Für Pflegekräfte
Studium nach der Pflegeausbildung: welche Studiengänge, ohne Abitur, Anrechnung bis zur Hälfte, Kosten und Stipendium
Nach der Pflegeausbildung kannst du auch ohne Abitur studieren: Mit einer landesrechtlich geregelten Fachweiterbildung oder Aufstiegsfortbildung hast du nach dem KMK-Beschluss von 2009 meist einen allgemeinen Hochschulzugang, mit Ausbildung und drei Jahren Berufspraxis einen fachgebundenen nach Eignungsprüfung oder Probestudium. Am naheliegendsten sind Pflege, Pflegemanagement und Pflegepädagogik; im Fernstudium rechnen Hochschulen die Ausbildung mit bis zu 90 von 180 Leistungspunkten an. Ein Bachelor Pflege kostet dann rund 7.200 bis 9.900 Euro. Das Aufstiegsstipendium zahlt berufsbegleitend 3.045 Euro im Jahr; die Kosten sind nach der Ausbildung als Werbungskosten absetzbar.
Mit dem Examen in der Tasche stellt sich für viele die Frage: war es das, oder geht noch mehr? Ein Studium ist heute auch ohne Abitur möglich, lässt sich neben dem Schichtdienst schaffen und wird durch die Ausbildung deutlich kürzer. Laut Wissenschaftsrat lag die Akademisierungsquote in den Pflegeberufen 2021 bei 2,5 Prozent eines Jahrgangs, empfohlen sind 20 Prozent. Wer studiert, gehört also noch zu einer kleinen Gruppe. Diese Seite zeigt, welche Studiengänge passen, wie du ohne Abitur reinkommst, was angerechnet wird und wie du das Studium finanzierst.
Welches Studium passt zu dir?
| Studiengang | Wofür | Anrechnung der Ausbildung | Dauer berufsbegleitend | Kosten laut Hochschulen |
|---|---|---|---|---|
| Pflege oder Pflegewissenschaft (B.Sc.) | fachlich vertiefen, in der Pflege bleiben, später Master | meist 90 von 180 Leistungspunkten | 18 bis 36 Monate | rund 7.200 bis 9.900 € |
| Pflegemanagement (B.A.) | Pflegedienstleitung, Einrichtungsleitung, Qualitätsmanagement | 13 Punkte bis drei Semester | 18 Monate bis 6 Jahre | 0 bis rund 18.600 € |
| Pflegepädagogik (B.A.) | Unterricht an Pflegeschulen, Praxisanleitung, betriebliche Bildung | bis 60 Punkte, bei der SRH 90 | 18 Monate bis 6 Jahre | rund 8.000 bis 18.600 € |
| Gesundheitsmanagement (B.A.) | Verwaltung in Kliniken, Krankenkassen, Verbänden | wenig, bei der SRH 12 Punkte | 3 bis 6 Jahre | rund 9.800 bis 18.600 € |
| Medizin, Psychologie, Soziale Arbeit | Berufswechsel | kaum | Vollzeit, Präsenz | staatlich gebührenfrei |
Kosten sind reguläre Preise ohne Rabattaktionen, Stand Oktober 2026; wo die Hochschule keinen Gesamtpreis nennt, haben wir Monatsrate mal Laufzeit gerechnet. Alle Hochschulen im Detail stehen im Fernstudium-Vergleich Pflege.
Ohne Abitur studieren: so funktioniert der Zugang
Die Kultusministerkonferenz hat 2009 zwei Wege für beruflich Qualifizierte festgelegt, die alle Länder umgesetzt haben:
- Allgemeiner Hochschulzugang mit Aufstiegsfortbildung: Wer einen Meister, eine Fortbildung mit mindestens 400 Unterrichtsstunden oder einen Abschluss „vergleichbarer landesrechtlicher Fortbildungsregelungen für Berufe im Gesundheitswesen“ hat, darf jedes Fach studieren. Darunter fallen landesrechtlich geregelte Fachweiterbildungen, etwa Intensivpflege oder Anästhesie nach Landesrecht. Ob deine Weiterbildung zählt, entscheidet die Hochschule im Einzelfall; die PDL-Weiterbildung nach § 71 SGB XI ist meist nicht landesrechtlich geregelt.
- Fachgebundener Zugang mit Ausbildung und Berufspraxis: Mit einer mindestens zweijährigen Ausbildung in einem passenden Bereich und mindestens drei Jahren Berufspraxis darfst du ein fachnahes Fach studieren. Meist kommt eine Eignungsprüfung dazu, die durch ein Probestudium von mindestens einem Jahr ersetzt werden kann. Wer das Aufstiegsstipendium bekommt, braucht nur zwei Jahre Praxis.
Die Pflegeausbildung gilt für Pflege, Pflegemanagement, Pflegepädagogik und Gesundheitsmanagement als passende Ausbildung. Die privaten Fernhochschulen haben eigene, oft einfachere Verfahren: Die IU verlangt für den Pflege-Bachelor zum Beispiel Ausbildung plus drei Jahre hauptberufliche Tätigkeit, die AKAD bietet alternativ ein Probestudium an. Hast du ein Jahr erfolgreich studiert, wird dein Zugang bundesweit anerkannt, auch wenn du die Hochschule wechselst.
Was die Ausbildung bringt: Anrechnung bis zur Hälfte
Kompetenzen von außerhalb der Hochschule dürfen nach den Regeln der Kultusministerkonferenz höchstens die Hälfte eines Studiums ersetzen. Beim Bachelor Pflege nutzen die Fernhochschulen diese Grenze voll aus: IU, APOLLON, Euro-FH und SRH rechnen die dreijährige Pflegeausbildung mit 90 von 180 Leistungspunkten an, du steigst im vierten Semester ein. In anderen Studiengängen ist es weniger, weil sich die Inhalte weniger überschneiden. Lass dir die Anrechnung vor der Einschreibung schriftlich bestätigen; bei manchen Hochschulen sinkt mit jedem angerechneten Punkt auch der Preis.
Pflege studieren: der kürzeste Weg zum Bachelor
Der Bachelor Pflege für examinierte Pflegefachkräfte vertieft Pflegewissenschaft, evidenzbasierte Pflege, Pflegeprozess, Gesundheitsförderung und Recht. Er öffnet den Weg in einen Master, zum Beispiel Advanced Nursing Practice oder Pflegepädagogik, und in Fachkarrieren wie Pflegeexpertin oder Pflegeexperte. Mit 90 Punkten Anrechnung dauert er 18 bis 36 Monate.
| Hochschule | Dauer mit Anrechnung | Kosten regulär |
|---|---|---|
| APOLLON | 18 oder 24 Monate | 8.694 bis 9.648 € laut Preisliste |
| Euro-FH | etwa 18 oder 24 Monate | ab 225 € im Monat |
| IU | 18, 24 oder 36 Monate | 7.182 bis 9.324 € |
| SRH Fernhochschule | 18 Monate | 8.082 bis 9.864 € |
Eine der Hochschulen hat für den Pflege-Bachelor ein Partnerprogramm mit Pflegeweide. Das ist keine Empfehlung; die übrigen Angebote stehen gleichwertig in der Tabelle oben.
Euro-FH
FernhochschuleDie Pflegeausbildung deckt die Hälfte des Studiums ab, du steigst direkt in die zweite Hälfte ein.
- Abschluss: Bachelor of Science (B.Sc.), 180 Credits
- Dauer: mit Anrechnung etwa 18 oder 24 Monate, plus 18 oder 24 Monate kostenlos
- Kosten: ab 225 € im Monat
- Zulassung: abgeschlossene Pflegeausbildung mit Berufszulassung, mit und ohne Abitur
- Test: 4 Wochen kostenlos testen, Start jederzeit
- Prüfungen: monatlich online oder an 10 Prüfungsstandorten
- Für wen geeignet: Examinierte Pflegefachkräfte, die sich fachlich weiterqualifizieren und in der Pflege bleiben wollen.
Diese Übersicht enthält Links zu Anbietern. Partnerlinks sind mit * gekennzeichnet und können oben stehen, die Reihenfolge ist keine Bewertung. Angaben laut Anbieterseiten, Stand 27.10.2026, ohne Gewähr.* Partnerlink: Schließt du über diesen Link etwas ab, erhalten wir vom Anbieter eine Vergütung. Für dich ändern sich weder Preis noch Leistung.
Pflegemanagement: Studium für die Leitung
Wer Leitung übernehmen will, studiert Pflegemanagement. Der Abschluss ersetzt die 460-Stunden-Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft nach § 71 SGB XI; Examen und zwei Jahre Berufserfahrung brauchst du trotzdem. Die Anrechnung ist kleiner als beim Pflege-Bachelor: Die FOM lässt mit Ausbildung ins dritte Semester einsteigen, APOLLON rechnet 13 Punkte an, AKAD und Euro-FH prüfen im Einzelfall. Neun Hochschulen mit allen Preisen stehen auf der Seite Pflegemanagement studieren.
Zwei der dort verglichenen Hochschulen haben ein Partnerprogramm mit Pflegeweide. Die Auswahl ist keine Empfehlung.

AKAD University
FernhochschuleWählbare Vertiefung Pflegedienstleitung, Pflegeausbildung keine Pflicht.
- Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.), 180 ECTS
- Dauer: 36, 48 oder 72 Monate, plus 12, 9 oder 3 Monate kostenlos
- Kosten: 369, 309 oder 219 € im Monat plus einmalig 960 € Prüfungsgebühr
- Zulassung: mit Abitur, Aufstiegsfortbildung oder Ausbildung und Berufserfahrung
- Test: 4 Wochen unverbindlich testen
- Prüfungen: komplett online, keine Präsenztermine
- Für wen geeignet: Pflegekräfte und Quereinsteiger, die komplett online und ohne Präsenztermine studieren wollen.
Euro-FH
FernhochschuleSpezialisierungen unter anderem ambulante Pflege, stationäre Langzeitpflege und Pflegecontrolling.
- Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.), 180 Credits
- Dauer: 36 oder 48 Monate, plus 18 oder 24 Monate kostenlos
- Kosten: ab 225 € im Monat
- Zulassung: mit und ohne Abitur, kein NC
- Test: 4 Wochen kostenlos testen, Start jederzeit
- Prüfungen: monatlich online oder an 10 Prüfungsstandorten
- Für wen geeignet: Pflegekräfte im Schichtdienst, die flexibel starten und Prüfungstermine selbst wählen wollen.
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Pflegepädagogik: Studium für die Lehre
Wer an einer Pflegeschule unterrichten will, braucht nach § 9 Pflegeberufegesetz für den praktischen Unterricht einen Hochschulabschluss und für den theoretischen Unterricht einen Master; die Länder dürfen bis Ende 2035 Ausnahmen zulassen. Ein Bachelor Pflegepädagogik ist deshalb oft nur der erste Schritt. Die Pflegeausbildung ist hier Pflicht und wird mit bis zu 60 Punkten angerechnet. Länderregeln, Anbieter, Preise und Gehalt stehen auf der Seite Pflegepädagogik studieren.
Medizin oder ein ganz anderes Fach
Ein Berufswechsel ist möglich, aber aufwendiger. Für Medizin gibt es keine Wartezeitquote mehr. Die Plätze werden zu 30 Prozent nach Abiturnote, zu 10 Prozent über die Zusätzliche Eignungsquote und zu 60 Prozent im Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben. In den beiden letzten Quoten kann eine abgeschlossene Berufsausbildung Punkte bringen; welche Ausbildung wie stark zählt, legt jede Hochschule fest. Die Kriterien veröffentlicht hochschulstart.de. Ohne Abitur ist der sichere Weg die Aufstiegsfortbildung, denn der fachgebundene Zugang gilt nur für fachnahe Fächer; ob die Pflegeausbildung für Medizin als fachnah zählt, regelt dein Bundesland.
Für Psychologie, Soziale Arbeit oder Lehramt gilt dasselbe: Mit Aufstiegsfortbildung steht dir jedes Fach offen, mit Ausbildung und Berufspraxis nur fachnahe. Frag bei der Hochschule, ob sie die Pflegeausbildung als passend anerkennt.
Studium nach der Ausbildung oder primärqualifizierendes Studium?
Seit 1. Januar 2024 bekommen Studierende im primärqualifizierenden Pflegestudium nach dem Pflegestudiumstärkungsgesetz für die gesamte Studiendauer eine Vergütung, ähnlich der Ausbildungsvergütung. Dieses Studium ersetzt die Ausbildung und führt selbst zur Berufszulassung. Wer schon examiniert ist, braucht es nicht und bekommt für ein Studium nach der Ausbildung auch keine Vergütung. Für dich ist ein berufsbegleitendes Studium mit Anrechnung der richtige Weg.
Finanzierung: Stipendium, Steuer, Arbeitgeber
- Aufstiegsstipendium: Die Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung fördert im Auftrag des Bundes das erste Studium von Berufserfahrenen. Berufsbegleitend gibt es 3.045 € im Jahr, unabhängig vom Einkommen; im Vollzeitstudium 1.072 € im Monat plus 160 € je Kind unter 14 Jahren. Voraussetzungen: abgeschlossene Ausbildung, mindestens zwei Jahre Berufstätigkeit und ein Leistungsnachweis, also eine besonders gute Abschlussprüfung, ein vorderer Platz in einem Berufswettbewerb oder ein begründeter Vorschlag deines Arbeitgebers. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Bewerben musst du dich vor Studienbeginn; die nächste Runde läuft vom 22. September bis 30. November 2026.
- Steuer: Nach § 9 Abs. 6 EStG sind Studienkosten Werbungskosten, wenn du vorher eine Erstausbildung abgeschlossen hast. Die dreijährige Pflegeausbildung zählt. Gebühren, Fahrten zu Prüfungen und Arbeitsmittel kannst du damit ohne Obergrenze absetzen, auch als Verlustvortrag.
- Arbeitgeber: Viele Kliniken und Träger beteiligen sich an den Gebühren oder geben Freistellung für Prüfungen, meist gegen eine Bindungsklausel. Frag vor der Einschreibung und lass dir die Vereinbarung schriftlich geben.
- Aufstiegs-BAföG gilt nur für Fortbildungen wie die Fachweiterbildung oder die PDL-Weiterbildung, nicht für ein Bachelorstudium.
Das solltest du jetzt tun
- Entscheide dich für eine Richtung: Pflege (fachlich), Pflegemanagement (Leitung) oder Pflegepädagogik (Lehre).
- Prüfe deinen Zugang: Aufstiegsfortbildung oder Ausbildung plus drei Jahre Berufspraxis, bei der Wunschhochschule nachfragen.
- Wenn deine Abschlussnote sehr gut war oder dein Arbeitgeber dich vorschlägt: Bewirb dich bis 30. November 2026 um das Aufstiegsstipendium, und zwar vor der Einschreibung.
- Fordere bei zwei oder drei Hochschulen Infomaterial an und lass dir die Anrechnung schriftlich bestätigen.
- Nutze die kostenlose Testphase, bevor du dich verbindlich einschreibst.
Rechner
Pflegegrad-Rechner
Punkte nach dem Begutachtungsinstrument (NBA) und wahrscheinlicher Pflegegrad.
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Quellen
- KMK: Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Bewerber ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung, Beschluss vom 06.03.2009 (Stand 2026-10-27)
- NRW: Berufsbildungshochschulzugangsverordnung (§ 2 Abs. 1 Nr. 4 landesrechtliche Fortbildungen im Gesundheitswesen, § 3 Ausbildung plus drei Jahre Berufstätigkeit) (Stand 2026-10-27)
- KMK: Musterrechtsverordnung vom 07.12.2017 (§ 9 mit Begründung: außerhochschulische Kompetenzen ersetzen höchstens 50 % eines Studiums) (Stand 2026-10-27)
- SBB Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung: Aufstiegsstipendium (1.072 Euro monatlich Vollzeit, 3.045 Euro jährlich berufsbegleitend) (Stand 2026-10-27)
- SBB: Aufstiegsstipendium, Termine und Fristen (Bewerbung 22.09. bis 30.11.2026) (Stand 2026-10-27)
- § 9 Abs. 6 EStG: Werbungskosten für ein Studium nach abgeschlossener Erstausbildung (Stand 2026-10-27)
- § 38b PflBG: Vergütung im primärqualifizierenden Pflegestudium (Pflegestudiumstärkungsgesetz, in Kraft 01.01.2024) (Stand 2026-10-27)
- hochschulstart.de: Verfahrensdetails Medizin (Abiturbestenquote, Zusätzliche Eignungsquote, Auswahlverfahren der Hochschulen, keine Wartezeit) (Stand 2026-10-27)
- Wissenschaftsrat: Perspektiven für die Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe, Drs. 1548-23 (Akademisierungsquote 2,5 %, Ziel 20 %) (Stand 2026-10-27)
- IU Internationale Hochschule: Pflege (B.Sc.), 90 ECTS Anrechnung, 259 bis 399 Euro monatlich (Stand 2026-10-27)
- Europäische Fernhochschule Hamburg: Pflege (B.Sc.), Pflegeausbildung mit 90 Credits angerechnet (Stand 2026-10-26)
- SRH Fernhochschule: Pflege (B.Sc.), drei Semester angerechnet, 274 bis 449 Euro monatlich (Stand 2026-10-27)
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Zuletzt aktualisiert
27.10.2026
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