Hilfsmittel & Wohnen
Notfallblatt für Senioren: Vorlage zum Ausdrucken für Kühlschrank, Notfalldose und Hausnotrufzentrale
Ein Notfallblatt fasst auf einer Seite zusammen, was Rettungsdienst, Hausnotrufzentrale und Angehörige im Ernstfall wissen müssen: Diagnosen, Medikamente, Allergien, Hausarzt, wer in welcher Reihenfolge gerufen wird, wo der Schlüssel liegt und ob es eine Patientenverfügung gibt. Es hängt am Kühlschrank oder liegt in der Notfalldose im Kühlschrank, dort suchen Rettungskräfte zuerst. Eine Kopie geht an die Hausnotrufzentrale, damit sie bei einem stummen Alarm richtig handelt. Die Vorlage gibt es hier kostenlos als PDF.
Notfallblatt als PDF
Eine DIN-A4-Seite: Person, Diagnosen, Medikamente, Kontaktpersonen in Reihenfolge, Schlüsselort, Pflegedienst, Vorsorge. Ausfüllen, an den Kühlschrank, Kopie zur Hausnotrufzentrale.
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Warum ein Blatt am Kühlschrank Leben rettet
Nach einem Sturz oder einem Schlaganfall zählt, wie schnell der Rettungsdienst die richtigen Informationen hat: Welche Medikamente nimmt die Person, ist sie auf Blutverdünner eingestellt, gibt es eine Herzerkrankung, wen soll man anrufen, und wo ist der Schlüssel, wenn die Tür zu ist. Wer allein lebt, kann diese Fragen im Ernstfall oft nicht beantworten. Das Notfallblatt beantwortet sie für ihn.
Die Hausnotrufzentrale arbeitet nach demselben Prinzip. Das Pflegehilfsmittelverzeichnis beschreibt den Hausnotruf so: Bei einem Alarm stehen der Zentrale „alle relevanten Informationen, zum Beispiel Kontakt- und Adressdaten, behandelnder Arzt, zu benachrichtigende Personen“ zur Verfügung, auch wenn die Person selbst nicht sprechen kann. Diese Informationen muss vorher jemand eintragen. Das Notfallblatt ist die Vorlage dafür und die Kopie für zu Hause.
Was auf dem Blatt steht
Die Vorlage hat fünf Blöcke, jeder in zwei Minuten ausgefüllt:
- Person: Name, Geburtsdatum, Pflegegrad, Anschrift mit Stockwerk und Klingel, Krankenkasse, Besonderheiten wie Demenz, Schwerhörigkeit, Hörgerät, Gehhilfe, Sauerstoff, Herzschrittmacher, Blutverdünner.
- Diagnosen, Allergien, Medikamente: die wichtigsten Diagnosen, Allergien, wo der Medikamentenplan liegt, Hausarzt und Fachärzte mit Telefonnummer.
- Wer gerufen werden soll: drei Personen in Reihenfolge, mit Beziehung, Telefon, Entfernung und dem Hinweis, ob sie einen Schlüssel haben. Dieselbe Reihenfolge gehört in die Stammdaten der Hausnotrufzentrale.
- Zugang und Dienste: Hausnotruf-Anbieter mit Nummer der Zentrale, Ort des Schlüssels (Schlüsselsafe, Kontaktperson, Einsatzdienst), Pflegedienst mit Besuchszeiten, Haustiere.
- Vorsorge: ob Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht existieren und wo sie liegen, wer bevollmächtigt ist, Wunschklinik und weitere Wünsche.
Das Blatt ersetzt keinen Medikamentenplan. Der kommt vom Arzt oder der Apotheke, als bundeseinheitlicher Medikationsplan, und liegt zusammen mit dem Blatt in der Dose.
Notfalldose: wo Rettungskräfte zuerst suchen
Rettungsdienste in ganz Deutschland kennen die Notfalldose: eine Kunststoffdose in der Kühlschranktür, dazu zwei Aufkleber, einer innen an der Wohnungstür, einer am Kühlschrank. Der Kühlschrank wurde gewählt, weil jede Wohnung einen hat und er leicht zu finden ist. In die Dose kommen das Notfallblatt, der Medikamentenplan und, wenn vorhanden, Kopien von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.
Dosen gibt es für wenige Euro in Apotheken und bei Hilfsorganisationen, viele Pflegestützpunkte, Seniorenbüros und Kommunen verteilen sie kostenlos. Ohne Dose geht es auch: das Blatt außen an den Kühlschrank, mit Datum und gut lesbar.
Das Blatt und der Hausnotruf: zwei Teile eines Systems
Der Hausnotruf sorgt dafür, dass überhaupt jemand kommt. Das Notfallblatt sorgt dafür, dass der, der kommt, Bescheid weiß. Deshalb gehören drei Schritte zusammen:
- Stammdaten beim Anbieter prüfen. Beim Anschluss füllt der Anbieter ein Formular aus. Vergleiche es mit dem Notfallblatt: Diagnosen, Demenz-Hinweis, Reihenfolge der Kontaktpersonen, Schlüsselort. Nach jeder Änderung die Zentrale anrufen.
- Schlüsselfrage klären. Ohne Schlüssel muss im Ernstfall die Tür geöffnet werden, das kostet Zeit und Geld. Schlüsselsafe mit Code bei der Zentrale, Schlüssel bei der Nachbarin oder Einsatzdienst des Anbieters: Eine der drei Lösungen gehört auf das Blatt. Was die Anbieter dafür verlangen, steht auf der Seite Hausnotruf-Kosten.
- Angehörige einbeziehen. Wer als Kontaktperson eingetragen ist, sollte das wissen, das Blatt kennen und erreichbar sein. Wie du das organisierst, steht auf der Seite Hausnotruf für Angehörige.
Wer noch keinen Hausnotruf hat: Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse den Basistarif, der Antrag ist in einer Woche durch. Alles dazu auf der Seite Hausnotruf.
Beispiel: Frau B., 83, allein, Herzschwäche
Die Person in diesem Beispiel ist erfunden.
Frau B. nimmt einen Blutverdünner und ein Herzmedikament, hört schlecht und trägt ein Hörgerät. Auf ihrem Notfallblatt stehen: beide Diagnosen, der Blutverdünner fett, der Hinweis „schwerhörig, laut und langsam sprechen“, die Tochter in der Nachbarstadt als Kontakt 1 (mit Schlüssel), die Nachbarin als Kontakt 2 (mit Schlüssel, 2 Minuten entfernt), der Hausnotruf-Anbieter mit Nummer, und dass die Patientenverfügung in der Notfalldose liegt. Als sie nachts stürzt und den Knopf drückt, ruft die Zentrale zuerst die Nachbarin, die mit dem Schlüssel die Tür öffnet, und parallel den Rettungsdienst, der in der Dose sofort den Blutverdünner sieht. Das ändert, wie er die Kopfplatzwunde behandelt.
Jetzt ausfüllen: Notfallblatt herunterladen
Zehn Minuten, eine Seite. Datum eintragen, an den Kühlschrank, Kopie zur Hausnotrufzentrale und zur ersten Kontaktperson.
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Das solltest du jetzt tun
- Blatt ausdrucken und gemeinsam ausfüllen, am besten mit der Person, um die es geht, und mit dem Medikamentenplan daneben.
- Drei Kontaktpersonen festlegen und sie informieren. Mindestens eine braucht einen Schlüssel.
- Notfalldose besorgen oder das Blatt außen an den Kühlschrank hängen, Datum nicht vergessen.
- Kopie an die Hausnotrufzentrale geben und die Stammdaten abgleichen. Noch kein Hausnotruf? Hausnotruf beantragen.
- Vorsorge nachholen, falls Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht fehlen; das Blatt hat dafür eine Zeile, die nicht leer bleiben sollte.
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Häufige Fragen
Quellen
- GKV-Spitzenverband: Fortschreibung der Produktgruppe 52 des Pflegehilfsmittelverzeichnisses vom 30.01.2025 (Hausnotrufzentrale: automatische Identifikation mit Kontakt- und Adressdaten, behandelndem Arzt, zu benachrichtigenden Personen) (Stand 2025-01-30)
- § 40 SGB XI: Pflegehilfsmittel (Hausnotruf als technisches Pflegehilfsmittel) (Stand 2026-10-21)
- § 1827 BGB: Patientenverfügung; § 1820 BGB: Vorsorgevollmacht (Hinweise auf dem Blatt) (Stand 2026-10-21)
Autor/in
Redaktion
Redaktionsteam
Zuletzt aktualisiert
21.10.2026
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