Hilfsmittel & Wohnen
Hausnotruf bei Stiftung Warentest: Was die Tests 2018 und 2011 ergaben und warum es keinen aktuellen Testsieger gibt
Einen aktuellen Hausnotruf-Testsieger der Stiftung Warentest gibt es nicht. Der letzte Test erschien im August 2018 (test 8/2018): neun Dienste, darunter ASB, DRK, Johanniter, Malteser und Libify, Gesamturteile von befriedigend bis mangelhaft, „kein Anbieter ist uneingeschränkt zu empfehlen“. Vier Dienste bearbeiteten die simulierten Notrufe gut, sechs hatten deutliche Mängel in Verträgen und AGB. 2011 lag das DRK in Berlin und München mit 2,3 vorn. Beide Tests sind alt und prüften den örtlichen Dienst, nicht den Verband. Wer heute vergleicht, prüft selbst: Reaktion der Zentrale, Einsatzdienst, Vertrag.
Der letzte Test: August 2018, neun Dienste, kein Testsieger
Die Stiftung Warentest hat Hausnotrufdienste zuletzt im Heft test 8/2018 geprüft (Pressemitteilung vom 25.07.2018, Veröffentlichung 23.08.2018). Getestet wurden neun Dienste: fünf gemeinnützige Verbände (Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, Volkssolidarität) und vier private Anbieter (Libify, Sonotel, Vitakt, Zembro).
Die Tester lösten bei jedem Anbieter drei simulierte Notrufe mit einem geringfügigen gesundheitlichen Problem aus, prüften Beratung, Inbetriebnahme und Kundenservice und ließen die Verträge und AGB juristisch durchsehen. Bei Zembro, einem Notrufarmband mit App, kam das Datensendeverhalten der App dazu.
Das Ergebnis in den Worten der Stiftung: „Kein Anbieter ist uneingeschränkt zu empfehlen.“ Die Gesamturteile reichten von befriedigend bis mangelhaft. Einen Testsieger gab es nicht. Die Einzelnoten je Anbieter stehen hinter der Bezahlschranke von test.de; wir geben sie hier nicht wieder.
Was die Tester 2018 kritisierten
- Notrufbearbeitung: Vier Dienste bearbeiteten die Notrufe gut. Die Zentralen nahmen die Rufe meist innerhalb von Sekunden bis etwa einer Minute an, stellten aber selten Nachfragen zur Situation. Ein Anbieter meldete sich einmal gar nicht und informierte nur die Angehörigen per App, ein anderer reagierte erst nach rund zwei Minuten.
- Umgang mit älteren Menschen: Mitarbeiter sprachen teils zu leise oder wenig einfühlsam und beendeten Gespräche ohne klare Rückmeldung, was als Nächstes passiert.
- Inbetriebnahme: Nur in etwa der Hälfte der Fälle prüfte die Zentrale beim Anschluss, ob die Sprechverbindung auch aus einem anderen Raum funktioniert.
- Verträge und AGB: Bei sechs von neun Anbietern fanden die Juristen deutliche oder sehr deutliche Mängel: fehlende oder fehlerhafte Widerrufsbelehrungen, unwirksame Preisänderungsklauseln, unzulässige Haftungsausschlüsse.
- Preise 2018: Monatliche Grundgebühr für Selbstzahler etwa 23 bis 39 Euro, einmalige Anschlusskosten teils bis 60 Euro. Heute liegen die Basistarife der Hilfsorganisationen bei 27 Euro, siehe Hausnotruf-Kosten.
Der Test von 2011: DRK vorn, ASB Schlusslicht
Im September 2011 (test 9/2011) hatte die Stiftung zwölf Dienste im Großraum Berlin und München getestet. Drei schnitten mit „gut“ ab, vier mit „befriedigend“, fünf mit „ausreichend“; die Stiftung nannte das Ergebnis „ernüchternd“. Das Deutsche Rote Kreuz lag mit der Note 2,3 knapp vorn, gelobt für Kundenservice, Beratung und Einrichtung. Malteser Hilfsdienst und Johanniter-Unfall-Hilfe waren ebenfalls „gut“. Der Arbeiter-Samariter-Bund wurde Schlusslicht, weil er auf Notrufe zu langsam reagierte.
Wichtig für die Einordnung: Getestet wurde jeweils der örtliche Dienst in zwei Regionen. Der ASB in Köln oder das DRK in Emmendingen sind andere Organisationen mit eigenen Zentralen als die 2011 geprüften. Die Noten sagen über deinen Kreisverband nichts aus.
Warum es keinen Test 2026 gibt und was „Testsieger“ auf anderen Seiten bedeutet
Seit 2018 hat die Stiftung Warentest keinen neuen Hausnotruf-Test veröffentlicht; auf test.de ist der Test von 2018 weiterhin der aktuelle, ein Ratgeberartikel von 2024 ersetzt ihn nicht. Seiten, die einen „Hausnotruf Test 2026“ oder einen „Testsieger 2026“ versprechen, vergleichen Anbieterangaben oder vergeben eigene Siegel. Das kann nützlich sein, ist aber keine Prüfung der Notrufzentrale im Ernstfall. Auch wir testen keine Geräte und vergeben keine Testsieger; unser Anbieter-Vergleich stellt die Angaben der Anbieter nebeneinander.
Seit 2018 hat sich außerdem viel geändert: Der Zuschuss der Pflegekasse stieg auf 27 Euro, die Geräte laufen über Mobilfunk statt Festnetz, Versandanbieter mit Zentrale sind dazugekommen, und das Gesetz für faire Verbraucherverträge begrenzt seit 2022 Laufzeiten und Kündigungsfristen (§ 309 Nr. 9 BGB). Ein Teil der Vertragsmängel von 2018 wäre heute schon gesetzlich unwirksam.
Was aus den Tests bleibt: deine eigene Prüfliste
Die Prüfpunkte der Stiftung Warentest kannst du bei jedem Anbieter selbst anwenden, bevor du unterschreibst und in den ersten Tagen danach.
Vor dem Vertrag
- Zentrale: Sitzt sie in Deutschland, ist sie rund um die Uhr mit Fachpersonal besetzt, und was passiert, wenn du nach dem Knopfdruck nicht sprechen kannst? Das Pflegehilfsmittelverzeichnis verlangt eine ständig besetzte Zentrale, die Hilfe organisiert.
- Einsatzdienst: Kommt jemand mit deinem Schlüssel, wie schnell, und wie viele Einsätze sind im Preis enthalten? Beim ASB Köln zum Beispiel zwölf im Jahr, danach 60 Euro je Einsatz.
- Vertrag: Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Preisänderungsklausel, Haftung bei Geräteausfall, Widerrufsbelehrung. Fehlt die Belehrung, verlängert sich dein Widerrufsrecht; Einzelheiten auf der Seite Hausnotruf kündigen.
- Preis: Basistarif, Anschlussgebühr, Zusatzgeräte, Einsatzkosten, und ob der Anbieter Vertragspartner der Pflegekassen ist. Rechne mit dem Hausnotruf-Kosten-Rechner.
Nach dem Anschluss
- Probealarm aus einem anderen Raum, am besten aus dem Bad mit geschlossener Tür: Versteht dich die Zentrale, und ruft sie bei Nichtmelden die Kontaktpersonen an?
- Rückmeldung: Sagt die Zentrale am Ende klar, was sie jetzt tut (Angehörige anrufen, Einsatzdienst schicken, Rettungsdienst)?
- Reichweite: Funktioniert der Funksender im Garten, im Keller, am Briefkasten?
Was die einzelnen Anbieter heute anbieten, steht auf unseren Seiten zu Johanniter, Malteser, DRK und ASB.
Anbieter, die du vergleichen kannst
Wir haben die Websites der Anbieter ausgewertet und nur übernommen, was dort steht. Wir haben keine Geräte getestet und vergeben keine Testsieger.

pflegetipp.de
VersandanbieterBasisstation mit eingebauter SIM-Karte, Zusatzoptionen Sturzsensor (12,90 €), Kombi-Notruf mit GPS oder Notrufuhr (je 24,90 € im Monat).
- Preis: 32,13 € im Monat ohne Pflegegrad, mit Pflegegrad laut Anbieter 0 €
- Geräte: Basisstation mit Mobilfunk, Notrufknopf als Armband oder Kette, wasserdicht, optional mobiles GPS-Gerät, optional Notrufuhr, optional Sturzsensor
- Funktioniert ohne Festnetz
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Kündigung: monatlich kündbar
- Anschluss: Versand in 2 bis 3 Werktagen, selbst einstecken
- Für wen geeignet: Wer einen Pflegegrad hat, kein Festnetz braucht und das Gerät selbst anschließen kann.

SmartVersorgt
VersandanbieterNotrufzentrale rund um die Uhr, übernimmt den Antrag bei der Pflegekasse; vom selben Unternehmen kommt die Pflegebox BluBox.
- Preis: ab 28,50 € im Monat, mit Pflegegrad laut Anbieter in der Regel vollständig von der Pflegekasse übernommen
- Geräte: stationäres Gerät, mobiles Gerät mit GPS
- Funktioniert ohne Festnetz
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Anschluss: SIM-Karte vorinstalliert, nach dem Einstecken einsatzbereit
- Für wen geeignet: Wer Hausnotruf und Pflegebox aus einer Hand beantragen will.

Gardia
NotrufarmbandReines Armband ohne Basisstation, funktioniert zu Hause und unterwegs; Notrufzentrale von Bosch rund um die Uhr, App für Angehörige mit Standort und Akkustand.
- Preis: Armband einmalig 199,95 € (im Angebot 99,95 €); Abo 17,95 € nur mit App, 32,90 € mit Notrufzentrale, mit Pflegegrad laut Anbieter ab 0 €
- Anschluss: keine Anschlussgebühr, das Armband wird gekauft und nicht von der Kasse erstattet
- Geräte: Notrufarmband mit Notruftaste, automatische Sturzerkennung, GPS-Ortung, eSIM mit mehreren Netzen, europaweit
- Funktioniert ohne Festnetz
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Kündigung: monatlich kündbar, erster Monat kostenlos, 30 Tage Rückgabe
- Für wen geeignet: Wer ein einziges Gerät für drinnen und draußen möchte und den Kaufpreis des Armbands selbst tragen kann.
Johanniter
HilfsorganisationAb dem Komfortpaket Schlüsselhinterlegung und eigener Einsatzdienst rund um die Uhr, im Premiumpaket wöchentliche Anrufe.
- Preis: Basis ab 27 €, Komfort ab 55 €, Premium ab 85 € im Monat, regional abweichend
- Geräte: Basisstation, Notrufknopf als Armband oder Kette
- Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
- Anschluss: Installation und Einweisung vor Ort
- Für wen geeignet: Wer niemanden in der Nähe hat, der im Notfall mit Schlüssel kommen kann.
Malteser
HilfsorganisationAb Komplettsicherheit Bereitschaftsdienst mit Schlüsselhinterlegung, im Plus-Paket Bewegungserkennung; Angehörigen-App.
- Preis: Grundsicherheit 27,00 €, Komplettsicherheit 60,40 €, Komplettsicherheit Plus 64,90 € im Monat
- Anschluss: laut Anbieter derzeit keine Anschlussgebühr (Aktion bis Oktober 2026)
- Geräte: Hausnotrufgerät mit Lautsprecher, Notrufknopf als Armband oder Kette, optional Bewegungsmelder und Rauchmelder
- Funktioniert ohne Festnetz
- Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
- Kündigung: ein Monat zum Monatsende
- Für wen geeignet: Wer einen Bereitschaftsdienst vor Ort und eine kurze Kündigungsfrist will.
Libify
VersandanbieterDrei Gerätelinien vom einfachen Notrufknopf bis zum mobilen Notruf mit automatischer Sturzerkennung.
- Preis: Preise je Modell auf Anfrage, libifyBasic mit Pflegegrad laut Anbieter kostenlos
- Geräte: libifyBasic: Basisstation mit Funksender, libifyHome: Sturzerkennung, App, libifyMobil 2.0: mobiler Notruf mit GPS und Sturzsensor
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Für wen geeignet: Wer viel unterwegs ist oder eine automatische Sturzerkennung möchte.
Diese Übersicht enthält Links zu Anbietern. Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen, die Reihenfolge ist keine Bewertung. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 20.09.2026, ohne Gewähr.* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.
Das solltest du jetzt tun
- Nicht nach dem Testsieger suchen: Es gibt seit 2018 keinen, und die Noten von damals gelten nicht für deinen örtlichen Dienst.
- Zwei Anbieter anfragen, einen mit Einsatzdienst vor Ort und einen Versandanbieter, und die Prüfliste oben abarbeiten.
- Vertrag lesen: Laufzeit, Kündigung, Preisänderung, Haftung. Mehr als zwei Jahre Bindung sind seit 2022 unzulässig.
- Probealarm auslösen in der ersten Woche nach dem Anschluss, aus einem anderen Raum.
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Häufige Fragen
Quellen
- Stiftung Warentest: Pressemitteilung „Hausnotrufdienste: Vier von neun Diensten bearbeiten Notrufe gut“ vom 25.07.2018 (test 8/2018) (Stand 2018-07-25)
- Stiftung Warentest: Hausnotruf, „Wer Oma hilft, wenn sie stürzt“ (Test vom 23.08.2018, frei lesbarer Teil: getestete Anbieter, Prüfpunkte, Kernergebnisse; Einzelnoten kostenpflichtig) (Stand 2018-08-23)
- Stiftung Warentest: Pressemitteilung „Hausnotrufdienste: Große Schwächen beim Bearbeiten des Notrufs“ vom 25.08.2011 (test 9/2011, zwölf Dienste in Berlin und München) (Stand 2011-08-25)
- GKV-Spitzenverband: Fortschreibung der Produktgruppe 52 des Pflegehilfsmittelverzeichnisses vom 30.01.2025 (Anforderungen an Hausnotrufzentrale und Leistungserbringer) (Stand 2025-01-30)
- § 309 Nr. 9 BGB: Klauselverbote bei Laufzeit von Dauerschuldverhältnissen (Stand 2026-10-16)
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Redaktionsteam
Zuletzt aktualisiert
16.10.2026
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