Hilfsmittel & Wohnen
Hausnotruf bei der AOK 2026: Kostenübernahme, Antrag, Vertragspartner finden
Die AOK-Pflegekasse übernimmt den Hausnotruf ab Pflegegrad 1 wie jede andere Pflegekasse: Sie zahlt dem Anbieter eine vertraglich vereinbarte Monatspauschale für den Basistarif, seit April 2026 bundesweit 27 Euro. Voraussetzung ist, dass du allein oder über weite Teile des Tages allein bist, jederzeit eine Notlage eintreten kann und der Anbieter Vertragspartner der AOK ist. Den Antrag stellt der Anbieter für dich, oder du stellst ihn formlos. Zusatzleistungen wie Schlüsselaufbewahrung, Funkrauchmelder oder Medikamentenerinnerung zahlst du selbst, ebenso Kosten durch Fehlalarme.
Was die AOK-Pflegekasse beim Hausnotruf übernimmt
Der Hausnotruf ist eine Leistung aller elf AOKs, von der AOK Baden-Württemberg bis zur AOK Sachsen-Anhalt. Die AOK beschreibt ihn als Pflegehilfsmittel, das die Pflegekasse übernimmt, und nennt dafür drei Voraussetzungen:
- Es liegt ein Pflegegrad vor, Pflegegrad 1 reicht.
- Du bist den Großteil des Tages allein oder lebst mit jemandem zusammen, der im Notfall keinen Hilferuf absetzen kann.
- Eine Notlage wie ein Sturz ist jederzeit zu erwarten, und mit einem normalen Telefon ließe sich dann keine Hilfe rufen.
Die AOK-Pflegekasse zahlt dem Anbieter eine vertraglich vereinbarte Monatspauschale. Sie deckt laut AOK die Bereitstellung und Miete des Geräts sowie den Abbau, wenn es nicht mehr gebraucht wird; für den Notruf und die Hilfe durch die Zentrale fallen keine weiteren Kosten an. Einen Betrag nennt die AOK auf ihrer Seite nicht. Der Vertragspreis der Pflegekassen für den Basistarif liegt seit dem 1. April 2026 bundesweit bei 27 Euro netto im Monat; gewerbliche Anbieter rechnen ihn mit Umsatzsteuer ab, also 32,13 Euro. Ein Infoblatt der AOK Bremen/Bremerhaven aus dem Jahr 2018 nannte noch 18,36 Euro Miete und 10,49 Euro Anschlussgebühr; die Pauschale ist seitdem mehrfach gestiegen.
Was die AOK ausdrücklich nicht übernimmt: Schlüsselaufbewahrung, Funkrauchmelder, Erinnerungsservice für Medikamente und andere Zusatzleistungen sowie Kosten durch Fehlalarme. Ohne Pflegegrad zahlst du den Hausnotruf vollständig selbst; dafür gilt die Seite Hausnotruf ohne Pflegegrad.
Vertragspartner der AOK finden
Die AOK zahlt nur an Anbieter, die Vertragspartner der Pflegekasse sind (§ 78 SGB XI). Welche das in deiner Region sind, zeigt die AOK-Hilfsmittelsuche auf aok.de: Postleitzahl eingeben und nach „Hausnotrufsystem“ suchen. Die großen Hilfsorganisationen und die bundesweiten Versandanbieter haben in der Regel Verträge mit den Pflegekassen; weil die Verträge aber je AOK geschlossen werden, frag den Anbieter vor dem Vertrag ausdrücklich: „Rechnen Sie direkt mit meiner AOK ab?“
Was die Anbieter leisten und kosten, steht auf unseren Seiten zu Malteser, Johanniter, DRK und ASB und im Anbieter-Vergleich.
Antrag bei der AOK: drei Wege
| Weg | So geht es | Für wen |
|---|---|---|
| Über den Anbieter | Du wählst den Anbieter, er stellt den Antrag bei der AOK-Pflegekasse für dich und rechnet direkt ab | der Normalfall, laut AOK der vorgesehene Weg |
| Formlos selbst | Kurzes Schreiben an die AOK-Pflegekasse mit Versichertennummer, Pflegegrad, Wohnsituation, Gesundheitsgründen und Anbieter | wenn du erst die Zusage willst, bevor du dich festlegst |
| AOK-Formular | Manche AOKs bieten ein Formular für Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel an, erhältlich über aok.de oder die Geschäftsstelle | wenn deine AOK eines verlangt |
Die Fristen stehen im Gesetz und gelten auch für die AOK: drei Wochen ab Eingang, fünf Wochen bei Einschaltung des Medizinischen Dienstes; ohne rechtzeitige schriftliche Begründung gilt der Antrag danach als genehmigt (§ 40 Abs. 7 SGB XI). Der Zuschuss läuft ab dem Tag des Antragseingangs. Mustertext und Widerspruch bei Ablehnung: Hausnotruf beantragen. Die AOK-Pflegeberatung hilft bei Fragen kostenlos, telefonisch oder persönlich.
Hausnotruf und Pflegebox bei der AOK zusammen
Der Hausnotruf und die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Pflegebox, bis 42 Euro im Monat) sind zwei getrennte Ansprüche aus § 40 SGB XI. Du kannst beides bei der AOK beantragen, oft über denselben Anbieter. Wie die Pflegebox bei der AOK läuft, steht auf der Seite Pflegebox AOK.
Gilt bei anderen Kassen etwas anderes?
Nein. DAK, TK, Barmer, IKK, Knappschaft und alle anderen gesetzlichen Pflegekassen übernehmen den Hausnotruf nach denselben Regeln: Pflegegrad, allein lebend, Notlage jederzeit möglich, Anbieter mit Kassenvertrag, 27 Euro für den Basistarif. Unterschiede gibt es nur in den Formularen und in der Liste der Vertragspartner. Die Suchanfragen „DAK Hausnotruf“ oder „TK Hausnotruf“ führen deshalb zur selben Antwort.
Anbieter, die mit der AOK abrechnen können
Wir haben die Websites der Anbieter ausgewertet und nur übernommen, was dort steht. Ob ein Anbieter mit deiner AOK einen Vertrag hat, prüfst du über die AOK-Hilfsmittelsuche oder direkt beim Anbieter. Wir haben keine Geräte getestet und vergeben keine Testsieger.

pflegetipp.de
VersandanbieterBasisstation mit eingebauter SIM-Karte, Zusatzoptionen Sturzsensor (12,90 €), Kombi-Notruf mit GPS oder Notrufuhr (je 24,90 € im Monat).
- Preis: 32,13 € im Monat ohne Pflegegrad, mit Pflegegrad laut Anbieter 0 €
- Geräte: Basisstation mit Mobilfunk, Notrufknopf als Armband oder Kette, wasserdicht, optional mobiles GPS-Gerät, optional Notrufuhr, optional Sturzsensor
- Funktioniert ohne Festnetz
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Kündigung: monatlich kündbar
- Anschluss: Versand in 2 bis 3 Werktagen, selbst einstecken
- Für wen geeignet: Wer einen Pflegegrad hat, kein Festnetz braucht und das Gerät selbst anschließen kann.

SmartVersorgt
VersandanbieterNotrufzentrale rund um die Uhr, übernimmt den Antrag bei der Pflegekasse; vom selben Unternehmen kommt die Pflegebox BluBox.
- Preis: ab 28,50 € im Monat, mit Pflegegrad laut Anbieter in der Regel vollständig von der Pflegekasse übernommen
- Geräte: stationäres Gerät, mobiles Gerät mit GPS
- Funktioniert ohne Festnetz
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Anschluss: SIM-Karte vorinstalliert, nach dem Einstecken einsatzbereit
- Für wen geeignet: Wer Hausnotruf und Pflegebox aus einer Hand beantragen will.

Gardia
NotrufarmbandReines Armband ohne Basisstation, funktioniert zu Hause und unterwegs; Notrufzentrale von Bosch rund um die Uhr, App für Angehörige mit Standort und Akkustand.
- Preis: Armband einmalig 199,95 € (im Angebot 99,95 €); Abo 17,95 € nur mit App, 32,90 € mit Notrufzentrale, mit Pflegegrad laut Anbieter ab 0 €
- Anschluss: keine Anschlussgebühr, das Armband wird gekauft und nicht von der Kasse erstattet
- Geräte: Notrufarmband mit Notruftaste, automatische Sturzerkennung, GPS-Ortung, eSIM mit mehreren Netzen, europaweit
- Funktioniert ohne Festnetz
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Kündigung: monatlich kündbar, erster Monat kostenlos, 30 Tage Rückgabe
- Für wen geeignet: Wer ein einziges Gerät für drinnen und draußen möchte und den Kaufpreis des Armbands selbst tragen kann.
Johanniter
HilfsorganisationAb dem Komfortpaket Schlüsselhinterlegung und eigener Einsatzdienst rund um die Uhr, im Premiumpaket wöchentliche Anrufe.
- Preis: Basis ab 27 €, Komfort ab 55 €, Premium ab 85 € im Monat, regional abweichend
- Geräte: Basisstation, Notrufknopf als Armband oder Kette
- Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
- Anschluss: Installation und Einweisung vor Ort
- Für wen geeignet: Wer niemanden in der Nähe hat, der im Notfall mit Schlüssel kommen kann.
Malteser
HilfsorganisationAb Komplettsicherheit Bereitschaftsdienst mit Schlüsselhinterlegung, im Plus-Paket Bewegungserkennung; Angehörigen-App.
- Preis: Grundsicherheit 27,00 €, Komplettsicherheit 60,40 €, Komplettsicherheit Plus 64,90 € im Monat
- Anschluss: laut Anbieter derzeit keine Anschlussgebühr (Aktion bis Oktober 2026)
- Geräte: Hausnotrufgerät mit Lautsprecher, Notrufknopf als Armband oder Kette, optional Bewegungsmelder und Rauchmelder
- Funktioniert ohne Festnetz
- Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
- Kündigung: ein Monat zum Monatsende
- Für wen geeignet: Wer einen Bereitschaftsdienst vor Ort und eine kurze Kündigungsfrist will.
Libify
VersandanbieterDrei Gerätelinien vom einfachen Notrufknopf bis zum mobilen Notruf mit automatischer Sturzerkennung.
- Preis: Preise je Modell auf Anfrage, libifyBasic mit Pflegegrad laut Anbieter kostenlos
- Geräte: libifyBasic: Basisstation mit Funksender, libifyHome: Sturzerkennung, App, libifyMobil 2.0: mobiler Notruf mit GPS und Sturzsensor
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Für wen geeignet: Wer viel unterwegs ist oder eine automatische Sturzerkennung möchte.
Diese Übersicht enthält Links zu Anbietern. Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen, die Reihenfolge ist keine Bewertung. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 20.09.2026, ohne Gewähr.* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.
Das solltest du jetzt tun
- Pflegegrad prüfen: Ohne Pflegegrad zahlt die AOK nichts. Noch keiner? Pflegegrad beantragen.
- Vertragspartner suchen: AOK-Hilfsmittelsuche mit „Hausnotrufsystem“ oder den Anbieter direkt fragen.
- Antrag über den Anbieter stellen, Eingangsdatum notieren.
- Eigenanteil ausrechnen: Der Hausnotruf-Kosten-Rechner zeigt, was nach den 27 Euro der AOK bleibt.
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Häufige Fragen
Quellen
- AOK: Hausnotruf, Sicherheit für Pflegebedürftige (Voraussetzungen, Monatspauschale, Antrag über Anbieter oder formlos, Vertragspartner über AOK-Hilfsmittelsuche, nicht übernommene Zusatzleistungen; Seite aktualisiert 29.10.2025) (Stand 2026-10-16)
- AOK: Antrag Kostenübernahme Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel (Formulare je AOK) (Stand 2026-10-16)
- Pflegekasse der AOK Bremen/Bremerhaven: Informationsblatt zum Hausnotruf, Stand 06.02.2018 (damals 18,36 € Miete und 10,49 € Anschlussgebühr; Antrag über den Anbieter) (Stand 2018-02-06)
- Verbraucherzentrale NRW, Pflegewegweiser: Hausnotruf, was hat sich bei den Kosten 2026 geändert (27 Euro seit 01.04.2026) (Stand 2026-09-19)
- § 40 SGB XI: Pflegehilfsmittel (Abs. 1 Anspruch, Abs. 7 Entscheidungsfristen und Genehmigungsfiktion) (Stand 2026-10-16)
- § 78 SGB XI: Verträge über Pflegehilfsmittel (Vertragspartner der Pflegekassen) (Stand 2026-10-16)
- GKV-Spitzenverband: Fortschreibung der Produktgruppe 52 des Pflegehilfsmittelverzeichnisses vom 30.01.2025 (Produktart 52.40.01.1 Hausnotrufsysteme, Indikation) (Stand 2025-01-30)
Autor/in
Redaktion
Redaktionsteam
Zuletzt aktualisiert
16.10.2026
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