Hilfsmittel & Wohnen
Wie viele Pflegebedürftige leben allein? Rund 2,1 Millionen, bei Pflegegrad 1 und 2 fast jeder Zweite (Zahlen 2025)
Rund 2,1 bis 2,2 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland leben allein in der eigenen Wohnung. Das ergibt sich aus den Alleinlebenden-Quoten des Medizinischen Dienstes für 2025 (47,3 Prozent bei Pflegegrad 1, 43,1 bei Pflegegrad 2, 32,1 bei Pflegegrad 3, 16,5 bei Pflegegrad 4, 8,6 bei Pflegegrad 5, jeweils bezogen auf alle Begutachteten) und den 5,16 Millionen ambulanten Leistungsbeziehern der sozialen Pflegeversicherung Ende 2025. Frauen leben mit 44,1 Prozent deutlich häufiger allein als Männer mit 26,1 Prozent, und von allen Menschen ab 85 Jahren leben 55,8 Prozent allein. Für alle diese Haushalte gilt: Ab Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse 27 Euro im Monat für einen Hausnotruf.
Wer allein lebt und stürzt, kann niemanden rufen. Deshalb ist die Frage, wie viele Pflegebedürftige allein zu Hause leben, mehr als Statistik: Sie beschreibt die Gruppe, für die ein Hausnotruf gedacht ist. Eine amtliche Zahl gibt es nicht, weil die Pflegestatistik die Haushaltsform nicht erfasst. Seit Juli 2026 lässt sie sich aber berechnen: Der Medizinische Dienst hat erstmals ausgewiesen, wie viele Begutachtete je Pflegegrad allein leben, und das Bundesgesundheitsministerium nennt die Leistungsbezieher je Pflegegrad. Das Ergebnis: rund 2,1 bis 2,2 Millionen Menschen.
Die Zahlen des Medizinischen Dienstes
Der Report Pflegebedürftigkeit 2026 wertet die rund 3,1 Millionen Pflegebegutachtungen des Jahres 2025 aus. Für jede begutachtete Person ist die Wohnsituation erfasst: allein zu Hause, zu Hause mit anderen Personen oder im Pflegeheim. Für 13 Prozent fehlt die Angabe, alle Quoten beziehen sich auf die gültigen Fälle.
| Pflegegrad | lebt allein zu Hause | lebt zu Hause mit anderen | lebt im Pflegeheim |
|---|---|---|---|
| 1 | 47,3 % | 51,5 % | 0,9 % |
| 2 | 43,1 % | 52,5 % | 4,0 % |
| 3 | 32,1 % | 51,5 % | 16,4 % |
| 4 | 16,5 % | 43,6 % | 39,9 % |
| 5 | 8,6 % | 36,3 % | 55,1 % |
Zwei Muster fallen auf. Erstens leben bei den leichteren Pflegegraden fast so viele Menschen allein wie mit anderen zusammen; die Vorstellung, Pflegebedürftige würden meist von Angehörigen im selben Haushalt betreut, stimmt für Pflegegrad 1 und 2 nur zur Hälfte. Zweitens kippt das Bild ab Pflegegrad 4: Wer so viel Hilfe braucht, lebt entweder mit Angehörigen oder im Heim. Nach Geschlecht ist der Unterschied noch deutlicher: 44,1 Prozent der ambulant versorgten Frauen leben allein, aber nur 26,1 Prozent der Männer, weil Frauen ihre Partner häufiger überleben.
Von den Quoten zur Zahl: 2,1 Millionen
Die Quoten des Medizinischen Dienstes beziehen sich auf alle Begutachteten einschließlich der Heimbewohner. Um sie auf die ambulant versorgten Leistungsbezieher anzuwenden, rechnen wir den Heimanteil heraus: Bei Pflegegrad 3 leben zum Beispiel 32,1 von 83,6 Prozent der zu Hause Versorgten allein, also 38,4 Prozent. Diese bereinigten Quoten multiplizieren wir mit den ambulanten Leistungsbeziehern der sozialen Pflegeversicherung Ende 2025 aus der Statistik des Bundesgesundheitsministeriums.
| Pflegegrad | ambulant versorgt (Ende 2025) | davon allein lebend | alleinlebende Pflegebedürftige |
|---|---|---|---|
| 1 | 949.760 | 47,7 % | rund 453.000 |
| 2 | 2.255.424 | 44,9 % | rund 1.012.000 |
| 3 | 1.439.957 | 38,4 % | rund 553.000 |
| 4 | 400.654 | 27,5 % | rund 110.000 |
| 5 | 115.572 | 19,2 % | rund 22.000 |
| gesamt | 5.161.367 | 41,7 % | rund 2.150.000 |
Ohne die Bereinigung um den Heimanteil kämen 1,96 Millionen heraus, deshalb nennen wir eine Spanne von 2,1 bis 2,2 Millionen. Zwei Unschärfen bleiben: Die Quoten stammen von den 2025 Begutachteten, nicht vom gesamten Bestand, und die 354.055 ambulant versorgten Privatversicherten sind nicht enthalten, was die wahre Zahl eher erhöht. Für eine Größenordnung reicht das: Mehr als zwei Millionen Menschen mit Pflegegrad sind zu Hause auf sich gestellt, wenn etwas passiert.
Der Blick auf das Alter: 55,8 Prozent der ab 85-Jährigen leben allein
Das Statistische Bundesamt hat im Juni 2026 die Ergebnisse des Mikrozensus 2025 veröffentlicht: 17,3 Millionen Menschen leben in Deutschland allein, 20,9 Prozent der Bevölkerung. Bei den ab 65-Jährigen sind es 34,4 Prozent, bei den ab 85-Jährigen 55,8 Prozent. Gleichzeitig wächst die Gruppe der Hochaltrigen: 2024 lebten 6,1 Millionen Menschen ab 80 Jahren in Deutschland, etwa die Hälfte von ihnen pflegebedürftig; bis 2050 rechnet das Amt mit 8,5 bis 9,8 Millionen.
Zusammengenommen heißt das: Die Zahl alleinlebender Pflegebedürftiger wird weiter steigen, weil die geburtenstarken Jahrgänge ins hohe Alter kommen, die Kinderzahl kleiner ist als bei früheren Generationen und Kinder häufiger weit entfernt wohnen.
Was Alleinleben für die Pflege zu Hause bedeutet
- Der Notfall ohne Zeugen. Ein Sturz, ein Kreislaufkollaps oder ein Schlaganfall wird bei Alleinlebenden oft erst nach Stunden bemerkt. Die Zeit bis zur Hilfe entscheidet über Folgen; wie Stürze entstehen und was sie kosten, steht auf der Seite Sturz im Alter.
- Der Hausnotruf als Standardleistung. Genau für diese Situation zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 den Basistarif eines Hausnotrufs mit 27 Euro im Monat: wenn die Person allein lebt oder über weite Teile des Tages allein ist und im Notfall nicht sicher selbst Hilfe holen kann. Seit September 2026 reicht die Empfehlung der Pflegefachkraft, siehe Hausnotruf ohne Rezept; den Antrag erklärt die Seite Hausnotruf beantragen.
- Wer kommt? Der Hausnotruf löst nur das Melden, nicht das Kommen. Alleinlebende brauchen eine Antwort auf die Frage, wer mit Schlüssel vor der Tür steht: Angehörige in der Nähe, Nachbarn oder ein Einsatzdienst des Anbieters. Für Kinder, die weit weg wohnen, ist das der wichtigste Punkt, siehe Hausnotruf für Angehörige.
- Pflegegrad 1 wird 2027 seltener. Der Regierungsentwurf der Pflegereform hebt die Punktschwellen an; wer die Einstufung noch 2026 schafft, behält sie mit Bestandsschutz. Für Alleinlebende mit beginnenden Einschränkungen ist der Pflegegrad-Antrag deshalb jetzt dran, auch wegen des Hausnotruf-Zuschusses.
Anbieter für Alleinlebende
Für Alleinlebende zählt vor allem, ob der Anbieter einen Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung vor Ort hat oder ob die Zentrale Angehörige und Rettungsdienst alarmiert. Die Unterschiede stehen in den Boxen und im Anbieter-Vergleich:

pflegetipp.de
VersandanbieterBasisstation mit eingebauter SIM-Karte, Zusatzoptionen Sturzsensor (12,90 €), Kombi-Notruf mit GPS oder Notrufuhr (je 24,90 € im Monat).
- Preis: 32,13 € im Monat ohne Pflegegrad, mit Pflegegrad laut Anbieter 0 €
- Geräte: Basisstation mit Mobilfunk, Notrufknopf als Armband oder Kette, wasserdicht, optional mobiles GPS-Gerät, optional Notrufuhr, optional Sturzsensor
- Funktioniert ohne Festnetz
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Kündigung: monatlich kündbar
- Anschluss: Versand in 2 bis 3 Werktagen, selbst einstecken
- Für wen geeignet: Wer einen Pflegegrad hat, kein Festnetz braucht und das Gerät selbst anschließen kann.

SmartVersorgt
VersandanbieterNotrufzentrale rund um die Uhr, übernimmt den Antrag bei der Pflegekasse; vom selben Unternehmen kommt die Pflegebox BluBox.
- Preis: ab 28,50 € im Monat, mit Pflegegrad laut Anbieter in der Regel vollständig von der Pflegekasse übernommen
- Geräte: stationäres Gerät, mobiles Gerät mit GPS
- Funktioniert ohne Festnetz
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Anschluss: SIM-Karte vorinstalliert, nach dem Einstecken einsatzbereit
- Für wen geeignet: Wer Hausnotruf und Pflegebox aus einer Hand beantragen will.

Gardia
NotrufarmbandReines Armband ohne Basisstation, funktioniert zu Hause und unterwegs; Notrufzentrale von Bosch rund um die Uhr, App für Angehörige mit Standort und Akkustand.
- Preis: Armband einmalig 199,95 € (im Angebot 99,95 €); Abo 17,95 € nur mit App, 32,90 € mit Notrufzentrale, mit Pflegegrad laut Anbieter ab 0 €
- Anschluss: keine Anschlussgebühr, das Armband wird gekauft und nicht von der Kasse erstattet
- Geräte: Notrufarmband mit Notruftaste, automatische Sturzerkennung, GPS-Ortung, eSIM mit mehreren Netzen, europaweit
- Funktioniert ohne Festnetz
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Kündigung: monatlich kündbar, erster Monat kostenlos, 30 Tage Rückgabe
- Für wen geeignet: Wer ein einziges Gerät für drinnen und draußen möchte und den Kaufpreis des Armbands selbst tragen kann.
Johanniter
HilfsorganisationAb dem Komfortpaket Schlüsselhinterlegung und eigener Einsatzdienst rund um die Uhr, im Premiumpaket wöchentliche Anrufe.
- Preis: Basis ab 27 €, Komfort ab 55 €, Premium ab 85 € im Monat, regional abweichend
- Geräte: Basisstation, Notrufknopf als Armband oder Kette
- Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
- Anschluss: Installation und Einweisung vor Ort
- Für wen geeignet: Wer niemanden in der Nähe hat, der im Notfall mit Schlüssel kommen kann.
Malteser
HilfsorganisationAb Komplettsicherheit Bereitschaftsdienst mit Schlüsselhinterlegung, im Plus-Paket Bewegungserkennung; Angehörigen-App.
- Preis: Grundsicherheit 27,00 €, Komplettsicherheit 60,40 €, Komplettsicherheit Plus 64,90 € im Monat
- Anschluss: laut Anbieter derzeit keine Anschlussgebühr (Aktion bis Oktober 2026)
- Geräte: Hausnotrufgerät mit Lautsprecher, Notrufknopf als Armband oder Kette, optional Bewegungsmelder und Rauchmelder
- Funktioniert ohne Festnetz
- Einsatzdienst mit Schlüsselhinterlegung buchbar
- Kündigung: ein Monat zum Monatsende
- Für wen geeignet: Wer einen Bereitschaftsdienst vor Ort und eine kurze Kündigungsfrist will.
Libify
VersandanbieterDrei Gerätelinien vom einfachen Notrufknopf bis zum mobilen Notruf mit automatischer Sturzerkennung.
- Preis: Preise je Modell auf Anfrage, libifyBasic mit Pflegegrad laut Anbieter kostenlos
- Geräte: libifyBasic: Basisstation mit Funksender, libifyHome: Sturzerkennung, App, libifyMobil 2.0: mobiler Notruf mit GPS und Sturzsensor
- Stellt den Antrag bei der Pflegekasse
- Für wen geeignet: Wer viel unterwegs ist oder eine automatische Sturzerkennung möchte.
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Für Redaktionen und Beratungsstellen
Die Zahlen dieser Seite dürfen mit Quellenangabe (Medizinischer Dienst Bund, Report Pflegebedürftigkeit 2026; Bundesgesundheitsministerium, Zahlen und Fakten zur Pflegeversicherung, Stand Juli 2026; eigene Berechnung Pflegeweide) frei verwendet werden. Für eine regionale Näherung gilt: Rund 2,5 Prozent der Bevölkerung sind alleinlebende Pflegebedürftige zu Hause, in einer Stadt mit 100.000 Einwohnern also etwa 2.500 Menschen. Genauere Werte liefern die Landesämter mit der Zahl der ambulant Versorgten je Pflegegrad, auf die sich die Quoten der Tabelle anwenden lassen. Wir aktualisieren die Seite, sobald die Pflegestatistik 2025 des Statistischen Bundesamts erscheint, voraussichtlich im Dezember 2026.
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Häufige Fragen
Quellen
- Medizinischer Dienst Bund: Report Pflegebedürftigkeit 2026, Wohnsituation 2025 nach Geschlecht und Pflegegrad (S. 16 f.), 15.07.2026 (Stand 2026-07-15)
- Bundesministerium für Gesundheit: Zahlen, Daten und Fakten zur Pflegeversicherung, Stand Juli 2026, Tabelle IV (ambulante Leistungsbeziehende 2025 nach Pflegegrad) (Stand 2026-07-01)
- Statistisches Bundesamt: 17,3 Millionen Menschen in Deutschland leben allein, Pressemitteilung N041 vom 24.06.2026 (Mikrozensus 2025: 34,4 Prozent der ab 65-Jährigen, 55,8 Prozent der ab 85-Jährigen) (Stand 2026-06-24)
- Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung 446 vom 11.12.2025 (6,1 Millionen Menschen ab 80 Jahren 2024, Ausblick bis 2050) (Stand 2025-12-11)
- § 40 SGB XI: Pflegehilfsmittel (Hausnotruf als technisches Pflegehilfsmittel ab Pflegegrad 1) (Stand 2026-10-25)
Autor/in
Redaktion
Redaktionsteam
Zuletzt aktualisiert
25.10.2026
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