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Betreuung & Heim

24-Stunden-Pflege Kosten 2026: Preise je Modell, Eigenanteil je Pflegegrad, wer zahlt

Eine 24-Stunden-Pflege im üblichen Entsendemodell kostet als Richtwert 2.500 bis 3.800 Euro im Monat inklusive Vermittlung, dazu 300 bis 400 Euro Kost und Logis. Die Krankenkasse zahlt die Betreuungskraft nicht, die Pflegekasse auch nicht direkt: Pflegegeld, anteilige Verhinderungspflege und die Steuerermäßigung nach § 35a EStG senken den Eigenanteil aber deutlich, bei Pflegegrad 3 und Grundkenntnissen Deutsch auf rund 1.270 bis 1.770 Euro im Monat. Reicht das eigene Geld nicht, kann das Sozialamt über die Hilfe zur Pflege einspringen, Kinder zahlen erst ab 100.000 Euro Jahreseinkommen mit.

24-Stunden-Pflege Kosten: Taschenrechner und Münzen für den monatlichen Eigenanteil

Die Angebote der Agenturen reichen von „ab 1.900 Euro“ bis über 3.000 Euro im Monat, und am Ende zahlen Familien oft mehr als gedacht. Diese Seite rechnet ehrlich durch: was eine 24-Stunden-Pflege je nach Modell kostet, was nach Pflegegeld, Verhinderungspflege und Steuer bei deinem Pflegegrad übrig bleibt und wer einspringt, wenn das Geld nicht reicht. Wie die Modelle rechtlich funktionieren, steht auf der Seite 24-Stunden-Betreuung.

Was eine 24-Stunden-Pflege im Monat kostet

Den größten Unterschied machen das Modell und die Deutschkenntnisse der Betreuungskraft. Die Richtwerte enthalten die Vermittlung, aber nicht Kost und Logis.

Modell Grundkenntnisse Deutsch Gute Kenntnisse Sehr gute Kenntnisse
Entsendung über eine Agentur 2.500 bis 3.000 € 2.900 bis 3.400 € 3.300 bis 3.800 €
Selbständige Betreuungskraft 2.200 bis 2.800 € 2.600 bis 3.200 € 2.900 bis 3.500 €
Anstellung im eigenen Haushalt 3.800 bis 4.500 € 4.200 bis 5.000 € 4.600 bis 5.500 €

Richtwerte je Monat aus Anbieterangaben und Verbraucherzentrale, Stand 2025/2026. Verbindlich ist nur das Angebot.

Dazu kommen je nach Bedarf:

Posten Richtwert
Aufschlag für nächtlichen Hilfebedarf 200 bis 400 € im Monat
Aufschlag für Demenz-Erfahrung 150 bis 300 € im Monat
Aufschlag für Führerschein 100 bis 200 € im Monat
Kost und Logis (Zimmer, Verpflegung) 300 bis 400 € im Monat
Reisekosten bei jedem Wechsel, laut Anbieterseiten oft rund 125 € je Reise

Das Entsendemodell ist das übliche. Die Anstellung im eigenen Haushalt ist am teuersten, weil du Arbeitgeber bist und Mindestlohn, Arbeitgeberanteile, Urlaub und Vertretung selbst trägst. Selbständige Betreuungskräfte sind am günstigsten, bergen aber das Risiko der Scheinselbständigkeit. Die Verbraucherzentrale rät von diesem Modell ab.

Eigenanteil je Pflegegrad

Die Pflegekasse zahlt die Betreuungskraft nicht, aber drei Entlastungen senken den Eigenanteil: das Pflegegeld, der anteilige Jahresbetrag für Verhinderungspflege und die Steuerermäßigung. So sieht das im Entsendemodell aus:

Pflegegrad Pflegegeld Verhinderungspflege anteilig, bis zu Steuer, bis zu Eigenanteil mit Grundkenntnissen Eigenanteil mit guten Kenntnissen
Pflegegrad 2 347 € 295 € 333 € 1.530 bis 2.030 € 1.930 bis 2.430 €
Pflegegrad 3 599 € 295 € 333 € 1.270 bis 1.770 € 1.670 bis 2.170 €
Pflegegrad 4 800 € 295 € 333 € 1.070 bis 1.570 € 1.470 bis 1.970 €
Pflegegrad 5 990 € 295 € 333 € 880 bis 1.380 € 1.280 bis 1.780 €

Eigenanteil je Monat ohne Aufschläge, zuzüglich Kost und Logis. Gerechnet mit dem Kosten-Schätzer, in dem du auch Nachtbedarf, Demenz und die anderen Modelle einstellen kannst.

Bei Pflegegrad 1 gibt es weder Pflegegeld noch Verhinderungspflege, die Kosten trägst du bis auf die Steuerermäßigung selbst. Bei so geringem Hilfebedarf ist eine 24-Stunden-Betreuung aber selten nötig; oft reichen stundenweise Hilfe über den Entlastungsbetrag und ein Hausnotruf.

Zwei Punkte, die in der Rechnung stecken:

  • Verhinderungspflege ist kein fester Monatsbetrag. Die 3.539 Euro im Jahr gibt es nur für Zeiten, in denen die Betreuungskraft die pflegenden Angehörigen ersetzt, und nur gegen Nachweis. Die 295 Euro sind der Jahresbetrag geteilt durch zwölf, ein Höchstwert. Wer Kurzzeitpflege braucht, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt, hat weniger übrig.
  • Die Steuerermäßigung kommt erst mit dem Steuerbescheid. Du zahlst die volle Rechnung und bekommst bis zu 4.000 Euro im Jahr später zurück. Sie hilft nur, wenn jemand Einkommensteuer zahlt: die betreute Person selbst oder ein Angehöriger, der die Rechnung bezahlt und die Voraussetzungen erfüllt.

Zahlt die Krankenkasse die 24-Stunden-Pflege?

Nein. Die Betreuungskraft ist keine Leistung der Krankenkasse, auch nicht mit ärztlicher Verordnung. Die Krankenkasse zahlt aber weiterhin die häusliche Krankenpflege nach § 37 SGB V: medizinische Behandlungspflege wie Spritzen, Verbandswechsel, Medikamentengabe oder Kompressionsstrümpfe, die ein Pflegedienst auf Verordnung des Arztes übernimmt. Diese Aufgaben darf die Betreuungskraft ohnehin nicht übernehmen, beides ergänzt sich also.

Was die Pflegekasse beisteuert

  • Pflegegeld (§ 37 SGB XI): bleibt ab Pflegegrad 2 voll erhalten, weil die Betreuungskraft keine Pflegesachleistung ist. Kommt zusätzlich ein Pflegedienst für die Grundpflege, wird das Pflegegeld anteilig gekürzt; wie viel bleibt, zeigt der Pflegegeld-Rechner.
  • Verhinderungspflege (§ 39, § 42a SGB XI): gemeinsamer Jahresbetrag mit der Kurzzeitpflege von 3.539 Euro, einsetzbar für Zeiten, in denen die Betreuungskraft die Angehörigen ersetzt. Wie die Abrechnung läuft, steht auf der Seite Verhinderungspflege.
  • Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI): 131 Euro im Monat, aber nur für nach Landesrecht anerkannte Angebote. Eine privat vermittelte Betreuungskraft gehört in der Regel nicht dazu. Frag die Agentur, ob sie oder ein Partner anerkannt ist.
  • Pflegehilfsmittel und Hausnotruf: 42 Euro im Monat für Verbrauchsartikel wie Handschuhe und Desinfektion und 27 Euro für den Hausnotruf gibt es zusätzlich. Beides entlastet auch die Betreuungskraft, der Hausnotruf etwa in ihrer freien Zeit.

Wenn das Geld nicht reicht: Sozialamt und Familie

Reichen Rente, Pflegegeld und Erspartes nicht, kann das Sozialamt über die Hilfe zur Pflege (§ 61 SGB XII) einspringen. Einen festen Anspruch auf eine 24-Stunden-Betreuung gibt es dabei nicht: Das Amt prüft im Einzelfall, ob die Pflege zu Hause angemessen ist und ob es günstigere Lösungen gibt, etwa einen Pflegedienst mit Tagespflege. Vorher muss eigenes Vermögen bis auf das Schonvermögen eingesetzt werden. Stell den Antrag vor Beginn, denn das Sozialamt zahlt nicht für die Zeit, bevor es von der Notlage wusste.

Kinder müssen für die Pflege ihrer Eltern erst mitzahlen, wenn ihr Jahreseinkommen über 100.000 Euro brutto liegt (§ 94 Abs. 1a SGB XII). Darunter fordert das Sozialamt nichts von ihnen.

Wird es 2027 teurer?

Der gesetzliche Mindestlohn steigt am 1. Januar 2027 von 13,90 auf 14,60 Euro pro Stunde. Bei einer Anstellung im eigenen Haushalt steigen deine Kosten damit direkt. Auch entsandte Betreuungskräfte haben in Deutschland Anspruch auf den Mindestlohn; Agenturen geben Erhöhungen meist über die Monatspauschale weiter. Frag deshalb vor Vertragsschluss, wann Preisanpassungen möglich sind und mit welcher Frist sie angekündigt werden.

Ob sich an den Leistungen der Pflegekasse 2027 etwas ändert, hängt an der Pflegereform. Der Regierungsentwurf vom 30. September 2026 hebt das Pflegegeld als Entlastungsbudget auf 380 bis 1.080 Euro an, streicht aber die Verhinderungspflege als eigene Leistung; wer sie heute für die Betreuungskraft einsetzt, hätte rund 205 bis 264 Euro mehr Eigenanteil im Monat. Beschlossen ist das nicht. Die Rechnung je Pflegegrad steht auf der Seite 24-Stunden-Betreuung und Pflegereform, der Stand des Verfahrens auf der Seite Pflegereform.

Im Vergleich: 24-Stunden-Pflege oder Pflegeheim

Im Pflegeheim zahlen Bewohner im Bundesdurchschnitt rund 3.360 Euro Eigenanteil im Monat im ersten Jahr (vdek, Stand 1. Juli 2026). Eine 24-Stunden-Pflege im Entsendemodell kostet nach den Entlastungen bei Pflegegrad 3 rund 1.270 bis 2.170 Euro plus Kost und Logis und plus die laufenden Kosten der eigenen Wohnung, die im Heim wegfallen. In den ersten Jahren ist die Betreuung zu Hause damit meist günstiger. Im Heim sinkt der Eigenanteil mit der Aufenthaltsdauer, weil der Zuschlag der Pflegekasse steigt. Den Heimplatz rechnet der Pflegeheim-Kosten-Rechner.

Kostenfallen im Vertrag

  • Einstiegspreis statt Gesamtpreis: Vermittlungsgebühr, Reisekosten, Aufschläge und Versicherung stehen oft getrennt. Lass dir die Gesamtsumme im Monat schriftlich geben.
  • Einmalige Gebühren: Manche Agenturen verlangen eine Aufnahme- oder Vermittlungsgebühr zu Beginn, andere nicht.
  • Krankenhausaufenthalt: Frag, ob du weiterzahlst, wenn die betreute Person ins Krankenhaus oder zur Kurzzeitpflege muss, und ab welchem Tag die Zahlung ruht.
  • Kündigungsfrist: Bei den Anbietern in unserem Vergleich reichen die Fristen laut eigenen Angaben von jederzeit bis 14 Tage. Längere Bindungen sind ein Grund, genauer hinzusehen.
  • Barzahlung: Nur mit Rechnung und Überweisung bekommst du die Steuerermäßigung, und nur so ist nachweisbar, was du gezahlt hast.

Angebote vergleichen

Der echte Preis steht erst im Angebot, nach einem Gespräch über Pflegebedarf, Nächte, Demenz und Deutschkenntnisse. Hol zwei bis drei Angebote ein und vergleiche die Gesamtsumme im Monat. Vermittlungsportale sammeln mehrere Angebote aus deiner Region, Agenturen kannst du auch direkt anfragen:

  • Logo pflege.de

    pflege.de

    Vermittlungsportal

    Vermittlungsservice des Pflegeportals pflege.de: kostenlose, unverbindliche Anfrage, danach melden sich geprüfte Anbieter aus der Region; persönliche Beratung inklusive.

    • Modell: Entsendung, Anstellung, Selbständige
    • Preis ab 2.500 € im Monat (Anbieterangabe)
    • Basis: laut Portal 2.500 bis 3.600 € im Monat je nach Modell, Agentur und Betreuungsumfang, zuzüglich Anreise, Unterkunft und Verpflegung
    • Laufzeit: laut Portal typisch 2 bis 3 Monate je Betreuungskraft, variabel
    • Wechsel: Agenturen organisieren laut Portal Ersatz bei Ausfall oder Unzufriedenheit
    • Region: bundesweit, Anbieter aus der Region
    • Für wen geeignet: Wer zuerst beraten werden und mehrere Agenturen vergleichen will, ohne selbst zu suchen.
  • 24h-Pflege-Check

    Vermittlungsportal

    Vergleichsportal: Nach einem Fragebogen kommen bis zu drei Angebote verschiedener Agenturen.

    • Modell: Entsendung, Anstellung, Selbständige
    • Preis ab 1.900 € im Monat (Anbieterangabe)
    • Basis: 1.900 bis 2.800 € im Monat zuzüglich Kost und Logis, laut Portal je nach Qualifikation und Deutschkenntnissen
    • Wechsel: Zeitnaher Wechsel der Betreuungskraft bei Problemen laut Portal
    • Region: Bundesweit, vermittelt an mehrere hundert Agenturen
    • Kostenlose Beratung
    • Für wen geeignet: Wer zuerst mehrere Agenturen vergleichen will, bevor er sich bindet.
  • Diadema Pflege

    Agentur mit Entsendung

    Inhabergeführte Agentur, Betreuungskräfte laut Anbieter im Heimatland fest angestellt und mit privater Krankenversicherung während des Einsatzes.

    • Modell: Entsendung
    • Preis ab 3.015 € im Monat (Anbieterangabe)
    • Basis: Betreuungspauschale 2.890 € plus 125 € Reisepauschale im Monat, laut Anbieterseite Stand 2026
    • Gebühr: Keine Vermittlungsgebühr, keine Provision, keine Jahresbeiträge laut Anbieter
    • Laufzeit: Keine Mindestlaufzeit
    • Kündigung: 14 Tage
    • Für wen geeignet: Wer transparente Monatspauschalen ohne Mindestlaufzeit sucht.
  • Pflegehelden

    Franchise

    Franchise-Netz mit persönlichem Ansprechpartner am Wohnort.

    • Modell: Entsendung, Selbständige
    • Preis ab 2.850 € im Monat (Anbieterangabe)
    • Basis: Ab 2.850 € im Monat inklusive Kost und Logis, plus 125 € je An- und Abreise, laut Anbieterseite
    • Kündigung: Jederzeit kündbar laut Anbieter
    • Wechsel: Betreuungskräfte bleiben im Schnitt 6 bis 8 Wochen, dann Wechsel
    • Deutsch: mehrere Stufen, höhere Kosten bei besseren Kenntnissen
    • Für wen geeignet: Wer eine Ansprechperson vor Ort will und die Betreuung schnell starten muss.
  • Hausengel

    Agentur

    Betreuungskräfte arbeiten laut Anbieter als selbständige Franchisenehmende, nicht im Entsendemodell.

    • Modell: Selbständige (Franchise-Modell)
    • Preis ab 2.500 € im Monat (Anbieterangabe)
    • Basis: Ab 2.500 € im Monat zuzüglich Kost und Logis; Beispielrechnung des Anbieters rund 3.010 € inklusive Gebühren
    • Gebühr: 220 € im Monat Vermittlungsgebühr plus rund 490 € Franchisegebühr laut Beispielrechnung des Anbieters
    • Laufzeit: Keine Mindestlaufzeit
    • Kündigung: Flexible Beendigung, Zahlung nur für erbrachte Leistung laut Anbieter
    • Für wen geeignet: Wer das Modell mit selbständigen Betreuungskräften bevorzugt und Kosten aufgeschlüsselt sehen will.
  • Promedica24

    Franchise

    Drei Pakete nach Deutschkenntnissen mit festen Tagessätzen, Kundenservice rund um die Uhr.

    • Modell: Entsendung
    • Preis ab 3.150 € im Monat (Anbieterangabe)
    • Basis: Tagessätze ab 105 € (Basis), 111 € und 127 € je Paket, rund 3.150 € im Monat, laut Anbieterseite
    • Gebühr: Im Tagessatz enthalten laut Anbieter (Steuern, Sozialabgaben, Anreise, Versicherung, Vermittlung)
    • Wechsel: Stammkraft-Duos oder -Trios, Wechsel meist alle 4 bis 6 Wochen
    • Deutsch: Basis: Grundkenntnisse, Light: Konversation, Comfort: gute Deutschkenntnisse
    • Für wen geeignet: Wer feste Tagessätze und eine Auswahl nach Sprachniveau möchte.

Diese Übersicht enthält Links zu Anbietern. Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen, die Reihenfolge ist keine Bewertung. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 13.09.2026, ohne Gewähr.* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.

Woran du seriöse Anbieter erkennst, steht auf der Seite 24-Stunden-Pflege: Anbieter im Vergleich.

Das solltest du jetzt tun

  1. Eigenanteil ausrechnen mit dem Kosten-Schätzer für 24-Stunden-Betreuung, einmal mit Grundkenntnissen und einmal mit guten Deutschkenntnissen.
  2. Pflegegrad prüfen: Ohne Pflegegrad 2 fehlen Pflegegeld und Verhinderungspflege. Den Stand schätzt der Pflegegrad-Rechner, den Antrag erklärt die Seite Pflegegrad beantragen.
  3. Zwei bis drei Angebote einholen und nur die Gesamtsumme mit Kost und Logis und Reisekosten vergleichen.
  4. Verhinderungspflege und Steuer planen: Nachweise über die Ersatzpflege sammeln, Rechnungen per Überweisung bezahlen.
  5. Früh zum Sozialamt, wenn absehbar ist, dass das Geld nicht reicht, und zwar vor Beginn der Betreuung.

Häufige Fragen