein mobiler Notruf ist ein eigenständiges Gerät, etwa so groß wie ein Autoschlüssel, oder eine Uhr. Er hat eine eigene SIM-Karte, einen Lautsprecher, ein Mikrofon und GPS. Drückst du den Knopf, sprichst du direkt über das Gerät mit der Notrufzentrale, und die sieht auf einer Karte, wo du bist. Das ist der entscheidende Unterschied zum Hausnotruf, bei dem die Zentrale nur deine Wohnadresse kennt.

Hausnotruf Mobiler Notruf Notrufuhr
Funktioniert in Wohnung, Balkon, Garten überall mit Mobilfunk überall mit Mobilfunk
Ortung Wohnadresse hinterlegt GPS GPS
Sprechen mit der Zentrale über die Basisstation über das Gerät über die Uhr
Strom Steckdose, Akku für Notfälle Akku, regelmäßig laden Akku, meist täglich laden
Sturzerkennung als Zusatzsensor bei vielen Geräten eingebaut bei vielen Uhren eingebaut
Zuschuss der Pflegekasse 27 € im Monat für den Basistarif Aufpreis in der Regel selbst Aufpreis in der Regel selbst

Für wen sich das mobile Gerät lohnt: Menschen, die noch regelmäßig allein spazieren gehen, einkaufen oder mit dem Rad fahren. Menschen mit beginnender Demenz, die sich verlaufen könnten; hier hilft die Ortung, setzt aber voraus, dass das Gerät getragen und geladen wird. Und Paare, bei denen eine Person tagsüber allein unterwegs ist.

Was mobile Geräte kosten und was die Pflegekasse zahlt

Die Pflegekasse zahlt mit Pflegegrad 1 bis 5 seit dem 1. April 2026 27 Euro im Monat für den Basistarif des Hausnotrufs, wenn du allein lebst oder tagsüber oft allein bist. Bei gewerblichen Anbietern rechnet die Kasse diesen Betrag zuzüglich Umsatzsteuer ab, das sind 32,13 Euro. Mobile Geräte sind fast immer ein Zusatz zum Basistarif:

Anbieter Mobiles Angebot laut Anbieterseite Aufpreis
pflegetipp.de Kombi-Notruf: Basisstation plus mobiles Gerät mit GPS; alternativ Notrufuhr mit GPS und Sturzerkennung je 24,90 € im Monat zusätzlich zum Basistarif
SmartVersorgt stationäres Gerät und mobiles Gerät mit GPS k. A., Basistarif ab 28,50 € im Monat
Gardia Notrufarmband ohne Basisstation mit GPS, Sturzerkennung und eSIM Armband 199,95 € (Angebot 99,95 €), Abo mit Zentrale 32,90 € im Monat
Libify libifyMobil 2.0 mit GPS und Sturzsensor Preise auf Anfrage
Malteser Hausnotruf über Mobilfunk; mobile Geräte je nach Region k. A.

Angaben laut Anbieterseiten, Stand 09/2026, ohne Gewähr. Partnerlinks und alle Einzelheiten stehen im Anbieter-Vergleich.

Ein Rechenbeispiel: Basistarif 32,13 Euro, mobiles Gerät 24,90 Euro, zusammen 57,03 Euro im Monat. Mit Pflegegrad übernimmt die Kasse den Basistarif, dir bleiben 24,90 Euro im Monat, knapp 300 Euro im Jahr. Ohne Pflegegrad zahlst du alles selbst. Mit deinen Zahlen rechnet der Hausnotruf-Kosten-Rechner: Trag das mobile Gerät im Feld „Zusatzleistungen“ ein.

Ob ein rein mobiles Gerät ohne Basisstation bezuschusst wird, ist nicht einheitlich: Der Zuschuss ist an das Pflegehilfsmittel Hausnotruf gebunden, und der Anbieter muss es so mit der Kasse abrechnen können. Klär das vor dem Vertrag und lass dir schriftlich geben, was du im Monat selbst zahlst.

Notrufuhr, Notruf-App oder Handy?

Notrufuhr. Armbanduhr mit SIM-Karte, GPS und meist Sturzerkennung, als Zusatz zum Hausnotruf oder eigenständig mit Abo. Kosten, Sturzerkennung und Zuschuss auf der Seite Notrufuhr für Senioren.

Notrufarmband ohne Basisstation. Ein einziges Gerät für drinnen und draußen, das Armband wird gekauft, dazu kommt ein Abo. Alles dazu auf der Seite Notrufarmband.

Notrufuhr vom Hausnotruf-Anbieter. Sie ist mit der Notrufzentrale verbunden, hat einen Notrufknopf, GPS und meist Sturzerkennung. Sie wird eher getragen als ein Anhänger, weil sie wie eine normale Uhr aussieht. Nachteil: tägliches Laden.

Senioren-Smartwatch aus dem Handel. Sie ruft im Notfall hinterlegte Nummern oder die 112 an. Es gibt keine Zentrale, die deine Daten kennt, und keinen Zuschuss der Pflegekasse. Für technisch fitte Menschen mit erreichbaren Angehörigen kann das reichen.

Notruf-App auf dem Smartphone. Günstig, aber im Ernstfall die schwächste Lösung: Das Handy muss in Reichweite, entsperrt und geladen sein. Nach einem Sturz im Bad ist es das selten.

Kombination. Am sichersten ist die Basisstation zu Hause plus mobiles Gerät für draußen. So ist auch abgedeckt, wenn das mobile Gerät gerade lädt.

Worauf du vor dem Vertrag achtest

  • Gesamtpreis im Monat mit Pflegegrad, schriftlich, inklusive Geräte-Aufpreis.
  • Akkulaufzeit und Ladewarnung: Meldet sich die Zentrale, wenn der Akku leer wird oder das Gerät lange nicht bewegt wurde?
  • Netz: Nutzt die SIM-Karte mehrere Mobilfunknetze?
  • Sturzerkennung: eingebaut oder Zusatz, und wie oft gibt es Fehlalarme?
  • Wasserdicht: Die meisten Stürze passieren im Bad.
  • Ortung und Datenschutz: Wird der Standort nur im Notfall übertragen oder dauerhaft? Wer kann ihn sehen?
  • Kündigung: monatlich, ohne Mindestlaufzeit.
  • Wer kommt? Auch beim mobilen Notruf gilt: Die Zentrale ruft Kontaktpersonen oder den Rettungsdienst. Einen Einsatzdienst mit Schlüssel bieten vor allem die Hilfsorganisationen, und nur zu Hause.

Das solltest du jetzt tun

  1. Bedarf klären: Bist du viel allein draußen unterwegs, lohnt das mobile Gerät. Bist du meist zu Hause, reicht der Hausnotruf ohne Festnetz. Die Grundlagen stehen auf der Seite Hausnotruf.
  2. Kosten ausrechnen: Der Hausnotruf-Kosten-Rechner zeigt deinen Eigenanteil mit Zusatzgerät.
  3. Anbieter vergleichen: Geräte, Kündigung und Einsatzdienst im Anbieter-Vergleich, die Preise im Detail auf der Seite Hausnotruf-Kosten.

Häufige Fragen