Hilfsmittel & Wohnen
Dekubitus vorbeugen 2026: Umlagern, Hautschutz, Anti-Dekubitus-Matratze auf Rezept und was die Kasse zahlt
Ein Dekubitus entsteht, wenn Druck die Haut über Knochenvorsprüngen zu lange von der Durchblutung abschneidet. Die wirksamste Vorbeugung ist Bewegung und regelmäßiges Umlagern nach einem individuellen Plan, nicht nach der Uhr; dazu tägliche Hautkontrolle mit dem Fingertest, saubere und vor Nässe geschützte Haut, Fersen frei lagern, ausreichend essen und trinken. Eine Anti-Dekubitus-Matratze oder ein Sitzkissen zahlt die Krankenkasse auf Rezept als Leihgabe gegen höchstens 10 Euro Zuzahlung; Lagerungsrollen und -kissen gibt es als Pflegehilfsmittel der Pflegekasse. Hautschutzcremes zahlst du selbst, Eincremen allein verhindert keinen Dekubitus.
Wundliegen ist in der häuslichen Pflege die Komplikation, die am meisten Leid verursacht und am besten zu verhindern ist. Ein Dekubitus beginnt als Rötung, die nicht mehr verschwindet, und kann innerhalb von Tagen zu einer tiefen Wunde werden, die Monate braucht, um zu heilen. Diese Seite erklärt, was wirklich schützt, was du dir sparen kannst, welche Hilfsmittel Kranken- und Pflegekasse zahlen und wo Hautschutz seinen Platz hat.
Wie ein Dekubitus entsteht und wer gefährdet ist
Druck presst die Haut über einem Knochenvorsprung gegen die Unterlage und unterbricht die Durchblutung; nach einigen Stunden stirbt Gewebe ab. Reibung und Scherkräfte, etwa wenn jemand im Bett nach unten rutscht oder über das Laken gezogen wird, verstärken den Schaden, Nässe durch Inkontinenz oder Schweiß weicht die Haut auf. Typische Stellen sind Steißbein und Gesäß, Fersen, Hüftknochen, Knöchel, Schulterblätter, Ellenbogen und Hinterkopf, beim Sitzen die Sitzbeinhöcker.
Gefährdet ist, wer sich nicht mehr selbst bewegen oder Druckschmerz nicht spüren kann: nach Schlaganfall oder bei Lähmung, bei fortgeschrittener Demenz, bei Diabetes mit Nervenschäden, bei Durchblutungsstörungen, bei Untergewicht oder starkem Übergewicht, bei Inkontinenz und nach einem früheren Dekubitus an derselben Stelle. Der Expertenstandard verlangt von Pflegediensten eine Risikoeinschätzung zu Beginn der Pflege und bei jeder Veränderung; zu Hause übernimmst du diese Rolle mit dem täglichen Blick auf die Haut.
Die vier Kategorien erkennen
| Kategorie | Was du siehst | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| 1 | Haut intakt, aber eine Rötung, die beim Fingertest nicht weiß wird; die Stelle kann wärmer, kälter, härter oder schmerzhaft sein | Stelle sofort und dauerhaft entlasten, Lagerungsplan verkürzen, Pflegedienst oder Hausarzt informieren |
| 2 | Oberste Hautschichten offen: Blase, Abschürfung, flache Wunde mit rosa Wundgrund | Arzt verordnet Wundauflage und Hilfsmittel, Pflegedienst für Behandlungspflege einschalten |
| 3 | Alle Hautschichten zerstört, Fettgewebe sichtbar, oft Belag oder Taschen | Wundversorgung durch Fachkraft, Anti-Dekubitus-Matratze, Ernährung prüfen |
| 4 | Muskeln, Sehnen oder Knochen liegen frei | Wie 3, häufig chirurgische Behandlung, Gefahr einer Blutvergiftung |
Der Fingertest: Drück zwei Sekunden mit dem Finger auf die Rötung. Blasst sie ab und färbt sich danach wieder rot, ist die Haut durchblutet und braucht nur Entlastung und Beobachtung. Bleibt sie rot, ist es ein Dekubitus der Kategorie 1. Bei dunkler Haut ist die Rötung oft nicht sichtbar; dann zählen Temperatur, Härte, Schmerz und ein Farbunterschied zur Umgebung. Prüfe die gefährdeten Stellen mindestens einmal am Tag, am besten beim Waschen, und schau nach jeder längeren Liege- oder Sitzphase nach.
Umlagern: nach Plan, nicht nach der Uhr
Bewegung ist der wirksamste Schutz. Alles, was die Person selbst kann, zählt: sich im Bett drehen, das Gewicht im Sitzen verlagern, zum Essen an den Tisch kommen, ein paar Schritte gehen. Erst wenn das nicht mehr reicht, übernimmst du den Positionswechsel.
Ein festes Intervall gibt es nicht. Die internationale Leitlinie und der Expertenstandard verlangen einen individuellen Plan, der sich nach Beweglichkeit, Hautzustand, Allgemeinzustand, Schmerzen und Schlaf richtet; Studien konnten keinen besten Abstand belegen, und zu häufiges Umlagern stört den Schlaf und belastet den Rücken der Pflegenden. Bewährt hat sich: mit zwei bis vier Stunden beginnen, die Haut nach jedem Wechsel ansehen und den Abstand verkürzen, wenn eine Rötung länger als ein paar Minuten bleibt. Mit einer druckverteilenden Matratze sind nachts längere Phasen vertretbar. Notiere die Wechsel im Pflegetagebuch; das hilft dem Pflegedienst und bei der Begutachtung.
So lagerst du richtig:
- 30-Grad-Seitenlage statt 90 Grad: Die Person liegt schräg auf dem Rücken, ein Kissen oder eine Lagerungsrolle stützt den Rücken, Steißbein und Hüftknochen bleiben frei. Zwischen Rücken-, rechter und linker 30-Grad-Lage wechseln.
- Kopfteil flach halten, soweit es Atmung und Essen erlauben; je steiler das Kopfteil, desto stärker rutscht die Person nach unten und desto größer sind die Scherkräfte am Steißbein.
- Fersen frei lagern: ein Kissen unter die Wade, so dass die Ferse schwebt, die Kniekehle nicht durchgedrückt ist und die Achillessehne nicht aufliegt. Fersenschoner aus Schaumstoff schützen vor Reibung, erhöhen aber beim Aufstehen die Sturzgefahr.
- Nicht ziehen, sondern heben oder rollen: Gleitmatte oder ein Stecklaken benutzen, die Haut nie über die Unterlage schleifen. Der Pflegedienst zeigt die Technik; Pflegekurse nach § 45 SGB XI sind kostenlos.
- Sitzen begrenzen: Im Sitzen lastet mehr Druck auf dem Gesäß als im Liegen. Wer nicht selbst das Gewicht verlagern kann, sollte nicht länger als ein bis zwei Stunden am Stück sitzen, am besten auf einem Schaumstoff- oder Luftkissen.
- Keine Hilfsmittel aus der Vergangenheit: Fellimitate ohne Prüfung, Gummiringe und Wassermatratzen bringen nichts; Massage der geröteten Stelle, Föhnen, Eis oder Alkohol schaden.
Haut sauber, trocken, geschützt
Eincremen allein verhindert keinen Dekubitus, dafür gibt es keinen Nachweis. Die Leitlinie empfiehlt stattdessen ein einfaches Schema, das vor allem bei Inkontinenz zählt:
- Reinigen nach jeder Inkontinenzepisode mit lauwarmem Wasser oder einem pH-hautneutralen Waschprodukt, keine alkalische Seife, nicht rubbeln, trocken tupfen.
- Schützen mit einem Hautschutzprodukt, das Nässe von der Haut fernhält: Barrierecreme (zum Beispiel mit Zinkoxid oder Dimeticon, dünn), transparenter Hautschutzfilm als Spray oder Tuch, oder Hautschutzschaum. Dick aufgetragene Zinkpaste verklebt die Einlage und verdeckt die Haut, deshalb dünn und durchsichtig.
- Feuchtigkeit bei trockener, schuppiger Haut mit einer Lotion oder einem Hautfluid, besonders an Unterschenkeln und Rücken.
- Saugstarke Inkontinenzprodukte verwenden und rechtzeitig wechseln; atmungsaktive Vorlagen oder Pants statt Folienwindeln, sofern die Saugleistung reicht. Welche Produkte die Kasse zahlt, steht auf der Seite Inkontinenzeinlagen auf Rezept.
- Textilien glatt halten: keine Falten im Laken, keine Krümel, Bettschutzeinlagen aus der Pflegebox statt Plastikfolie.
- Vorbeugende Schaumauflagen aus Silikonschaum auf Steißbein oder Fersen schützen vor Reibung bei hohem Risiko; der Arzt kann sie als Verbandmittel verordnen, wenn bereits eine Hautschädigung besteht.
Hautschutzprodukte sind Körperpflege und keine Kassenleistung: Sie stehen weder in der Pflegebox noch im Hilfsmittelverzeichnis, und Arzneimittel sind sie nicht. Du bezahlst sie selbst, etwa aus dem Pflegegeld. Preise in Versandapotheken vom 18. und 25.10.2026:
| Produkt | Packung | Preis | Hinweis |
|---|---|---|---|
| MoliCare Skin Hautschutzcreme | 200 ml | 6,99 € | Barrierecreme mit Zinkoxid, für den täglichen Wechsel |
| MoliCare Skin Hautfluidgel | 200 ml | 9,69 € | Feuchtigkeit für trockene Haut |
| Multilind DermaCare Protect | 200 ml | 20,40 € | Wundschutz-Pflegecreme |
| Coryt Protect Creme | 100 ml | 17,99 € | Barrierecreme |
| Cavilon Langzeit-Hautschutzcreme | 28 g | 10,49 bis 20,06 € | hält laut Hersteller bis zu drei Wechsel |
| Cavilon Langzeit-Hautschutzcreme | 92 g | 29,70 bis 41,55 € | gleicher Inhalt, große Tube |
| Cavilon reizfreier Hautschutz-Spray | 28 ml | 38,53 bis 40,35 € | transparenter Film ohne Alkohol, auch auf gereizter Haut |
Dieselbe Tube kostet je nach Apotheke bis zu 40 Prozent mehr oder weniger, Cavilon in der großen Tube ist je Gramm am günstigsten. Unsere Partner führen die Serien MoliCare Skin, Seni Care und Cavilon sowie Fersenschoner und Lagerungskissen; Versandbedingungen stehen in den Boxen:

apodiscounter
VersandapothekeBreites Pflegesortiment zum Selbstkauf, Rezeptversand ohne Versandkosten und Expresslieferung in Ballungsräumen. Keine Pflegebox über die Pflegekasse, keine Rollatoren oder Badhilfen.
- Versand: 3,99 €, kostenlos ab 29 € Bestellwert und bei jeder Rezeptbestellung, Mindestbestellwert 15 €
- Lieferung: Versand meist am selben Werktag bei Bestellung bis 16 Uhr, Zustellung in der Regel in 1 bis 2 Tagen
- Express: Lieferung am Folgetag zwischen 16 und 21 Uhr in Ballungsräumen, 4,99 €, mit Rezept kostenlos
- E-Rezept: Gesundheitskarte am Smartphone (NFC) im Browser oder in der App, QR-Code des Ausdrucks scannen, Ausdruck als Foto oder PDF hochladen, Papierrezept im Freiumschlag
- Zuzahlung: übernimmt laut eigenen Angaben die gesetzliche Zuzahlung bei digitaler Einlösung eines Kassenrezepts
- Sortiment: Inkontinenz (TENA, MoliCare, Seni, Attends), Handschuhe und Desinfektion, Hautschutz (MoliCare Skin, Cavilon), Trinknahrung (Fresubin, Fortimel), Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte, Wund- und Prothesenpflege
- Für wen geeignet: Wer Inkontinenzmaterial, Desinfektion oder Trinknahrung über die 42 € Pflegehilfsmittel hinaus bequem nach Hause bestellen und E-Rezepte online einlösen will.

Aliva Apotheke
VersandapothekeDeutsche Versandapotheke mit eigener Kategorie Pflegebedarf, großem Inkontinenz- und Trinknahrungssortiment und telefonischer Bestellung. Befreiungsausweis wird anerkannt. Keine Pflegebox über die Pflegekasse, kaum Mobilitätshilfen.
- Versand: 4,95 €, kostenlos ab 29 € Bestellwert und bei jeder Rezeptbestellung
- Lieferung: Versand innerhalb von 2 Arbeitstagen, beim E-Rezept laut Anbieter meist am nächsten Werktag
- E-Rezept: Gesundheitskarte am Smartphone (NFC) in der Aliva-App, Ausdruck des E-Rezepts im Freiumschlag einsenden, Papierrezept im Freiumschlag
- Zuzahlung: gesetzliche Zuzahlung wird berechnet
- Befreiung: Kopie des Befreiungsausweises vor der ersten Bestellung per E-Mail einreichen (AGB)
- Sortiment: Inkontinenz (TENA, MoliCare, Seni, Attends), Handschuhe und Desinfektion, Anti-Dekubitus-Hilfsmittel und Hautschutz, Trinknahrung und Dickungspulver, Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte, Verbandsmaterial
- Für wen geeignet: Wer eine deutsche Apotheke bevorzugt, von der Zuzahlung befreit ist oder lieber telefonisch bestellt.

apo.com
VersandapothekeSchwestermarke von apodiscounter mit fast gleichem Sortiment, zusätzlich Videoberatung und gematik-App-Anbindung. Keine Pflegebox über die Pflegekasse, keine Mobilitätshilfen.
- Versand: ab 3,99 €, kostenlos ab 29 € Bestellwert und bei jeder Rezeptbestellung, Mindestbestellwert 15 €
- Lieferung: Versand meist am selben Werktag bei Bestellung bis 16 Uhr, Zustellung in der Regel in 1 bis 2 Tagen
- Express: Lieferung am Folgetag zwischen 16 und 21 Uhr in zwölf Ballungsräumen, 4,99 €, mit Rezept kostenlos
- E-Rezept: Gesundheitskarte am Smartphone (NFC) in der App, QR-Code des Ausdrucks scannen, Ausdruck als Foto oder PDF hochladen, gematik-App, Papierrezept im Freiumschlag
- Zuzahlung: übernimmt laut eigenen Angaben die gesetzliche Zuzahlung bei digitaler Einlösung eines Kassenrezepts
- Sortiment: Inkontinenz (TENA, MoliCare, Seni, Attends), Handschuhe und Desinfektion, Hautschutz (MoliCare Skin, Seni Care, Cavilon), Trinknahrung (Fresubin, Fortimel), Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte, Wundversorgung und Mundpflege
- Für wen geeignet: Wer Trinknahrung, Hautschutz oder Wundversorgung regelmäßig braucht und das E-Rezept der Angehörigen in der App einlösen will.

apotheke.de
VersandapothekeSchwesterunternehmen von apodiscounter und apo.com auf demselben Shopsystem, mit eigenen Kategorien für Inkontinenz, Krankenpflege, Desinfektion und einer Kategorie „Pflegeboxen“, deren Inhalt und Abrechnung mit der Pflegekasse nicht geprüft sind. Bonusprogramm „Pluspunkte“.
- Versand: kostenlos ab 29 € Warenwert und bei jeder Rezeptbestellung (Fußzeile der Startseite), darunter laut Lieferseite 3,99 €
- Lieferung: Bestellungen mit sofort lieferbaren Artikeln bis 16 Uhr (Mo bis Fr) verlassen laut Anbieter meist am selben Tag das Haus
- Express: laut Startseite „Mo bis Fr bis 20 Uhr bestellen, morgen geliefert“ (Express-Lieferung, Bedingungen und Preis auf der Unterseite, nicht abrufbar)
- E-Rezept: E-Rezept online einlösen, laut Startseite mit Auslesen der Gesundheitskarte (E-Rezept-Express), Rezept einlösen über die Seite „Rezept einlösen“ (Wege im Einzelnen nicht geprüft)
- Zuzahlung: laut Startseiten-Banner „E-Rezept? 100 % Zuzahlung geschenkt“ (Bedingungen in Fußnote, nicht abrufbar); Fachpresse Juli 2025: bis 10 € Gutschrift je E-Rezept-Bestellung über die App, mit der Zuzahlung verrechnet
- Sortiment: Inkontinenz (eigene Kategorie), Krankenpflege und Medizinische Pflege (eigene Kategorien), Wundversorgung, Wund- und Narbenbehandlung, Desinfektionsmittel, Blutdruckmessgeräte, Hautpflege und Fußpflege
- Für wen geeignet: Wer schon Kunde bei apotheke.de ist oder die Preise der apo.com-Gruppe vergleichen will; Sortiment im Pflegebereich entspricht nach den Kategorien dem von apodiscounter.
Diese Übersicht enthält Links zu Anbietern. Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen, die Reihenfolge ist keine Bewertung. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 21.10.2026, ohne Gewähr.* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.
Matratzen, Auflagen, Sitzkissen: was die Krankenkasse zahlt
Druckverteilende Unterlagen senken das Risiko nachweislich. Die Leitlinie empfiehlt für Menschen mit Dekubitusrisiko eine spezielle Weichlagerungsmatratze statt einer normalen Schaumstoffmatratze und für Menschen mit hohem Risiko oder bestehendem Dekubitus die Prüfung einer Wechseldruckmatratze. Für das Rezept ist das die Reihenfolge:
| Stufe | Hilfsmittel | Für wen | Kasse |
|---|---|---|---|
| 1 | Weichlagerungsmatratze oder -auflage (viskoelastischer Schaum, Gel, Luft) | mittleres Risiko, Person kann sich noch etwas bewegen | Krankenkasse, Produktgruppe 11, Rezept |
| 2 | Wechseldruckmatratze oder -auflage mit Pumpe | hohes Risiko, Dekubitus Kategorie 1 bis 2, kaum Eigenbewegung | Krankenkasse, Produktgruppe 11, Rezept |
| 3 | Wechseldruck- oder Luftkammersystem als Matratzenersatz, Mikrostimulation | bestehender Dekubitus Kategorie 3 bis 4, vollständige Immobilität | Krankenkasse, Produktgruppe 11, Rezept |
| Sitzen | Schaumstoff-, Gel- oder Luftkissen für Stuhl und Rollstuhl | alle, die länger sitzen und das Gewicht nicht selbst verlagern können | Krankenkasse, Produktgruppe 11, Rezept |
| Fersen | Fersenschoner, Fersenfreilagerung | Risiko oder Dekubitus Kategorie 1 bis 2 an der Ferse | Krankenkasse, Produktgruppe 11, Rezept |
| Lagern | Lagerungsrollen, Halbrollen, Lagerungskissen, Keile | Positionierung in 30-Grad-Lage, Entlastung | Pflegekasse, Produktgruppe 53, ab Pflegegrad 1 ohne Rezept |
So läuft es: Der Hausarzt stellt das Rezept mit Diagnose und Risiko aus, am besten mit dem Hinweis des Pflegedienstes (Hilfsmittel werden erst ab Juli 2027 elektronisch verordnet, bis dahin ist es ein Papierrezept, anders als beim E-Rezept für Medikamente). Du gibst es an ein Sanitätshaus oder einen Homecare-Versorger, der Vertragspartner deiner Kasse ist; die Kassen nennen ihre Partner online. Der Versorger klärt die Genehmigung, liefert nach Hause, weist dich und die Pflegeperson ein und holt die Matratze zurück, wenn sie nicht mehr gebraucht wird. Du zahlst einmalig 10 Prozent, höchstens 10 Euro. Die Lieferung per Post ist bei Matratzen ausgeschlossen, weil Fachpersonal einstellen und einweisen muss; dauert die Lieferung, muss der Versorger eine Übergangslösung stellen. Das gilt auch im Pflegeheim: Eine medizinisch nötige Anti-Dekubitus-Matratze muss die Krankenkasse auch dort bezahlen.
Ein Pflegebett ist kein Hilfsmittel gegen Dekubitus, erleichtert aber Lagerung und Transfer und ist Voraussetzung für viele Matratzensysteme; es kommt als Pflegehilfsmittel der Pflegekasse oder bei medizinischer Notwendigkeit als Hilfsmittel der Krankenkasse. Lagerungsrollen und Lagerungskissen beantragst du mit Pflegegrad direkt bei der Pflegekasse; Produktgruppe und Zuzahlung stehen in der Pflegehilfsmittel-Liste. Die Zuzahlungen aller Hilfsmittel zählen zur Belastungsgrenze, ab der die Krankenkasse dich befreit: Zuzahlungsbefreiung-Rechner.
Essen, Trinken und Pflegegrad
Mangelernährung macht die Haut dünn und die Heilung langsam. Wer abnimmt oder wenig isst, braucht mehr Eiweiß und Kalorien: Die Leitlinie nennt bei bestehendem Dekubitus 30 bis 35 Kilokalorien und 1,2 bis 1,5 Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht am Tag. Angereichertes Essen kommt zuerst; reicht es nicht, kann der Arzt Standard-Trinknahrung verordnen, nicht aber Produkte, die speziell „zur Dekubitusprophylaxe“ beworben werden. Was die Kasse zahlt, steht auf der Seite Trinknahrung auf Rezept. Ausreichend trinken hält die Haut elastisch; bei Inkontinenz ist weniger Trinken der falsche Weg.
Für den Pflegegrad zählt die eingeschränkte Mobilität im Modul 1: Positionswechsel im Bett, Halten einer stabilen Sitzposition, Umsetzen. Wer gelagert werden muss, erreicht dort hohe Werte; Hautbeobachtung und Lagerung gehören in das Pflegetagebuch für die Begutachtung. Ab Pflegegrad 2 übernimmt die Pflegekasse über die Sachleistung auch Einsätze des Pflegedienstes zur Lagerung, ab Pflegegrad 1 beraten Pflegedienste kostenlos zu Hause.
Wann du sofort handeln musst
- Eine Rötung bleibt beim Fingertest bestehen: Stelle vollständig entlasten, Lagerungsplan verkürzen, binnen eines Tages dem Pflegedienst oder Hausarzt zeigen.
- Blase, offene Stelle oder schwarzer Fleck über Ferse oder Steißbein: Arzttermin am selben oder nächsten Tag, nichts selbst behandeln, keine Salben in die Wunde.
- Fieber, übler Geruch, Schmerz oder Verwirrtheit bei bestehender Wunde: Notfall, ärztlicher Bereitschaftsdienst oder Rettungsdienst.
- Der Pflegedienst dokumentiert einen Dekubitus bei einem Heimbewohner oder zu Hause: Frag nach dem Lagerungsplan und der Risikoeinschätzung, beides schreibt der Expertenstandard vor.
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Belastungsgrenze nach § 62 SGB V: 2 oder 1 Prozent der Einnahmen, Freibeträge 2026, Erstattung und Vorauszahlung.
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Häufige Fragen
Quellen
- EPUAP, NPIAP, PPPIA: Prävention und Behandlung von Dekubitus, Kurzfassung der Leitlinie 2019 (deutsche Übersetzung): Kategorien, Hautpflegeschema, Positionswechsel, Fersenfreilagerung, Matratzen (Stand 2019-11-01)
- DNQP: Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege, 2. Aktualisierung 2017 (Auszug); 3. Aktualisierung angekündigt für Anfang 2027 (Presseinformation 11.02.2026) (Stand 2026-02-11)
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Druckgeschwüren vorbeugen (Umlagern ohne pauschale Frequenz, Fersen, Matratzen, Hautpflege ohne Nachweis, Ernährung), aktualisiert 18.02.2026 (Stand 2026-02-18)
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Druckgeschwür (Dekubitus), Stadien 1 bis 4, Risikofaktoren, typische Stellen, aktualisiert 18.02.2026 (Stand 2026-02-18)
- § 33 SGB V: Hilfsmittel der Krankenkasse (Anspruch, Zuzahlung Abs. 8) (Stand 2026-10-25)
- § 40 SGB XI: Pflegehilfsmittel (Abs. 3: Zuzahlung 10 Prozent, höchstens 25 Euro bei technischen Pflegehilfsmitteln) (Stand 2026-10-25)
- Barmer: Hilfsmittel gegen Dekubitus (Lagerungskissen, Sitzkissen, Ablauf über Vertragspartner, Zuzahlung), Stand 08.09.2026 (Stand 2026-09-08)
- DAK-Gesundheit: Antidekubitus-Hilfsmittel (Verordnung, Vertragspartner, Einweisung, Rückgabe), Stand 01.10.2026 (Stand 2026-10-01)
- BKK der Deutschen Bank: Versorgung mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus, Produktgruppe 11 (Lieferung, Einweisung durch Fachpersonal, Rückholung, Zuzahlung höchstens 10 Euro) (Stand 2018-07-19)
- Aliva Apotheke: Anti-Dekubitus-Hilfsmittel und Hautschutz (Sortiment und Preise, Stand 25.10.2026) (Stand 2026-10-25)
- apodiscounter: MoliCare Skin Hautschutzcreme 200 ml (Preis, Stand 18.10.2026) (Stand 2026-10-18)
Autor/in
Redaktion
Redaktionsteam
Zuletzt aktualisiert
25.10.2026
Texte entstehen mit KI-Unterstützung und werden mit Gesetzestext und den Angaben des Bundesgesundheitsministeriums abgeglichen. So arbeiten wir.