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Hilfsmittel & Wohnen

Hausnotruf kaufen: Gerät ohne Zentrale oder Dienst mit Zentrale, was es kostet und wann sich der Kauf lohnt

Einen Hausnotruf kann man kaufen, dann ruft das Gerät im Notfall nicht eine Zentrale, sondern Angehörige der Reihe nach an. Solche Geräte kosten einmalig von rund 55 Euro (Notruftelefon) bis 600 Euro (Basisstation mit Sturzmelder), dazu kommen Telefon- oder Mobilfunkkosten. Die Pflegekasse zahlt sie nicht: Erstattet wird nur ein Hausnotrufsystem, das mit einer rund um die Uhr besetzten Zentrale verbunden ist; mit Pflegegrad kostet der Basistarif dort meist 0 Euro. Kaufen lohnt sich daher nur ohne Pflegegrad und wenn Angehörige sicher erreichbar sind und schnell vor Ort sein können. Wer nachts oder bei Bewusstlosigkeit allein ist, ist mit einem Dienst mit Zentrale besser abgesichert.

Hausnotruf kaufen: Notrufgerät, das im Notfall Angehörige anruft

Wer einen Hausnotruf sucht, stößt schnell auf Monatsverträge. Viele fragen sich deshalb: Kann ich so ein Gerät nicht einfach kaufen, einmal bezahlen, fertig? Die Antwort ist ja, aber mit einem großen Unterschied. Ein gekauftes Gerät ruft im Notfall Angehörige an, keine Notrufzentrale. Ob das reicht, hängt davon ab, wer erreichbar ist, wie schnell jemand kommt und ob ein Pflegegrad vorliegt. Diese Seite vergleicht beide Wege.

Kaufen oder mieten: der Unterschied auf einen Blick

Gerät kaufen (ohne Zentrale) Dienst mit Zentrale (Miete)
Wer antwortet im Notfall Angehörige oder Nachbarn, der Reihe nach angerufen Notrufzentrale, rund um die Uhr besetzt
Kosten einmalig 55 bis 600 €, dazu Telefon- oder Mobilfunkkosten Basistarif 27 bis 32,13 € im Monat, Gerät ist geliehen
Mit Pflegegrad kein Zuschuss Pflegekasse zahlt bis 27 € im Monat, Basistarif oft 0 €
Vertrag keiner, außer Mobilfunktarif monatlich bis vier Wochen kündbar, je nach Anbieter
Wenn niemand abnimmt Gerät wählt weiter oder 112, je nach Modell Zentrale schickt Einsatzdienst oder Rettungsdienst
Schlüssel muss bei Angehörigen liegen auf Wunsch beim Anbieter hinterlegt

Die Hausnotrufdienste verkaufen ihre Geräte in der Regel nicht: Die Barmer beschreibt die Grundversorgung als „leihweise Bereitstellung eines betriebsbereiten Hausnotrufgerätes“. Kündigst du, geht das Gerät zurück.

Diese Geräte kannst du kaufen

Beispiele mit Angaben von Herstellern und Händlern, Abruf 26. Oktober 2026. Händlerpreise schwanken.

Gerät So funktioniert es Laufende Kosten Preis
Basisstation mit Funkknopf (z. B. Tunstall Lifeline Vi) Knopfdruck, die Station ruft bis zu zehn Nummern nacheinander an, bis jemand den Alarm bestätigt, und schaltet auf Freisprechen Telefongebühren; braucht einen analogen Telefonanschluss oder Router mit TAE-Buchse bei Händlern um 380 €, mit Sturzmelder um 600 €
Notruftelefon mit Notruftaste (z. B. tiptel ergophone) Telefon mit großer Notruftaste, wählt gespeicherte Nummern Festnetzanschluss ab rund 55 €
Seniorenhandy mit Notruftaste (z. B. Doro, emporia) Taste auf der Rückseite, das Handy schickt eine SMS mit Standort und ruft die Kontakte nacheinander an; emporia wählt ohne gespeicherten Kontakt die 112 Mobilfunktarif rund 55 bis 160 € (Doro Leva X10 159,99 € im Doro-Shop)
Notrufarmband mit App (Gardia) Armband mit SIM, Sturzerkennung und GPS, Alarm an bis zu sechs Kontakte; auf Wunsch mit Zentrale Abo nötig: 17,95 € ohne, 32,90 € mit Zentrale 199,95 €, im Angebot zeitweise günstiger

Das Gardia-Armband ist ein Zwischenweg: Du kaufst das Gerät, die Zentrale buchst du als Abo dazu. Mit Pflegegrad übernimmt die Kasse laut Anbieter das Abo mit Zentrale, das Armband selbst nicht. Mehr dazu auf der Seite Notrufarmband, zu Uhren auf Notrufuhr für Senioren.

Warum die Pflegekasse kein gekauftes Gerät zahlt

Das Pflegehilfsmittelverzeichnis ist eindeutig: „Hausnotrufsysteme sind immer mit einer Hausnotrufzentrale verbunden, entweder über einen Festnetz-, IP- oder einen Mobilfunkanschluss.“ Sie werden „in Verbindung mit einer Hausnotrufzentrale betrieben, die eine Kommunikation mit den Pflegebedürftigen rund um die Uhr sichert“. Ein Gerät, das nur Angehörige anruft, fällt nicht darunter.

Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse seit 1. April 2026 bis 27 Euro im Monat für den Basistarif mit Zentrale, und zwar direkt an einen Anbieter mit Kassenvertrag. Die Hilfsorganisationen verlangen für den Basistarif 27 Euro, gewerbliche Anbieter mit Umsatzsteuer 32,13 Euro; mit Kostenübernahme bleibt beim Basistarif oft nichts übrig. Voraussetzung ist, dass die Person allein oder große Teile des Tages allein lebt und im Notfall nicht selbst telefonieren könnte. Wie der Antrag läuft, steht auf der Seite Hausnotruf beantragen.

Rechnung mit Pflegegrad: Ein gekauftes Gerät für 380 Euro kostet in zwei Jahren 380 Euro plus Telefon. Der Basistarif mit Zentrale kostet bei Kostenübernahme in derselben Zeit oft 0 Euro. Mit Pflegegrad ist Kaufen also fast immer die teurere und schlechter abgesicherte Wahl.

Wann sich der Kauf lohnen kann

  • Kein Pflegegrad, und keiner in Sicht. Dann zahlst du den Dienst mit Zentrale selbst, in zwei Jahren rund 650 bis 770 Euro im Basistarif. Ein gekauftes Gerät für 380 Euro ist nach gut einem Jahr günstiger. Prüf aber vorher mit dem Pflegegrad-Rechner, ob nicht doch ein Pflegegrad drin ist.
  • Angehörige wohnen nah und sind sicher erreichbar, auch nachts, im Urlaub, während der Arbeit. Das Gerät ruft der Reihe nach an; nimmt niemand ab, hängt es vom Modell ab, ob es weiterwählt oder die 112 ruft.
  • Die Person ist geistig klar und kann am Telefon sagen, was los ist. Bei Demenz hält die Verbraucherzentrale schon den Hausnotruf mit Zentrale für weniger geeignet; ein Gerät ohne Zentrale ist dann noch schwächer.
  • Als Übergang, etwa bis zur Entscheidung über den Pflegegrad. Wer sofort einen Dienst mit Zentrale braucht, findet die Wege auf der Seite Hausnotruf bestellen.

Die Risiken eines Geräts ohne Zentrale

Das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums schreibt zum Hausnotruf ohne Zentrale: Es würden „voreingestellte Bezugspersonen oder die allgemeine Notrufzentrale (110/112) kontaktiert. Dadurch kann es jedoch in Notsituationen zu unnötigen Verzögerungen kommen.“ Konkret:

  • Niemand nimmt ab. Das Handy liegt in der Tasche, der Sohn ist im Meeting, die Nachbarin schläft. Eine Zentrale ist immer besetzt.
  • Niemand weiß Bescheid. Die Zentrale hat Vorerkrankungen, Medikamente und Schlüsselinhaber gespeichert und gibt sie an den Rettungsdienst weiter. Angehörige müssen das aus dem Kopf wissen.
  • Niemand kommt rein. Ohne hinterlegten Schlüssel muss im Notfall die Feuerwehr die Tür öffnen.
  • Technik: Basisstationen brauchen oft einen analogen Telefonanschluss oder einen Router mit TAE-Buchse; fällt Strom oder Internet aus, überbrückt der Akku laut Verbraucherzentrale nur 10 bis 20 Stunden. Der Funkknopf reicht meist rund 50 Meter, im Garten kann das knapp werden.
  • Wartung liegt bei dir. Beim Kaufgerät musst du selbst regelmäßig einen Probealarm machen und prüfen, ob alle Nummern noch stimmen.

Steuer: Gerätekauf nicht absetzbar

Die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen gilt nach § 35a Abs. 5 EStG nur für Arbeitskosten, nicht für den Kauf eines Geräts. Für den Hausnotruf mit Zentrale in der eigenen Wohnung hat der Bundesfinanzhof die Ermäßigung 2023 ebenfalls abgelehnt. Was im betreuten Wohnen gilt und was als außergewöhnliche Belastung geht, steht auf der Seite Hausnotruf steuerlich absetzbar.

Unser Fazit

Mit Pflegegrad lohnt sich Kaufen fast nie: Der Dienst mit Zentrale kostet im Basistarif oft nichts und ist besser abgesichert. Ohne Pflegegrad kann ein gekauftes Gerät günstiger sein, wenn Angehörige in der Nähe zuverlässig erreichbar sind. Wer allein lebt, nachts allein ist, schon gestürzt ist oder beginnende Demenz hat, sollte die Zentrale nicht einsparen. Was Selbstzahler sonst wissen müssen, steht auf der Seite Hausnotruf ohne Pflegegrad.

Hausnotruf mit Zentrale: Anbieter

Wir haben die Websites der Anbieter ausgewertet und nur übernommen, was dort steht. Wir haben keine Geräte getestet und vergeben keine Testsieger.

  • Logo pflegetipp.de

    pflegetipp.de

    Versandanbieter

    Basisstation mit eingebauter SIM-Karte, Zusatzoptionen Sturzsensor (12,90 €), Kombi-Notruf mit GPS oder Notrufuhr (je 24,90 € im Monat).

    • Preis: 32,13 € im Monat ohne Pflegegrad, mit Pflegegrad laut Anbieter 0 €
    • Geräte: Basisstation mit Mobilfunk, Notrufknopf als Armband oder Kette, wasserdicht, optional mobiles GPS-Gerät, optional Notrufuhr, optional Sturzsensor
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Kündigung: monatlich kündbar
    • Anschluss: Versand in 2 bis 3 Werktagen, selbst einstecken
    • Für wen geeignet: Wer einen Pflegegrad hat, kein Festnetz braucht und das Gerät selbst anschließen kann.
  • Logo SmartVersorgt

    SmartVersorgt

    Versandanbieter

    Notrufzentrale rund um die Uhr, übernimmt den Antrag bei der Pflegekasse; vom selben Unternehmen kommt die Pflegebox BluBox.

    • Preis: ab 28,50 € im Monat, mit Pflegegrad laut Anbieter in der Regel vollständig von der Pflegekasse übernommen
    • Geräte: stationäres Gerät, mobiles Gerät mit GPS
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Anschluss: SIM-Karte vorinstalliert, nach dem Einstecken einsatzbereit
    • Für wen geeignet: Wer Hausnotruf und Pflegebox aus einer Hand beantragen will.
  • Logo Gardia

    Gardia

    Notrufarmband

    Reines Armband ohne Basisstation, funktioniert zu Hause und unterwegs; Notrufzentrale von Bosch rund um die Uhr, App für Angehörige mit Standort und Akkustand.

    • Preis: Armband einmalig 199,95 € (im Angebot zeitweise günstiger); Abo 17,95 € nur mit App, 32,90 € mit Notrufzentrale, mit Pflegegrad laut Anbieter ab 0 €
    • Anschluss: keine Anschlussgebühr, das Armband wird gekauft und nicht von der Kasse erstattet
    • Geräte: Notrufarmband mit Notruftaste, automatische Sturzerkennung, GPS-Ortung, eSIM mit mehreren Netzen, europaweit
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Kündigung: monatlich kündbar, erster Monat kostenlos, 30 Tage Rückgabe
    • Für wen geeignet: Wer ein einziges Gerät für drinnen und draußen möchte und den Kaufpreis des Armbands selbst tragen kann.
  • Johanniter

    Hilfsorganisation

    Ab dem Komfortpaket Schlüsselhinterlegung und eigener Einsatzdienst rund um die Uhr, im Premiumpaket wöchentliche Anrufe.

    • Preis: Basis ab 27 €, Komfort ab 55 €, Premium ab 85 € im Monat, regional abweichend
    • Geräte: Basisstation, Notrufknopf als Armband oder Kette
    • Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
    • Anschluss: Installation und Einweisung vor Ort
    • Für wen geeignet: Wer niemanden in der Nähe hat, der im Notfall mit Schlüssel kommen kann.
  • Malteser

    Hilfsorganisation

    Ab Komplettsicherheit Bereitschaftsdienst mit Schlüsselhinterlegung, im Plus-Paket Bewegungserkennung; Angehörigen-App.

    • Preis: Grundsicherheit 27,00 €, Komplettsicherheit 60,40 €, Komplettsicherheit Plus 64,90 € im Monat
    • Anschluss: laut Anbieter derzeit keine Anschlussgebühr (Aktion bis Oktober 2026)
    • Geräte: Hausnotrufgerät mit Lautsprecher, Notrufknopf als Armband oder Kette, optional Bewegungsmelder und Rauchmelder
    • Funktioniert ohne Festnetz
    • Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
    • Kündigung: ein Monat zum Monatsende
    • Für wen geeignet: Wer einen Bereitschaftsdienst vor Ort und eine kurze Kündigungsfrist will.
  • Libify

    Versandanbieter

    Drei Gerätelinien vom einfachen Notrufknopf bis zum mobilen Notruf mit automatischer Sturzerkennung.

    • Preis: Preise je Modell auf Anfrage, libifyBasic mit Pflegegrad laut Anbieter kostenlos
    • Geräte: libifyBasic: Basisstation mit Funksender, libifyHome: Sturzerkennung, App, libifyMobil 2.0: mobiler Notruf mit GPS und Sturzsensor
    • Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
    • Für wen geeignet: Wer viel unterwegs ist oder eine automatische Sturzerkennung möchte.

Diese Übersicht enthält Links zu Anbietern. Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen, die Reihenfolge ist keine Bewertung. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 20.09.2026, ohne Gewähr.* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.

Das solltest du jetzt tun

  1. Pflegegrad klären: Mit Pflegegrad den Dienst mit Zentrale beantragen, er kostet im Basistarif oft nichts.
  2. Ohne Pflegegrad ehrlich prüfen: Wer ist im Notfall erreichbar, tagsüber und nachts, und wer hat einen Schlüssel?
  3. Beim Kauf auf drei Dinge achten: Anschluss (analog, Router oder Mobilfunk), Akku bei Stromausfall, Reichweite des Funkknopfs.
  4. Monatlich testen: Probealarm auslösen und prüfen, ob alle Kontakte noch stimmen.

Häufige Fragen