Hilfsmittel & Wohnen
Notrufarmband für Senioren 2026: Funktionen, Kosten, Zuschuss der Pflegekasse
Ein Notrufarmband ist ein Notrufgerät am Handgelenk mit eigener SIM-Karte: Ein Druck auf die Taste oder ein erkannter Sturz alarmiert Angehörige per App und, je nach Tarif, eine Notrufzentrale, die rund um die Uhr besetzt ist. Anders als der klassische Hausnotruf braucht es keine Basisstation und funktioniert mit GPS auch unterwegs. Das Gerät kaufst du meist selbst, dazu kommt ein Abo; mit Pflegegrad kann die Pflegekasse die laufenden Kosten eines Tarifs mit Notrufzentrale übernehmen, den Kaufpreis des Armbands nicht.
Wie ein Notrufarmband funktioniert
Das Armband hat eine eingebaute SIM-Karte und verbindet sich über das Mobilfunknetz. Drückst du die Notruftaste, passiert je nach Tarif eines von zwei Dingen: Das Armband alarmiert deine hinterlegten Kontakte über eine App und per Anruf, oder es verbindet dich zusätzlich mit einer Notrufzentrale, die rund um die Uhr besetzt ist, deine Daten kennt und den Rettungsdienst schicken kann. Über Lautsprecher und Mikrofon sprichst du direkt durch das Armband.
Drei Funktionen unterscheiden es vom klassischen Funkknopf des Hausnotrufs:
- GPS-Ortung. Zentrale und Angehörige sehen, wo du bist, auch im Park oder beim Einkaufen.
- Sturzerkennung. Sensoren lösen den Alarm von selbst aus, wenn du nach einem Sturz nicht mehr drücken kannst.
- App für Angehörige. Sie zeigt Standort, Akkustand und ob das Armband getragen wird.
Notrufarmband, Notrufuhr oder Hausnotruf?
| Notrufarmband | Notrufuhr vom Hausnotruf-Anbieter | Klassischer Hausnotruf | |
|---|---|---|---|
| Geräte | nur das Armband | Basisstation plus Uhr | Basisstation plus Funkknopf |
| Funktioniert | zu Hause und unterwegs | zu Hause und unterwegs | Wohnung, Balkon, Garten |
| Gerät | meist Kauf | gehört zum Tarif | gehört zum Tarif |
| Laufende Kosten | Abo, mit oder ohne Notrufzentrale | Basistarif plus Aufpreis für die Uhr | Basistarif |
| Pflegekasse mit Pflegegrad | Abo mit Zentrale nach Einzelfallprüfung, Kaufpreis nicht | Basistarif ja, Aufpreis nicht | Basistarif ja, 27 € im Monat |
| Laden | je nach Gerät alle paar Tage bis Wochen | Uhr meist täglich | nicht nötig |
| Einsatzdienst mit Schlüssel | in der Regel nein | in der Regel nein | bei Hilfsorganisationen buchbar |
Die Grundlagen zum Zuschuss stehen auf der Seite Hausnotruf, die mobilen Varianten im Detail auf der Seite Mobiler Hausnotruf und Hausnotruf ohne Festnetz.
Anbieter im Vergleich
Wir haben am 19. und 20. September 2026 die Websites der Anbieter ausgewertet und nur übernommen, was dort steht. Wo eine Angabe fehlt, steht „k. A.“. Wir haben keine Geräte getestet und vergeben keine Testsieger.

Gardia
NotrufarmbandEin Gerät für zu Hause und unterwegs, eSIM mit mehreren Netzen europaweit, App für Angehörige mit Standort, Akkustand und Chat.
- Gerät: 199,95 € einmalig, im Angebot 99,95 €
- Im Monat: 17,95 € nur mit App, 32,90 € mit Notrufzentrale, mit Pflegegrad laut Anbieter ab 0 €
- Zentrale: Bosch-Notrufzentrale rund um die Uhr (ab Tarif NotfallPlus)
- Automatische Sturzerkennung
- GPS-Ortung für unterwegs
- Pflegekasse: nur das Abo PflegePlus, der Kaufpreis des Armbands nicht; Einzelfallprüfung der Pflegekasse
- Für wen geeignet: Wer kein Gerät in der Wohnung aufstellen will und auch draußen abgesichert sein möchte.

pflegetipp.de
Hausnotruf mit NotrufuhrBasisstation für zu Hause plus Notrufuhr mit GPS und Sturzerkennung als Zusatz, Antrag bei der Pflegekasse inklusive.
- Gerät: kein Kauf, Gerät gehört zum Tarif
- Im Monat: Basistarif 32,13 €, mit Pflegegrad laut Anbieter 0 €; Notrufuhr plus 24,90 € im Monat
- Zentrale: Notrufzentrale rund um die Uhr, deutschsprachig, zertifiziert
- Automatische Sturzerkennung
- GPS-Ortung für unterwegs
- Pflegekasse: Basistarif über die Pflegekasse, Aufpreis für die Uhr selbst
- Für wen geeignet: Wer zu Hause die laute Basisstation behalten und für draußen eine Uhr dazunehmen will.
Libify
Mobiler NotruflibifyMobil 2.0 als mobiler Notrufknopf mit GPS und Sturzsensor, daneben Basisgeräte für zu Hause.
- Im Monat: auf Anfrage
- Zentrale: Notrufzentrale rund um die Uhr
- Automatische Sturzerkennung
- GPS-Ortung für unterwegs
- Pflegekasse: laut Anbieter je nach Modell ganz oder teilweise
- Für wen geeignet: Wer einen Anhänger statt eines Armbands bevorzugt.
Diese Übersicht enthält Links zu Anbietern. Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen, die Reihenfolge ist keine Bewertung. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 20.09.2026, ohne Gewähr.* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.
Was ein Notrufarmband kostet
Rechne immer beide Posten zusammen, Gerät und Abo, und zwar über zwei Jahre. Ein Beispiel mit den Angaben von Gardia (Stand 20.09.2026):
| Nur App, ohne Zentrale | Mit Notrufzentrale | Mit Pflegegrad (laut Anbieter) | |
|---|---|---|---|
| Armband einmalig | 199,95 €, im Angebot 99,95 € | 199,95 €, im Angebot 99,95 € | 199,95 €, im Angebot 99,95 € |
| Abo im Monat | 17,95 € | 32,90 € | ab 0 €, wenn die Pflegekasse bewilligt |
| Kosten in zwei Jahren zum Angebotspreis | rund 531 € | rund 890 € | ab 99,95 € |
Eigene Berechnung aus den Anbieterangaben, erster Monat laut Anbieter kostenlos nicht eingerechnet.
Zum Vergleich: Beim klassischen Hausnotruf kaufst du kein Gerät. Der Basistarif von rund 27 bis 33 Euro ist mit Pflegegrad meist gedeckt, eine Notrufuhr kostet bei pflegetipp.de 24,90 Euro im Monat zusätzlich, in zwei Jahren also rund 598 Euro. Alles zu Uhren, Sturzerkennung und der Frage, was Pflege- und Krankenkasse zahlen, steht auf der Seite Notrufuhr für Senioren.
Was die Pflegekasse zahlt
Die Pflegekasse zahlt mit Pflegegrad 1 bis 5 seit dem 1. April 2026 27 Euro im Monat für den Basistarif eines Hausnotrufs, bei gewerblichen Anbietern zuzüglich Umsatzsteuer 32,13 Euro. Voraussetzung ist, dass du allein lebst oder tagsüber oft allein bist und im Notfall nicht sicher selbst Hilfe rufen kannst.
Für Notrufarmbänder heißt das:
- Der Kaufpreis des Armbands wird nicht übernommen. Das sagt auch Gardia ausdrücklich.
- Das Abo mit Notrufzentrale kann übernommen werden, wenn die Kasse das Gerät im Einzelfall als Hausnotruf anerkennt. Gardia nennt dafür das Abo PflegePlus, gibt für gesetzlich Versicherte einen Eigenanteil von 0 Euro an und für privat Versicherte eine Erstattung von 30,35 Euro bei rund 2,55 Euro Eigenanteil im Monat. Der Anbieter führt durch den Antrag, die Bearbeitung dauert laut Anbieter etwa drei Wochen.
- Ein Abo ohne Notrufzentrale ist kein Hausnotruf im Sinne der Pflegekassen und wird nicht bezuschusst.
Klär vor dem Kauf, was passiert, wenn die Kasse ablehnt: Dann zahlst du das Abo selbst oder gibst das Armband innerhalb der Rückgabefrist zurück.
Worauf du vor dem Kauf achtest
- Rückgabe und Laufzeit: Gibt es eine Testphase und ist das Abo monatlich kündbar?
- Akku: Angaben wie „bis zu 21 Tage“ gelten bei sparsamer Nutzung. Frag, ob die App warnt, wenn der Akku leer wird.
- Netz: Nutzt die SIM-Karte mehrere Mobilfunknetze, und funktioniert sie im Ausland?
- Wasserdicht: mindestens IP67, damit das Armband unter der Dusche getragen werden kann.
- Bedienung: Ist die Taste groß genug und gegen versehentliches Auslösen gesichert?
- Wer wird alarmiert? Nur Angehörige oder auch eine Zentrale? Angehörige sind nachts und im Urlaub nicht immer erreichbar.
- Datenschutz: Wer sieht den Standort, und wird er dauerhaft oder nur im Notfall übertragen?
- Akzeptanz: Das beste Gerät nützt nichts, wenn es in der Schublade liegt. Ein Armband, das wie eine Uhr aussieht, wird eher getragen als ein Anhänger.
Das solltest du jetzt tun
- Bedarf klären: Viel allein unterwegs spricht für ein Armband oder eine Notrufuhr, überwiegend zu Hause für den Hausnotruf.
- Pflegegrad prüfen: Ohne Pflegegrad zahlst du alles selbst. Den Stand schätzt der Pflegegrad-Rechner.
- Kosten vergleichen: Gerät plus Abo über zwei Jahre. Den Eigenanteil beim klassischen Hausnotruf rechnet der Hausnotruf-Kosten-Rechner.
- Alle Anbieter ansehen: Hilfsorganisationen und Versender stehen im Hausnotruf-Anbieter-Vergleich.