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Hilfsmittel & Wohnen

Hausnotruf ohne Pflegegrad 2026: Was Selbstzahler zahlen, wann es trotzdem einen Zuschuss gibt

Ohne Pflegegrad zahlt keine Kasse den Hausnotruf: Die Pflegekasse setzt mindestens Pflegegrad 1 voraus, die Krankenkasse kennt den Hausnotruf nicht als Hilfsmittel. Selbstzahler zahlen für den Basistarif bei Hilfsorganisationen 27 Euro im Monat (Malteser, DRK, ASB Köln), bei Versandanbietern 28,50 bis 32,13 Euro, dazu je nach Anbieter 49 bis 50 Euro Anschlussgebühr und 25 bis 45 Euro im Monat für Einsatzdienst mit Schlüssel. Einen kostenlosen Hausnotruf gibt es nur mit Pflegegrad. Wer den Notruf braucht, erfüllt oft schon die Voraussetzungen für Pflegegrad 1; der Antrag kostet nichts und wird in 25 Arbeitstagen entschieden.

Hausnotruf ohne Pflegegrad: Münzen und Geldschein vor Hügeln und Sonne

Warum ohne Pflegegrad niemand zahlt

Der Hausnotruf ist ein Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI. Anspruch darauf haben Pflegebedürftige, also Menschen mit Pflegegrad 1 bis 5. Ohne Pflegegrad gibt es den Zuschuss von 27 Euro im Monat nicht, auch nicht mit ärztlichem Attest, hohem Alter oder nachgewiesenen Stürzen.

Die Krankenkasse springt nicht ein: Der Hausnotruf steht nur im Pflegehilfsmittelverzeichnis (Produktgruppe 52), nicht im Hilfsmittelverzeichnis nach § 33 SGB V. Ein Rezept vom Arzt bringt deshalb nichts. Auch das Sozialamt zahlt Pflegehilfsmittel im Rahmen der Hilfe zur Pflege nur bei Pflegebedürftigkeit.

Was bleibt, sind drei Wege: selbst zahlen, einen Pflegegrad beantragen oder beides, bis die Kasse entschieden hat.

Was Selbstzahler zahlen

Die Anbieter unterscheiden beim Preis des Basistarifs kaum zwischen Selbstzahlern und Kassenkunden; der Unterschied ist nur, wer zahlt. Angaben laut Anbieterseiten und veröffentlichten Preislisten, Stand 16.10.2026:

Anbieter Basistarif für Selbstzahler im Monat Anschluss einmalig Mit Einsatzdienst und Schlüssel im Monat
Malteser (bundesweit) 27,00 € 0 € derzeit 60,40 €
DRK (Basistarif bundesweit, Pakete je Kreisverband) 27,00 €, ohne Pflegegrad laut DRK abweichend möglich Beispiele 49 bis 50 € beim Komplettpaket Beispiele 52,00 bis 56,50 €
ASB Köln (Beispiel, 04/2026) 27,00 € 49,90 € 56,40 €
Johanniter (bundesweit ab 27 €; Bayern 02/2025) 33,00 € in Bayern 49,00 € in Bayern 54,00 € in Bayern
SmartVersorgt (Versand) ab 28,50 € k. A. kein Einsatzdienst
pflegetipp.de (Versand) 32,13 € k. A. kein Einsatzdienst

Die Beträge der Hilfsorganisationen enthalten keine Umsatzsteuer, die der Versandanbieter 19 Prozent. Zusatzgeräte wie Sturzsensor, zweiter Funksender oder ein mobiles Gerät kosten je nach Anbieter 5 bis 15 Euro im Monat extra. Einzelheiten je Anbieter: Malteser, Johanniter, DRK, ASB; alle Preise im Überblick auf der Seite Hausnotruf-Kosten. Für ein Jahr Basistarif mit Anschluss solltest du als Selbstzahler mit 330 bis 450 Euro rechnen, mit Einsatzdienst mit 650 bis 780 Euro.

Was „kostenlos“ bei Selbstzahlern wirklich bedeutet: Malteser erlassen Neukunden bis 31.10.2026 einen Monat, die Johanniter bieten bis 02.11.2026 vier Wochen Gratistest. Danach läuft der normale Preis. Einen dauerhaft kostenlosen Hausnotruf gibt es nur mit Pflegegrad.

Der bessere Weg: Pflegegrad 1 beantragen

Die meisten Menschen, die einen Hausnotruf brauchen, erfüllen die Voraussetzungen für Pflegegrad 1. Er beginnt bei 12,5 Punkten im Begutachtungsverfahren (§ 15 SGB XI). Punkte gibt es nicht für Diagnosen, sondern für Einschränkungen im Alltag: Wer beim Treppensteigen, beim Waschen des Rückens, beim Duschen oder beim Umgang mit Medikamenten Hilfe braucht oder wegen Sturzgefahr nicht mehr allein aus dem Haus geht, sammelt schnell Punkte in den Modulen Mobilität, Selbstversorgung und Gestaltung des Alltagslebens.

Was dann konkret gilt, mit Eigenanteil je Anbieter und Antrag, steht auf der Seite Hausnotruf bei Pflegegrad 1. Mit Pflegegrad 1 bekommst du nicht nur den Hausnotruf bezahlt:

  • 27 Euro im Monat für den Hausnotruf-Basistarif,
  • 131 Euro im Monat Entlastungsbetrag für Haushaltshilfe, Betreuung oder Tagespflege,
  • 42 Euro im Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Handschuhe, Desinfektion, Bettschutz),
  • bis zu 4.180 Euro Zuschuss für Umbauten wie bodengleiche Dusche oder Treppenlift.

Der Antrag ist formlos bei der Pflegekasse, kostet nichts, und die Kasse muss innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden (§ 18 Abs. 3b SGB XI). Der Hausnotruf-Zuschuss gilt ab dem Tag, an dem der Antrag auf den Hausnotruf bei der Kasse eingeht; stell ihn gleich mit dem Pflegegrad-Antrag. Wie der Antrag läuft, steht auf der Seite Pflegegrad beantragen; deinen Stand schätzt vorab der Pflegegrad-Rechner.

Bis zur Entscheidung kannst du den Hausnotruf als Selbstzahler anschließen lassen. Kläre vorher schriftlich mit dem Anbieter, dass er nach der Zusage der Kasse direkt mit ihr abrechnet und du ab Antragseingang nichts mehr zahlst.

Die Pflegereform ändert daran nichts

Der Regierungsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes lässt den Hausnotruf-Zuschuss unverändert, auch für Pflegegrad 1; was sich ab 2027 ändert, steht auf der Seite Hausnotruf und Pflegereform. Der Entwurf hebt allerdings die Punktgrenze für Pflegegrad 1 von 12,5 auf 15 Punkte an. Wer knapp über 12,5 Punkten liegt, stellt den Antrag deshalb besser noch 2026; der Bestandsschutz richtet sich nach dem Antragsdatum.

Was Selbstzahler sonst noch wissen sollten

Steuer. In der eigenen Wohnung ist der Hausnotruf keine haushaltsnahe Dienstleistung; der Bundesfinanzhof hat das am 15.02.2023 entschieden (VI R 7/21). Nur im betreuten Wohnen mit Notrufbereitschaft vor Ort bleibt die Ermäßigung nach § 35a EStG. Einzelheiten: Hausnotruf steuerlich absetzbar?

Privat versichert. Die private Pflegepflichtversicherung zahlt ebenfalls nur mit Pflegegrad. Ohne bist du Selbstzahler wie alle anderen.

Vertrag. Als Selbstzahler trägst du das volle Risiko für Laufzeit und Preisänderungen. Achte auf eine monatliche Kündigungsmöglichkeit nach der ersten Laufzeit und darauf, dass der Vertrag beim Umzug ins Pflegeheim endet; Mustertext und Regeln auf der Seite Hausnotruf kündigen.

Gerät kaufen statt mieten. Notrufuhren und Armbänder ohne Zentrale, die nur Angehörige anrufen, kosten einmalig 100 bis 200 Euro und laufen ohne Vertrag. Sie ersetzen keine besetzte Zentrale, sind aber eine Option, wenn Angehörige ohnehin in der Nähe sind. Geräte und Grenzen: Notrufarmband.

Anbieter für Selbstzahler

Wir haben die Websites der Anbieter ausgewertet und nur übernommen, was dort steht. Wir haben keine Geräte getestet und vergeben keine Testsieger.

  • Logo pflegetipp.de

    pflegetipp.de

    Versandanbieter

    Basisstation mit eingebauter SIM-Karte, Zusatzoptionen Sturzsensor (12,90 €), Kombi-Notruf mit GPS oder Notrufuhr (je 24,90 € im Monat).

    • Preis: 32,13 € im Monat ohne Pflegegrad, mit Pflegegrad laut Anbieter 0 €
    • Geräte: Basisstation mit Mobilfunk, Notrufknopf als Armband oder Kette, wasserdicht, optional mobiles GPS-Gerät, optional Notrufuhr, optional Sturzsensor
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Kündigung: monatlich kündbar
    • Anschluss: Versand in 2 bis 3 Werktagen, selbst einstecken
    • Für wen geeignet: Wer einen Pflegegrad hat, kein Festnetz braucht und das Gerät selbst anschließen kann.
  • Logo SmartVersorgt

    SmartVersorgt

    Versandanbieter

    Notrufzentrale rund um die Uhr, übernimmt den Antrag bei der Pflegekasse; vom selben Unternehmen kommt die Pflegebox BluBox.

    • Preis: ab 28,50 € im Monat, mit Pflegegrad laut Anbieter in der Regel vollständig von der Pflegekasse übernommen
    • Geräte: stationäres Gerät, mobiles Gerät mit GPS
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Anschluss: SIM-Karte vorinstalliert, nach dem Einstecken einsatzbereit
    • Für wen geeignet: Wer Hausnotruf und Pflegebox aus einer Hand beantragen will.
  • Logo Gardia

    Gardia

    Notrufarmband

    Reines Armband ohne Basisstation, funktioniert zu Hause und unterwegs; Notrufzentrale von Bosch rund um die Uhr, App für Angehörige mit Standort und Akkustand.

    • Preis: Armband einmalig 199,95 € (im Angebot 99,95 €); Abo 17,95 € nur mit App, 32,90 € mit Notrufzentrale, mit Pflegegrad laut Anbieter ab 0 €
    • Anschluss: keine Anschlussgebühr, das Armband wird gekauft und nicht von der Kasse erstattet
    • Geräte: Notrufarmband mit Notruftaste, automatische Sturzerkennung, GPS-Ortung, eSIM mit mehreren Netzen, europaweit
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Kündigung: monatlich kündbar, erster Monat kostenlos, 30 Tage Rückgabe
    • Für wen geeignet: Wer ein einziges Gerät für drinnen und draußen möchte und den Kaufpreis des Armbands selbst tragen kann.
  • Johanniter

    Hilfsorganisation

    Ab dem Komfortpaket Schlüsselhinterlegung und eigener Einsatzdienst rund um die Uhr, im Premiumpaket wöchentliche Anrufe.

    • Preis: Basis ab 27 €, Komfort ab 55 €, Premium ab 85 € im Monat, regional abweichend
    • Geräte: Basisstation, Notrufknopf als Armband oder Kette
    • Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
    • Anschluss: Installation und Einweisung vor Ort
    • Für wen geeignet: Wer niemanden in der Nähe hat, der im Notfall mit Schlüssel kommen kann.
  • Malteser

    Hilfsorganisation

    Ab Komplettsicherheit Bereitschaftsdienst mit Schlüsselhinterlegung, im Plus-Paket Bewegungserkennung; Angehörigen-App.

    • Preis: Grundsicherheit 27,00 €, Komplettsicherheit 60,40 €, Komplettsicherheit Plus 64,90 € im Monat
    • Anschluss: laut Anbieter derzeit keine Anschlussgebühr (Aktion bis Oktober 2026)
    • Geräte: Hausnotrufgerät mit Lautsprecher, Notrufknopf als Armband oder Kette, optional Bewegungsmelder und Rauchmelder
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
    • Kündigung: ein Monat zum Monatsende
    • Für wen geeignet: Wer einen Bereitschaftsdienst vor Ort und eine kurze Kündigungsfrist will.
  • Libify

    Versandanbieter

    Drei Gerätelinien vom einfachen Notrufknopf bis zum mobilen Notruf mit automatischer Sturzerkennung.

    • Preis: Preise je Modell auf Anfrage, libifyBasic mit Pflegegrad laut Anbieter kostenlos
    • Geräte: libifyBasic: Basisstation mit Funksender, libifyHome: Sturzerkennung, App, libifyMobil 2.0: mobiler Notruf mit GPS und Sturzsensor
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Für wen geeignet: Wer viel unterwegs ist oder eine automatische Sturzerkennung möchte.

Diese Übersicht enthält Links zu Anbietern. Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen, die Reihenfolge ist keine Bewertung. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 20.09.2026, ohne Gewähr.* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.

Das solltest du jetzt tun

  1. Pflegegrad prüfen: Der Pflegegrad-Rechner zeigt in zehn Minuten, ob 12,5 Punkte erreichbar sind. Wenn ja: Pflegegrad beantragen, noch 2026.
  2. Hausnotruf-Antrag gleich mitschicken: Der Zuschuss gilt ab Antragseingang.
  3. Anbieter wählen und schriftlich vereinbaren, dass er nach der Zusage direkt mit der Kasse abrechnet.
  4. Eigenanteil ausrechnen: Der Hausnotruf-Kosten-Rechner zeigt, was mit und ohne Zuschuss bleibt.

Häufige Fragen